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Politik

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  • Harburg. Trotz Regen, Wind und Kälte demonstrierten rund 200 Harburger am „Tag der Arbeit“, dem 1. Mai, für Solidarität, Gerechtigkeit und Vielfalt. Nach einem Jahr Pause zog wieder eine Gewerkschaftsdemo vom Sand aus gen Rieckhof. Aber zuerst ging es zum Tor der alten Harburger Synagoge Ecke Eißendorfetr Straße/Knoopstraße, um dort gegen Antisemitismus und dann weiter zum Soldaten in der Bremer Straße um dort für Frieden Stellung zu beziehen.

    Rajko Pientka von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sprach gegen die Panikmache von Rechts. | Foto: Niels Kreller
    Rajko Pientka von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sprach gegen die Panikmache von Rechts. | Foto: Niels Kreller

    Im Rieckhof fand dann die Abschlusskundgebung statt. Nach einem Grußwort der Vorsitzenden der Bezirksversammlung, Birgit Rajski, sprach Rajko Pientka von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). In seiner Rede richtete er sich gegen Hetze und Panikmache, die durch die AfD geschürt würden. „Wir kämpfen für eine Politik, die endlich den Aufbruch wagt hin zu mehr Solidarität und Gerechtigkeit. Das ist die einzig richtige Antwort auf die Panikmache“, so Pientka. Deshalb würden sich die Gewerkschaften gegen Rechtsextremismus engagieren und allen, die sich gegen Rechts stellen gebühre Respekt, erklärte er unter dem Applaus der Zuhörer. Als wichtiges Mittel für mehr Gerechtigkeit forderte Pientka Tarifverträge für alle. „Tagtäglich begehen Arbeitgeber Tarifflucht“, klagte er an. Die Gewerkschaften seien sind bereit für härtere Auseinandersetzungen. „Packen wir es an – es ist unsere Zukunft“, rief er zum Schluss den Kollegen zu.

    Olaf Wüpperling, Betriebsrat bei Vibracoustic, kritisierte die Steuerflucht der großen Unternehmen. | Foto: Niels Kreller
    Olaf Wüpperling, Betriebsrat bei Vibracoustic, kritisierte die Steuerflucht der großen Unternehmen. | Foto: Niels Kreller

    Zum Anschluss sprach Olaf Wüpperling, Betriebsrat bei Vibracoustic. Er betonte, dass es heute wichtiger denn je sei, für gute Löhne zu kämpfen. Auch eine gleiche Arbeitszeit in Ost und West forderte er ein. Ebenso sei die Steuerflucht großer Unternehmen, denen es gut gehe, zu beenden. „Statt Ausstieg aus der Kohle muss es heißen: Her mit der Kohle“, so Wüpperling.

    Für due musikalische Begelitung sorgte das Trio Kosmoplka.

  • Harburg. Am Samstag wurde der dritte Jugendkulturpreis der Harburger Bezirksversammlung im Stellwerk im Harburger Bahnhof verliehen zur Auszeichnung der künstlerischen Arbeiten von Kindern und Jugendlichen im Bezirk Harburg verliehen. Die Jugendlichen in den Altersgruppen von 6 bis 12 Jahren sowie 13 bis 18 Jahren waren aufgerufen, sich mit dem Thema Freundschaft zu künstlerisch auseinanderzusetzen– sowohl im Allgemeinen als auch mit Blick auf Social Media. Für ihre Arbeiten konnten sie dabei sowohl traditionelle Mittel wie Pinsel und Papier als auch elektronische Medien nutzen.

    Der Preis ist mit je 500 Euro für jede Altersgruppe dotiert und kann auf eine oder mehrere Arbeiten verteilt werden. Insgesamt haben sich mehr als 80 Kinder und Jugendliche mit 33 eingereichten Einzel- und Gruppenarbeiten beteiligt.

    Bei den 6 bis 12-jährigen kürte die Jury die Mini-Comic „Der traurige Steve" von Sam Dorndorf und Samuel Kodyo aus der Kunstgruppe Schwarzenberg zum Gewinner. Bei den Älteren war es der Song "Wie sieht es aus bei euch" der Produktionsschule.

    Ein Ehrenpreis wurde an die Schülerinnen und Schüler der Erstaufnahmeeinrichtung des DRK „Neuland 1" (Stammschule Maretstraße) für ein integratives Nikolausprojekt (Video und Collage) in der Tagespflege „Hamel" vergeben.

    Preisträgerinnen und Preisträger der Altersgruppe 6 – 12 Jahre:
    1. Mini-Comic „Der traurige Steve" von Sam Dorndorf und Samuel Kodyo (Kunstgruppe Schwarzenberg)
    2. Tonfiguren, Titel BFF (best friends forever) von Havin Yesar (FEG)
    3. Fotografische Bildergeschichten zu Freundschaft 2.0 (Klasse 7a Heisenberg Gymnasium)
    3. Malrausch Gruppe Kunstatelier „Freundschaft 2.0"
    4. Styrene-Druck „Moktor und Santino" von Moctar Toure (Schule Maretstraße G8)
    4. Styrene-Druck „Taha und Denis" von Halil Taha Sahin (Schule Maretstraße G8)

    Preisträgerinnen und Preisträger der Altersgruppe 13 – 18 Jahre
    1. Selbstgeschriebener Song „Wie sieht es aus bei euch?" (Produktionsschule)
    2. Gefilmte Interviews zu Freundschaft „Wir im Netzt" (Berufsbildungsbereich Elbewerkstätten, Nymphenweg)
    3. Leporello der Freundschaft von Larischa Burfeind
    4. Tinte auf Pappe Titel „Freundschaft 2.0" von Mia Philine Hartmann

  • Winsen. Es war ein deutliches Plädoyer für die Gleichberechtigung – und für eine stärkere Einbeziehung von Frauen: Einen klaren Auftrag erteilte Professorin Dr. Rita Süssmuth bei der Veranstaltung des Landkreises Harburg zum Internationalen Frauentag am Donnerstagabend. „Wenn wir es anders haben wollen, müssen wir es auch selbst verändern“, forderte sie unter starkem Applaus der Gäste. Das Kreishaus war mehr als ausgebucht, gut 140 Besucherinnen und Besucher erlebten die frühere Bundestagspräsidentin, die sich nach ihrem Vortrag noch Zeit für eine Diskussion mit den Gästen und Einzelgespräche nahm.

    Professorin Süssmuth betonte, dass der Frauentag und Fragen der Gleichberechtigung aber nicht nur Frauen beträfen. „Es geht nur mit beiden Geschlechtern“, sagte die Referentin, die den Anwesenden in ihrer Rede zahlreiche Einblicke in ihre eigenen politischen Erfahrungen gab. Wichtig sei es, in Fragen der Gleichberechtigung nicht nachzulassen. Wer aufgibt, habe verloren, und sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben, bedeute, den Rückwärtsgang einzuschalten.

    „Frauen können genauso viel wie Männer“, betonte Professorin Süssmuth. „Ich setze darauf, dass Männer und Frauen gemeinsam eine bessere Welt schaffen können.“ Die frühere Bundestagspräsidentin ging in ihrer Rede auch auf aktuelle Themen wie die Diskussion um Quote und Parität ein. Sie plädierte für eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Politik.

    Auch die stellvertretende Landrätin Annette Randt aus Heidenau machte deutlich, dass der „Weltfrauentag eine machtvolle, imposante Demonstration für die Rechte von Frauen und die Gleichberechtigung ist, aber auch eine Erinnerung, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben.“ Sie wies darauf hin, dass Frauen noch immer in vielen Ländern und Gesellschaftsschichten benachteiligt würden. Auch in Deutschland gebe es viel zu tun. Beispielhaft nannte sie Lohnungleichheit, die Überrepräsentanz von Männern in Führungspositionen und Altersarmut. „Wir alle sind aufgerufen, uns am Frauentag die immer noch vorhandenen Benachteiligungen der Frauen gegenüber den Männern ins Gedächtnis zu rufen – auch in unserer Gesellschaft.“

  • Jesteburg. Zu einem offenen Gespräch mit Heike-Melba Fendel über das Thema „Frau und Politik“ lädt die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler für Montag, 18. Februar, ab 19:30 Uhr ins Café Book am Kirchweg 3 in Jesteburg ein. Das Datum ist dabei nicht zufällig gewählt. Als eine von nur 37 Frauen wurde Marie Juchacz im Jahr 1919 in die Weimarer Reichsversammlung gewählt und sprach dort am 19. Februar 1919 als erste Frau nach der Einführung des Frauenwahlrechts. Am Abend vor dem 100-jährigen Jubiläum dieser Rede wollen Heike-Melba Fendel und Svenja Stadler mit allen Interessierten über frauenpolitische Themen diskutieren.

    Dazu Stadler: „Ich freue mich sehr, dass Heike-Melba Fendel mein Gast ist. Sie ist meinungsstark und mischt sich gern in gesellschaftliche Debatten ein. Das gefällt mir!“ Zur Gleichberechtigung von Frauen ergänzt Stadler: „Nach wie vor sind Frauen in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt, dabei stellen Frauen 50 Prozent der Bevölkerung. Das muss sich ändern. Die Einführung der Frauenquote in börsennotierten Unternehmen oder die Einführung des Parité-Gesetzes wie in Brandenburg stellen hierbei wichtige Verbesserungen dar“.

    Heike-Melba Fendel ist Journalistin und Buchautorin und darüber hinaus Inhaberin und Geschäftsführerin der Veranstaltungs-, PR- und Künstleragentur Barbarella. Außerdem gründete sie im Jahr 2016 zusammen mit anderen Frauen das Aktionsbündnis Wir machen das. Das Bündnis aus zahlreichen Initiativen, Personen und Institutionen wurde gegründet, um der Herausforderung weltweiter Migration mit Menschlichkeit und Sachverstand zu begegnen. Fendel zu der Einladung in den Landkreis Harburg: „Ich habe mich sehr über die Einladung von Svenja Stadler gefreut, gemeinsam mit ihr in ihrer Heimat über das Thema Frau und somit auch das Thema Feminismus zu diskutieren.“

    Wie bei ihrem regelmäßig stattfindenden Bürgerdialog „Stadler im Gespräch“ ist auch diese Veranstaltung für jede und jeden offen. Der Eintritt ist frei.

  • Neu Wulmstorf. Rat und Verwaltung der Gemeinde Neu Wulmstorf laden alle Neu Wulmstorferinnen und Neu Wulmstorfer herzlich zum mittlerweile 18. Neujahrsempfang ein. Der Neujahrsempfang steht unter dem Motto "Veränderung ist das Gesetz des Lebens. Diejenigen, die nur auf die Vergangenheit oder Gegenwart blicken, werden die Zukunft verpassen." (John F. Kennedy)

    Ab 10.30 Uhr begrüßen Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig und seine Stellvertreter/in die Gäste des Empfangs – wie auch in den vergangenen Jahren – im Foyer des Rathauses. Um 11 Uhr beginnt der offizielle Teil des Neujahrsempfangs im Ratssaal. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit des persönlichen Austausches mit Einwohnerinnen und Einwohnern, mit Ratsmitgliedern, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und mit Bürgermeister Rosenzweig.

  • Harburg. Das Bezirksamt sieht keine Nutzungsmöglichkeit des ehemaligen Blumenmarktes als Terrasse für das Southside (vormals Bolero). Zwar hält das Bezirksamt die Nutzung der Fläche für „Außengastronomie unter statischen Betrachtungen zwar grundsätzlich für möglich“, wie es gegenüber besser-im-blick auf Nachfrage erklärte. Dafür sei jedoch notwendig, das Gebäude durch 60 „Notsteifen“ abzustützen. Das statische Gutachten würde ca. 7.000 Euro Kosten. Außerdem rechnet das Bezirksamt mit 3.500 Euro, die durch die Nutzung der Fläche an Mehrkosten beim Abpumpen des Wassers auf der Fläche anfallen würden.

    Die Kosten seien kein Problem, signalisieren die Betreiber des Soutshide. „Wir würden die Kosten für die Abstützung und das Abpumpen übernehmen“, heißt es von ihrer Seite aus. Dass sie diese Kosten tragen würden, hatten die Betreiber von vorneherein klar gestellt und auch die Grünen in der Bezirksversammlung, die zur Nutzung der Fläche einen Antrag gestellt hatten, hatten wohlweislich formuliert, dass dem Bezirk keine Kosten entstehen dürften.

    So weit, so gut – könnte man meinen. Aber das Bezirksamt hat noch ein Argument, das bisher in der Diskussion um die Fläche keine Rolle gespielt hat. Neu ins Spiel gebracht wurde nun der Plattenbelag des ehemaligen Blumenmarktes. „Das Bezirksamt hat die Fläche seinerzeit auch wegen der bestehenden Verkehrssicherungspflichten in Bezug auf Unfallgefahren auf dem Plattenbelag gesperrt. Um einen verkehrssicheren Zustand herzustellen, müssten verschiedene bauliche Maßnahmen getroffen werden, deren Kosten derzeit nicht genau geschätzt werden können“, heißt es in einer Stellungnahme. Bei diesen baulichen Eingriffen bestünde die Gefahr, dass sie Auswirkungen auf den noch nicht beendeten Rechtsstreit mit dem ehemaligen Nutzer haben könnten.

    Diese Gefahr sehen die Betreiber des Southside nicht. „Nur bei ein oder zwei Platten müsste was getan werde.“ Für sie klingt es nach vorgeschobenen Argumenten. „Entweder sie wollen es – oder sie wollen es nicht“, stellt sich für sie die Lage dar, nachdem feststeht, dass das Gebäude abgestützt werden kann. Eine Nutzung der Fläche hätte in ihren Augen viel Gutes auch für Harburg: „Steuern, Arbeitsplätze und auch einen Imagegewinn für Harburg.“

    Ob die neue Argumentation der Unfallgefahr durch den Plattenbelag noch weitere Auswirkungen auf Harburg haben wird, bleibt abzuwarten. Schließlich befinden sich in der Lämmertwiete und der Lüneburger Straße deutlich mehr Stolperfallen, als auf dem ehemaligen Blumenmarkt. Auf Nachfrage von besser-im-blick erklärte das Bezirksamt aber, dass bei diesen beiden Straßen aber keine Sperrung geprüft würde.

  • Harburg. Danke sagen, ins Gespräch kommen und vor allem im Dialog bleiben - unter diesem Motto fand am Dienstagabend im Sitzungssaal des Harburger Rathauses die Veranstaltung „AN(GE)KOMMEN IN DEUTSCHLAND" statt. Organisiert hatte diesen Abend der Geflüchtete Muhamed Lakms. Er und sechs weitere syrische Geflüchtete erzählten vor rund 160 Besuchern ihre Ankommensgeschichten. Auch Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard war gekommen, um in einem Grußwort Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen.

    Bei den Berichten ging es um die unterschiedlichen Erfahrungen jedes einzelnen, um die Unterstützung, die sie erhielten, um Herausforderungen in diesem für sie neuen Land und um die Erfolge, die sie in den etwa drei Jahren, die sie hier leben, feiern konnten. Im Anschluss an die Vorträge tauschten sich Vortragende und Gäste über das Gehörte aus. Was die Unterschiede zwischen einem Bäcker in Syrien und einem in Deutschland seien, wollte jemand beispielsweise wissen. Oder was es für Probleme bei der Anerkennung syrischer Abschlüsse gäbe.

    Auch über die Frage einer möglichen Heimkehr wurde gesprochen. Zurück nach Syrien würden sie alle schon gerne – aber für wahrscheinlich halten sie es ob der Zustände dort nicht. Und trotzdem ist die Hoffnung da. In der Zwischenzeit wollen sie sich Wissen aneignen, um dies dann vielleicht doch eines Tages in ihrem Heimatland anwenden zu können. „Alles, was ihr in Syrien machen wolltet, das könnt ihr hier tun. Geht raus, lernt die Deutschen und die Gesellschaft kennen und lernt“ – so könnte man ihren Appell an ihre Landsleute zusammenfassen.

    „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, so Birgit Rajski, die Vorsitzende der Harburger Bezirksversammlung und vom Management der Open Arms gGmbH. „Die Vorträge waren beeindrucken, vor allem auch wenn man bedenkt, dass sie in Deutsch gehalten wurden und die sechs noch gar nicht so lange hier sind.“ Man wolle die Geflüchteten nicht als Objekte behandeln, sondern mit ihnen zusammenarbeiten. Dieser Abend wäre nur der Auftakt zu weiteren Veranstaltungen gewesen.

    Für das leibliche Wohl war mit einem leckeren syrischen Buffet von Chickpeace bestens gesorgt. Ermöglicht wurde diese Veranstaltung auch durch die Kooperation mit den Lokalen Partnerschaften Harburg, dem Willkommensbüro/Ehrenamt des DRK-Harburg und der Open Arms gGmbH.

  • Harburg. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Parteizentrale der SPD Harbugr im Herbert-Wehner-Haus in der Julius-Ludowieg-Straße Ziel eines Anschlags: Zwei Fensterscheiben des Parteibüros wurden zerstört.

    Über den Hintergrund kann derzeit noch nichts gesagt werden, auf die Täter und ihre Motivation gibt es keinen Hinweis. "Sollte es einen politischen Hintergrund geben dann ist es traurig, dass diese Leute statt einer politischen Diskussion Gewalt gegen Sachen vorziehen", so der SPD-Kreisvorsitzende Frank Richter. Die Ermittlungen laufen.

  • Harburg/Neuenfelde. Der Orgelbauer Arp Schnitger ist wohl einer der bedeutendsten Bürger, die der Bezirk Harburg je gehabt hat. Noch heute erfreuen seine Orgeln, die er Ende des 17. & Anfang des 18. Jahrhundert in ganz Nordeuropa baute, die Herzen der Menschen bei Gottesdiensten und Konzerten. Der 1648 vermutlich in Schmalenfleth (heute zu Brake gehörend) geborene Künstler lebte seit wahrscheinlich 1705 bis zu seinem Tod im Jahr 1719 in Neuenfelde auf dem „Orgelbauerhof“. Bis nach England und Russland hin sind seine Orgeln zu finden, die er auf höchstem Niveau baute.

    Sonderbriefmarke oder Gedenkmünze?

    Zu seinem 300. Todesjahr hat die CDU Bezirksfraktion angeregt, Arp Schnitger mit einer Konzertreihe auf der von ihm gebauten Orgel in der St. Pankratiuskirche in Neuenfelde zu ehren. Aber schon in der Bezirksversammlung im Februar hatte CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer angekündigt, noch einen Schritt weiter zu gehen: Nun soll es auch eine Sonderbriefmarke oder sogar eine Gedenkmünze geben. Dafür, so Fischer, habe man schon mit dem Bundesfinanzministerium Kontakt aufgenommen, das dafür zuständig sei.

    Der CDU-Bezirksfraktionsvorsitzende Ralf-Dieter Fischer möchte eine Sondermarke oder Gedenkmünze zum 300. Todestag des Orgelbauers Arp Schnitger. | Foto: ein
    Der CDU-Bezirksfraktionsvorsitzende Ralf-Dieter Fischer möchte eine Sondermarke oder Gedenkmünze zum 300. Todestag des Orgelbauers Arp Schnitger. | Foto: ein

    Das Ministerium habe grundsätzlich positiv geantwortet, so Fischer. Allerdings gingen jährlich rund 500 Vorschläge beim Programmbeirat ein, der den Bundesfinanzminister berät – und der wähle dann nur ca. 50 Vorschläge aus.

    Deshalb möchte die CDU mit einem Antrag erreichen, dass sich die Bezirksversammlung dafür stark macht, dass die Stadt sich dem Anliegen der Ehrung Arp Schnitgers anschließt – denn dann würden die Chancen steigen, da auch nach regionalen Gesichtspunkten entscheiden würde. „Und noch hat der Senat nichts für das Jahr 2019 vorgeschlagen“, so Fischer.

    Motivauswahl: Erstes Portrait Schnitgers entdeckt

    Was aber sollte denn auf eine Briefmarke oder eine Gedenkmünze abgebildet werden? „Um Person bekannter zu machen ist der Kopf natürlich schön. Spannend ist aber auch die Tätigkeit, also eine Orgel. Und die Orgel hat aufgrund seines Wirkungskreises eine Bedeutung über Deutschland hinaus“, so Fischer. „Beides halte ich für sinnvoll.“ Aber die Entscheidung läge ja letzten Endes auch beim Ministerium.

    Dieser Mann auf der Bildtafel soll Arp Schnitger sein. | Foto: Arp-Schnitger-Gesellschaft
    Dieser Mann auf der Bildtafel soll Arp Schnitger sein. | Foto: Arp-Schnitger-Gesellschaft

    Bis vor kurzem hätte es eine Wahl, ob Arp Schnitgers Kopf oder eine seiner Orgeln zu sehen sein soll, auch gar nicht gegeben. Denn es gab kein Portrait von ihm. Erst seit neustem sind sich Musikexperten sicher, dass der Orgelbauer in seiner Taufkirche in Golzwarden (Brake) auf einer Bildtafel abgebildet sei. Dort sei er in einer Gruppe von Musikern abgebildet. Schnitger habe, so Theologe und Musikwissenschaftler Dietrich Diederichs-Gottschalk, 1698 in seiner Taufkirche in Golzwarden eine Orgel zu Selbstkosten gebaut und dafür nur ein Portrait verlangt. Zwei Jahre später war Christoph Walzell, der Maler der Bildtafel, in der Kirche und zeitgleich sei auch Schnitger zum Stimmen und Nacharbeiten dagewesen. Er sei sich zu 99 Prozent sicher, so Diederichs-Gottschalk.

    Aber wie es in der Wissenschaft ist: Das Ergebnis der Untersuchung wird kontrovers diskutiert. In einem Symposium im Sommer solen die Ergebnisse vertieft werden (weitere Informationen sind unter www.arp-schnitger-gesellschaft.dezu finden). Vielleicht gibt es ja rechtzeitig zum Gedenken Klarheit.

  • Harburg. Den Kleinkünstlern im Bezirk eine Plattform für ihre Kunstwerke geben – das bezweckt DIE LINKE in der Bezirksversammlung mit ihrem Antrag zum Thema für die morgige Sitzung. „Wir haben hier in Harburg eine vielfältige Kulturszene – so vielfältig wie die Menschen, die in unserem Bezirk leben“, so André Lenthe, Mitglied der Bezirksfraktion DIE LINKE. Aus unterschiedlichen Gründen würden diese Künstler aber keine eigene Ausstellung machen. Sei es, weil sie zu wenig Kunstwerke haben oder zu bescheiden sind.

    Deshalb schlägt DIE LINKE vor, das Harburger Rathaus für eine Art Sammelausstellung zu nutzen. „Wir möchten erreichen, dass der Bezirk Harburg für diese Künstlerinnen und Künstler eine Möglichkeit schafft, dass auch sie ihre Werke der Öffentlichkeit zeigen können“, so DIE LINKE-Fraktionsvorsitzender Jörn Lohmann. Dort könne dann jeder Künstler beispielsweise drei seiner Werke ausstellen. „Wir sind uns sicher, dass diese Form der Ausstellung auch geprägt sein wird durch eine Vielfältigkeit in der Machart der Kunstwerke“, sagt André Lenthe.

    Schon in diesem Jahr soll es diese Ausstellung geben. Uwe Schneider, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, ist von der Idee angetan. „Ich finde das gut und die CDU wird den Antrag unterstützen“, so Schneider gegenüber besser-im-blick. „Er bietet den ‚unbekannten‘ Künstlern eine Chance. Man kann auch darüber nachdenken, einen öffentlichen Aufruf zur Abgabe von Ausstellungsstücken zu starten“, so Schneider weiter.

  • Harburg. Immer griesgrämiger blickten die Bezirksabgeordneten der AfD auf der gestrigen Sitzung der Bezirksversammlung aus der Wäsche. Denn mehr als deutlich fiel das Urteil der anderen Redner zu ihrem Antrag aus, einen „Asylstopp“ für Harburg zu erreichen. Mit falsch gedeuteten Zahlen und Darlegungen hatte die AfD versucht, Stimmung gegen Geflüchtete zu machen (besser-im-blick berichtete: Hetze in der Bezirksversammlung: AfD fordert „Asylstopp“ für Harburg)

    Menschenverachtender Kern der AfD offengelegt

    Not amused: Der AfD-Bezirksabgeordnete Harald Feineis während der Debatte. | Foto: Niels Kreller
    Not amused: Der AfD-Bezirksabgeordnete Harald Feineis während der Debatte. | Foto: Niels Kreller

    Zum Auftakt der Diskussion trat die Grünen-Fraktionschefin Britta Herrmann ans Rednerpult. „In Ihrem Antrag haben Sie Zahlen und die Wirklichkeit unverhältnismäßig und wirr zusammengewürfelt, um wieder zu einem Ihrer populistischen Falschaussagen zu kommen. Sie haben damit Ihren menschenverachtenden Kern offengelegt“, warf sie der AfD vor. Politik müsse sich als Brückenbauer und nicht als Brückensprenger verstehen. Sie widerlegte die Interpretation der AfD, 44 Prozent der in Harburg lebenden Menschen seien Geflüchtete. „Das sind zum großen Teil Menschen, die hier geboren und sozialisiert sind, deren Heimat und deren Sprache Deutsch ist und deren Familien in zweiter oder dritter Generation hier leben“, so Herrmann. Die AFD wolle mit ihrem Antrag den Eindruck vermitteln, dass „Flüchtlinge unseren Bezirk überschwemmen“. Dieser Antrag gehöre nicht nur abgelehnt, sondern in die Mülltonne, so die Grünen-Chefin.

    Migrationseffekte sind Teil der Menschheitsgeschichte

    „Beschämend“ nannte CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer den Antrag. Er wies darauf hin, dass nur wenige Meter Luftlinie vom Rathaus entfernt im Archäologischen Museum Hamburg /Helms-Museum gerade die Ausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ zu sehen sei. Dort werde gezeigt, dass Migrationseffekte zu jeder Zeit die Geschichte der Menschheit geprägt hätten. Und wo sei denn die AfD gewesen, als die Bezirksversammlung 2015 sich der genannten Probleme angenommen habe? „Sie waren an keiner Stelle seinerzeit da“, beantwortet Fischer seine Frage gleich selbst. Die AfD habe keine Anträge gestellt, die auf die Problematik hingewiesen und Lösungsansätze gegeben hätten. „Sie haben die Zeichen der Zeit nicht richtig verstanden.“

    Biedermänner werden zu Brandstiftern

    Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath ließ kein gutes Haar an der AfD. „In der AfD gibt es völkisch-nationalistische, rassistische, islamfeindliche und antisemitische Strömungen“, so Heimath und verwies auf die Kleine Anfrage der AfD im Bundestag, in der sie Behinderung mit Inzucht und Migration in Verbindung brächte. Dies sei die Übernahme der Euthanasieideologie der Nazis. „Nun zieht auch die Harburger AfD nach“, rief Heimath empört. „Die Biedermänner haben einen weiteren Schritt in Richtung der geistigen Brandstiftung getan“, griff Heimath zum Schluss seiner Rede die AfD an. „Dem stellen wir uns mit einer Mehrheit der Harburgerinnen und Harburger entgegen“, so der Sozialdemokrat.

    Perfide Logik

    Schon optisch brachte der Linken-. Abgeordnete André Lenthe mit seinem T-Shirt mit der Aufschrift
    Schon optisch brachte der Linken-Abgeordnete André Lenthe mit seinem T-Shirt mit der Aufschrift "FCK NZS" zum Ausdruck, was er von dem Antrag der AfD hielt. | Foto: Niels Kreller

    „Der Antrag folgt einer perfiden Logik“, so André Lenthe von den Linken, der mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „FCK NZS“ schon optisch seine Ablehnung des Antrages zum Ausdruck brachte. „Gehen Sie einmal in die Ausstellung 'Zwei Millionen Jahre Migration'. Da werden Sie sehen, dass eigentlich das ganze Land, die ganze Welt aus Migration besteht“, so Lenthe. „Selbst Lorkowski“, kam es da als Zwischenruf von Ralf-Dieter Fischer, der damit auf dem ehemaligen AfD-Bezirksabgeordneten und jetziges Mitglied der AfD-Bürgerschaftsfraktion Peter Lorkowski anspielte und dessen Nachname durchaus den Schluss auf einen Migrationshintergrund zulässt. Den Prozentsatz der Menschen mit Migrationshintergrund in Zusammenhang mit dem Familiennachzug zu bringen sei eine Frechheit, so Lenthe weiter. Im Antrag der AfD ginge es „um Hetze und um Spaltung der Gesellschaft in Deutsche und Nichtdeute.“

    Rechter Populismus Markenkern der AfD

    Zum Schluss führte Carsten Schuster von der FDP aus, er habe sich zuerst gewundert, als er diesen Antrag gesehen habe und sich gefragt, was die AfD dazu bewogen habe. „Ich glaube, dass Sie festgestellt haben nach vier Jahren Bezirksversammlung: ‚Ups – wir sind ja von der AfD. Was ist denn eigentlich unser Markenkern?‘ Und der Markenkern der AfD zeichnet sich durch rechten Populismus aus.“ Bisher sei die AfD nur durch Anträge aufgefallen, die den Rechtspopulismus nicht bedienen würden, beispielsweise zu Bordellen und mit Wildwechsel. „Ist Ihnen aufgefallen, dass ein Migrationshintergrund nicht gleich ein Problem darstellt“, fragte Schuster. Strukturelle Probleme könnten durch eine kluge Politik gelöst werden. Daran solle sich die AfD lieber konstruktiv beteiligen.

    Das Abstimmungsergebnis überraschte nach dieser Debatte nicht. Nur Die AfD stimmte für ihren Antrag, alle anderen Fraktionen stimmten dagegen.

  • Harburg. Schon seit Monaten war der Platz des Vorsitzenden der Harburger Bezirksversammlung leer geblieben. Manfred Schulz (SPD) war aus gesundheitlichen Gründen daran gehindert, diese Funktion wahrzunehmen. Nun hat er den Fraktionen seinen Rücktritt zum 31. Januar mitgeteilt.

    „Ich bedauere dass Manfred Schulz aufgrund seiner Krankheit zurücktreten musste", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath. „Es ist aber leider zur Zeit nicht so, dass absehbar eine Besserung eintritt, so dass er wieder die Sitzungen leiten kann. Das ist menschlich tragisch."

    Sein Abgeordnetenmandat behält Manfred Schulz vorerst – eine Rückkehr in die aktive Politik ist also angekündigt. „Ich wünsche ihm, dass er weiter genest und danke ihm sehr für die jahrzehntelange Arbeit, die er bisher in verschiedenen Funktionen, zu Letzt in der des Vorsitzenden der Bezirksversammlung, geleistet hat", dankt ihm Heimath. Auch die anderen Fraktionen der Bezirksversammlung wünschen Schulz eine schnelle Genesung.

    Stellt sich nun die Frage eines Nachfolgers für Manfred Schulz. Dieses heiße Eisen hat die Fraktion nach Bekunden Heimaths auch in der langen Zeit von Schulz Abwesenheit noch nicht angefasst. „Wir werden in der Fraktion über seine Nachfolge beraten und dann einen Vorschlag machen." Der dürfte mit Spannung erwartet werden, offenbart ein solcher Vorschlag doch gerade bei der SPD oftmals, wie es um innerparteiliche Machtkonstellationen und Bündnisse steht. Ambitionen auf Schulz Nachfolge werden dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Arend Wiese aus Neugraben-Fischbek nachgesagt.

  • Harburg. Schockstarre war es, die im Herbert-Wehner-Haus, der Harburger SPD-Zentrale, bei der 18-Uhr-Prognose herrschte. Nicht Enttäuschung oder Überraschung stand den Genossen ins Gesicht geschrieben, sondern blankes Entsetzen. Natürlich wusste man um die Umfragen - aber es ist schon etwas anderes, wenn man die Zahlen unerbittlich dann auf der Leinwand bestätigt oder sogar noch die schlimmsten Befürchtungen übertroffen sieht. Es war der Moment, in dem der eh schon sehr dünne Strohhalm brach, an den sich die Genossen bis zum Schluss geklammert hatten.

    Sichtlich und hörbar angeschlagen trat Harburgs SPD-Chef Frank Richter kurz nach 18 Uhr vor die Genossen: „Das Ergebnis der AfD ist ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten.“ | Foto: Niels Kreller
    Sichtlich und hörbar angeschlagen trat Harburgs SPD-Chef Frank Richter kurz nach 18 Uhr vor die Genossen: „Das Ergebnis der AfD ist ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten.“ | Foto: Niels Kreller

    Sichtlich und hörbar angeschlagen trat dann kurz nach 18 Uhr Harburgs SPD-Chef Frank Richter vor seine Partei. „Das Ergebnis der AfD ist ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten“, so Richter. Es zeige aber auch, dass sie nicht einfach „das Volk“ seien. „Sie sind weit davon entfernt“, machte Richter den Genossen Mut. Man werde das Ergebnis der AfD auch in Harburg analysieren. Nicht alle Wähler dieser Partei seien Rechtsextremisten. „Wir werden aber jetzt Menschen im Bundestag sehen, die mit Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit nichts zu tun haben. Dafür aber hat die SPD in ihrer Geschichte immer gestanden, auch 1933“, formulierte Richter die Kampfansage in Richtung AfD. Zum ersten Mal Applaus kam im Herbert-Wehner-Haus auf, als der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann verkündete, dass die Partei in die Opposition gehen werde.

    Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer denkt nach der Wahl über ein neues Einwanderungsesetz nach. | Foto: Niels Kreller
    Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer denkt nach der Wahl über ein neues Einwanderungsesetz nach. | Foto: Niels Kreller

    Auch bei der CDU im Landhaus Jägerhof war die Stimmung verhalten. Zwar war die CDU stärkste Partei geworden, aber die großen Verluste und auch das Ergebnis der AfD hinterließen auch hier ihre Spuren. „Was im Gegensatz zu den letzten Umfragen dann rausgekommen ist, ist enttäuschend“, stelle Harburgs CDU-Chef und Fraktionsvorsitzender Ralf-Dieter Fischer fest, Das Positive sei, dass die CDU stärkste Kraft geworden sei und einen klaren Regierungsauftrag habe. Aufgabe der CDU sei es nun, die zur AfD abgewanderten Wähler zu gewinnen. „Viele des Spitzenpersonals der AfD sind rechtsradikal, aber bei Weitem nicht alle ihre Wähler“, so Fischer. Großen Anteil habe die Integrationsfrage gehabt, da müsse man jetzt Lösungen finden. „Vielleicht ein Einwanderungsgesetz, wie es die USA, Kanada und Australien haben.“ Die Bildung einer Jamaikakoalition hält Fischer für schwierig, vor allem bei der Frage der Verteilung der Ministerposten. Was, wenn Angela Merkel jemanden wie Schäuble, eine Integrationsfigur des rechten Parteiflügels, dann nicht mehr ins Kabinett bekäme?

    Die Wahlergebnisse im Bezirk Harburg und dem Wahlkreis Harburg-Bergedorf-Wilhelmsburg und den Landkreisen Harburg und Stade hielten im Vergleich zum Wahlergebnis auf Bundesebene keine Überraschungen bereit. Als Direktkandidaten ziehen für Harburg-Bergedorf-Wilhelmsburg Metin Hakverdi (SPD), für den Landkreis Harburg Michael Große-Brömer (CDU) und für den Wahlkreis Stade I-Rothenburg II Oliver Grundmann (CDU) in den Bundestag ein. Angesichts des desaströsen Ergebnisses der SPD war es dann auch nicht überraschend, dass sie ím Bezirk Harburg mit 26,4% der Stimmen hinter der CDU (27,1%) landete.

    Hier geht es zum Kommentar: Meine Meinung: Die Wahl ist eine Chance für die Demokratie

    Zweitstimmenergebnisse aus dem Geebiet

    Bezirk Harburg
    SPD 26,4 %
    CDU 27,1 %
    GRÜNE 10,3 %
    DIE LINKE. 10,6 %
    FDP 8,9 %
    AfD 11,8 %

    Wahlkreis LK Harburg
    CDU 35,9 %
    SPD 22,0 %
    GRÜNE 10,2 %
    DIE LINKE. 6,3 %
    FDP 11,7 %
    AfD 10,0 %

    Wahlkreis Stade I – Rothenburg II
    CDU 38,90 %
    SPD 24,56 %
    GRÜNE 8,22
    DIE LINKE. 6,28 %
    FDP 9,55 %
    AfD 8,89 %

  • Harburg. Die Zahlen sind alarmierend: 59 Prozent der zehnjährigen Kinder sind laut einer Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Hannover keine sicheren Schwimmer. Die Gründe dafür liegen nicht nur im familiären Bereich, sondern auch in der Schule. Während bei den über 60-jährigen noch 56 Prozent in der Grundschule das Schwimmen lernten, sind es bei den 14-29jährigen nur noch 36 Prozent. Mittlerweile haben laut der Studie nur noch 25 Prozent der Grundschulen einen Zugang zu einem Bad.

    In Hamburg gibt es Schwimmunterricht nur jeweils ein halbes Jahr in Jahrgang 3 und 4. Wer danach kein Jugendschwimmabzeichen hat, für den hält das System keine systematische Hilfe mehr bereit. „Als sicherer Schwimmer kann nur gelten, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze sicher beherrscht. Alle Experten, Sportwissenschaftler und unsere Ausbilder sind sich einig, dass die Prüfungsanforderungen des Seepferdchens dafür zu gering sind“, so Achim Haag, Vizepräsident der DLRG.

    Diese Zahlen schlagen sich auch in einer traurigen Statistik nieder: 2016 stieg die Zahl der Ertrunkenen in Deutschland laut DLRG auf ein Zehnjahreshoch. Dramatisch ist der Anstieg bei den Kindern: Die Zahl der ertrunkenen Kinder bis 15 Jahre verdoppelte sich 2016 von 25 auf 46 nahezu. Bei den Badeunfällen ohne Todesfolge sieht es noch schlechter aus.

    Bürgerbegehren möchte ein weiteres Schwimmangebot in Harburg

    Auch in Harburg ist die Situation nicht akzeptabel – findet die Initiative „Yes We Swim“, die nun mit einem Bürgerbegehren ein weiteres Schwimmangebot in Harburg fordert. Zu einer geeigneten Schwimmhalle gehören laut den Initiatoren eine 25 Meter-Bahn, ausreichende Wassertiefe (5 Meter), Startblöcke, ein Sprungturm mit mindestens einem 1 Meter- und einem 3-Meter-Brett sowie hygienische und für (Vor-)Schulklassen ausgerichtete Umkleiden und Sanitäreinrichtungen. „Diese Voraussetzung bietet das MidSommerland-Bad nicht. Und umliegende Bäder sind schwer erreichbar, überlastet oder erst gar nicht ausreichend ausgestattet“, so die Initiative.

    Auch seien die Schwimmkurse in Harburg und Umgebung für Nichtschwimmer schon über Jahre hinaus ausgebucht. Dabei lautet die allgemeine Empfehlung, die Kinder mit spätestens drei Jahren für einen Schwimmkurs anzumelden.

    Bürgerbegehren läuft gut an

    Das Logo der Initiative entwarf Evelyn Remboldt, Schüöerin an der Katholischen Schule Harburg.
    Das Logo der Initiative entwarf Evelyn Remboldt, Schüöerin an der Katholischen Schule Harburg.

    Seit 2. Oktober wird gesammelt. So zum Beispiel am Samstag an der Ecke Sand/Hölertwiete. Und das erfolgreich: „Trotz des schlechten Wetters haben wir in zwei Stunden gut 500 Unterschriften gesammelt“, freute sich Mitinitiatorin Luiza Raguse. Nicht verwunderlich, denn eine weiteres Schwimmangebot ist auch aus weiteren Gründen erforderlich. Schließlich soll die Zahl der Einwohner im Bezirk in den nächsten Jahren deutlich wachsen.

    Bis zum 1. April 2018 hat die Initiative nun Zeit die erforderlichen 3.680 Unterschriften zu sammeln. Allerdings: Ein erfolgreiches Bürgerbegehren oder gar ein Bürgerentscheid ist für das Bezirksamt nicht bindend. Es hat lediglich den Charakter einer Empfehlung an die zuständige Fachbehörde.

    SPD-Fraktionschef Heimath: Zumutbar nach Wilhelmsburg oder Neugraben zu fahren

    Aufgrund des Themas rechnet man aber mit deutlich mehr – um die 10.000. Und das mag ja auch genügend Druck auf die Politik ausüben, eine solche Schwimmmöglichkeit zu schaffen. Dieser Druck scheint auch nötig zu sein, wollen die Initiatoren Erfolg haben. Denn Harburgs SPD- Fraktionschef Jürgen Heimath hat dem Anliegen schon mehr oder weniger eine Absage erteilt. „Das Problem der Schwimmausbildung von Kindern begleitet uns schon länger“, so Heimath gegenüber besser-im-blick.

    Es sei zwar nicht perfekt, aber „seitens der Schule zumutbar nach Wilhelmsburg oder Neugraben zu fahren.“ Die Situation der Kinder sei zwar verbesserungsbedürftig, das könne aber auch mit einem Ausbau der MidSommerland geschehen. „Die Schule muss dafür sorgen, dass der Schwimmunterricht ausreichend stattfindet“, sieht Heimath die Verantwortung für die Rahmenbedingungen nicht bei der Politik, sondern bei den Schulen und der Behörde.

    Wer unterschreiben oder gar selbst sammeln möchte, der kann sich die Unterschriftenliste als PDF hier herunterladen.

  • Harburg. Auf der einen Seite wollen sich die Menschen von der Bedrohung durch Anschläge auf Straßenfeste etc. nicht vom Feiern abhalten lassen. Dann hätten die Terroristen gewonnen, heißt es. Auf der anderen Seite ist es erforderlich, Großveranstaltungen vor Anschlägen zu schützen. Dadurch entstehen Kosten – Polizeischutz, Hindernisse und alles will bezahlt werden. Wer aber soll die Kosten tragen?

    Dass die Veranstalter dies nicht oder zumindest nicht allein können oder wollen, das ist an den Beispielen Alstervergnügen und Fanfest auf dem Heiligengeistfeld deutlich geworden. Ersteres ist deshalb sogar in diesem Jahr abgesagt worden.

    Die CDU-Fraktion fordert deshalb in der Bezirksversammlung, dass das Bezirksamt zusammen mit der Polizei im Ausschuss für Inneres, Bürgerservice und Verkehr zunächst einmal darstellt, welcher Aufwand für Harburger Freizeitveranstaltungen (beispielsweise Binnenhafenfest, Discomove, Außenmühlenfest) betrieben werden muss und ob es vermieden werden kann, dass die Veranstalter diese Kosten tragen müssen.

  • Winsen/Kakenstorf. 70 Jahre CDU-Kreisverband Harburg-Land - ein Grund zum Feiern. Unter diesem Motto lädt die CDU im Landkreis Harburg zu einem Jubiläumsball ein. Das Fest findet am Sonnabend, 20. Oktober, ab 19 Uhr im Landgasthof „Zum Estetal“ in Kakenstorf statt. Im Jahr 1948, rund dreieinhalb Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, war der Kreisverband mit circa 40 Mitgliedern gegründet worden. Mit aktuell 1.800 Mitgliedern zählt der Kreisverband heute zu den größten in Niedersachsen, innerhalb des Bezirksverbands ist der CDU-Kreisverband sogar der größte.

    Im Rückblick auf die 70-jährige Geschichte hat die CDU-Kreisvorsitzende Britta Witte aus Jesteburg festgestellt, dass die CDU im Landkreis Harburg immer bereit war, Verantwortung für den Landkreis und die Gemeinden zu übernehmen. Britta Witte: "Viele gute Projekte und Initiativen sind durch die CDU oder durch Unterstützung der CDU entstanden. Einen eindrucksvollen Blick auf die politische Arbeit und die Geschichte der CDU Harburg-Land bietet die Chronik, die für das Jubiläum erstellt worden ist. Zudem wurden Highlights in einem Kurzfilm von Jürgen A. Schulz zusammengestellt."

    Die Chronik und der Kurzfilm werden während des Jubiläumsballs erstmalig vorgestellt und bietet den Gästen Gelegenheit, sich über die politische Arbeit der vergangenen 70 Jahre auszutauschen. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Band „Top-Secret“, für das leibliche Wohl das Team vom Landgasthof „Zum Estetal“. Der Ball bietet außerdem die Gelegenheit, mit zahlreichen politischen Vertretern ins Gespräch zu kommen und das Jubiläum schwungvoll zu feiern.

    Bei der Tombola gibt hochwertige Preise zu gewinnen. Eintrittskarten können zum Preis von 15 Euro im Bürgerbüro in der Rathausstraße 7 in Winsen oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt und erworben werden.

    Bescheidener Start mit 40 Mitgliedern

    Kakenstorf/Jesteburg. Dass die Christlich Demokratische Union (CDU) im Landkeis Harburg 1948 mit gerade mal 40 Mitgliedern startete, erst in den 1960er-Jahren so richtig Fahrt aufnahm und im Jahr 1965 die als "magisch" bezeichnete Zahl von 300 Mitgliedern erreichte, stellte die heutige Kreisvorsitzende Britta Witte aus Jesteburg bei ihren Recherchen über die Geschichte der Kreis-CDU erstaunt fest.

    Danach ging es im Vergleich zu den bescheidenen Anfängen fast "rasant" zu. Kurz vor der Gebietsreform Anfang 1972 lag die Zahl der CDU-Mitglieder im Landkreis Harburg bei 876 Mitgliedern, doch schon ein gutes Jahr später, zum Kreisparteitag 1973, waren es fast doppelt so viele - 1403 Mitglieder. Der unvergessene langjährige Kreisvorsitzende Dr. Ehrhart Glaser aus Nenndorf führte den plötzlichen enormen Mitgliederzuwachs auf die damals anstehenden Kommunalwahlen in den neu zugeschnittenen Einheits- und Samtgemeinden im Landkreis Harburg zurück.

    1976/77 gab es einen weiteren Mitgliederschub. Er hing unter anderem mit der Ablösung der damaligen SPD-Regierung in Hannover durch Ernst Albrecht, dem Vater der heutigen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, zusammen. Damals wurde das 2000. CDU-Mitglied im Landkreis Harburg begrüßt. 1986 waren es sogar 2872 Personen, die sich für eine Mitgliedschaft bei den Christdemokraten entschieden hatten.

    Aber nicht nur die Zahl der Mitglieder macht die CDU Harburg-Land so stark. Aus ihren Reihen kamen und kommen noch heute viele Politiker, die auf der gesamtdeutschen Politbühne eine besondere Rolle einnahmen und einnehmen. Mit Heinrich Meyer-Hüdig bekam der Landkreis Harburg in Ehestorf-Alvesen 1946 Deutschlands jüngsten Bürgermeister, und am Ende war er mit 55 Amtsjahren auch der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit.

    Herbert Helmrich aus Buchholz wurde 1992 Minister für Justiz-, Bundes- und Europaangelegenheiten in Mecklenburg-Vorpommern. Axel Gedaschko aus Buchholz gelang der Sprung in den Hamburger Senat - 2006 als Staatsrat und 2008 als Wirtschaftssenator. Und heute stellen wir mit Michael Grosse-Brömer den Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU und mit Dr. Bernd Althusmann den stellvertretenden Ministerpräsidenten, den Landesvorsitzenden der CDU Niedersachsen und den Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

    Im Mitglieder stärksten Jahr 1986, aber auch noch in den vergangenen drei Jahrzehnten, als die Mitgliederzahl um rund 1000 Mitglieder abnahm, war und ist die Landkreis-CDU der größte Kreisverband im Bezirk Nordost- Niedersachsen. Keineswegs tröstlich ist die Tatsache, dass alle Parteien seit Jahrzehnten unter Mitgliederschwund leiden.

    Im Vergleich mit anderen Parteien steht die CDU im Landkreis Harburg nach Meinung ihrer Chefin Britta Witte noch recht gut da: "Bei dem Versuch einer Analyse über die Hintergründe der negativen Mitgliederentwicklung hat es mich erschreckt, dass Dr. Glaser schon vor 20 Jahren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen ist, wie wir heute und schon damals die gleichen Verbesserungsansätze diskutiert
    wurden haben, wie wir sie auch heute noch diskutieren."

    Britta Witte beklagt auch den mangelnden Respekt vor Menschen, die sich auch heute noch engagieren - egal, ob haupt- oder ehrenamtlich. „Respekt und Anerkennung für den Einsatz zum Allgemeinwohl sinken zusehends, unabhängig davon, ob in einem Verein, bei der Polizei, der Feuerwehr oder eben in der Politik. Daher scheuen heute bereits viele Menschen die öffentliche Aufmerksamkeit. Sie fürchten sich vor Angriffen in der Presse und in den sozialen Medien. Nicht zu vergessen der teilweise hohe Zeitaufwand, der neben Familie und Beruf einem
    ehrenamtlichen Engagement entgegensteht."

    Die CDU-Kreischefin: "Wir müssen für Frauen und Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren attraktiver werden und sie gezielt ansprechen. Das ist auch für unseren Kreisverband, mit einem Durchschnittsalter seiner Mitglieder von etwas über 60 Jahren, geradezu überlebenswichtig!" Britta Witte macht darauf aufmerksam, dass die CDU im Landkreis Harburg eine Menge zu bieten hat. "Wer sich bei uns engagieren möchte, findet dazu zahlreiche Möglichkeiten - in den Ortsverbänden, in der Jungen Union, in der Seniorenunion, in diversen Arbeitskreisen und auch in der MIT, der Mittelstandsvereinigung der CDU."

    Ihr Fazit: "Der CDU-Kreisverband Harburg-Land hat eine spannende 70-jährige Geschichte. Viele interessante Persönlichkeiten haben sich im Laufe der Jahre für die Partei engagiert und viele tun es noch heute. Die Geschicke dieses prosperierenden Landkreises Harburg wurden und werden maßgeblich durch die Christlich Demokratische Union bestimmt."

  • Harburg. Am 9. November jährt sich die Reichspogromnacht. Am 9. November 1938 brannten die Nazis im gesamten Gebiet des Deutschen Reiches Synagogen und jüdische Einrichtungen nieder, drangsalierten Menschen jüdischen Glaubens, ermordeten und verhafteten sie. In Harburg geschah dies einen Tag später, am 10. November: Die Leichenhalle auf dem Jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg ging in hellen Flammen auf, die Tür der Harburger Synagoge in der Eißendorfer Straße wurde gewaltsam aufgebrochen. Am nächsten Tag stand in der Harburger Tageszeitung, dass sich eine empörte Volksmenge spontan zusammengefunden hätte, um ihrer berechtigten Entrüstung über den feigen Anschlag eines Juden auf einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris drastischen Ausdruck zu verleihen.

    Damit dies nie wieder geschehe, veranstaltet die Initiative Gedenken in Harburg seit vielen Jahren rund um den 10. November die Harburger Gedenktage, eine Reihe mit Veranstaltungen. Um aufzuklären, um zu erinnern.

    „Erinnern für die Zukunft“ ist in diesem Jahr das Motto. Und damit dieses Motto weit trägt, hat die Initiative die Gedenktage auf neue, breite Füße gestellt. „In den letzten Jahren gab es ein bestimmtes Thema und die Initiative hat alles allein gestaltet. Das schloss andere aus, die in diesem Bereich auch aktiv sind. Deshalb haben wir in diesem Jahr kein spezielles Thema gesetzt“, erklärt Klaus Barnick von der Initiative Gedenken in Harburg das neue Konzept.

    Das ganze Jahr über hat sich die Initiative um Partner gekümmert. Und das war von Erfolg gekrönt. So sind zum Beispiel das Alexander von Humboldt-Gymnasium und das Friedrich-Ebert-Gymnasium mit dabei, das Regionale Bildungs- und Beratungszentrum Harburg, der Verein welt*RAUM aus der Sauerkrautfabrik, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA), die Bücherhalle, die Geschichtswerkstätten aus Harburg und Wilhelmsburg, die Kulturwerkstatt und einige mehr.

    Und es ist ein vielfältiges Programm, das in diesem Jahr auf die Beine gestellt wurde. Eine zentrale Veranstaltung bleibt dabei das Gedenken am 10. November. Um 17 Uhr ist Auftakt am Jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg. Von dort geht es im Schweigemarsch in die Eißendorfer Straße / Ecke Knoopstraße. Dort steht das Portal der zerstörten Synagoge.

    Spannend dürfte die Veranstaltung zur Wehrmachtsausstellung am 23. November (18:30 Uhr im Friedrich-Ebert-Gymnasium) werden. Dort ist Hannes Heer vor Ort, um über die Auseinandersetzung rund um die eindrucksvolle Ausstellung zu berichten und mit den Gästen zu diskutieren. Viele Konservative und Rechtsextreme hatten die Ausstellung, die die Gräuel der Wehrmacht auf ihrem Vernichtungsfeldzug im Osten aufarbeitete, als „Nestbeschmutzung“ diffamiert, Fälschungsvorwürfe wurde erhoben, um die Ausstellung unglaubwürdig zu machen.

    Einen Tag vorher, am 22. November, lädt der Verein welt*RAUM zu einem brisanten Abend in die Sauerkrautfabrik ein. Unter dem Titel „Nazis aufs Maul – und dann?“ wollen die Veranstalter Wege der Intervention gegenüber Rechtsextremen aufzeigen und diskutieren. Was ist richtig- Outing, gesellschaftliche Ausgrenzung und Einschüchterungen? Hierzu wird ein Harburger Aussteiger aus der Neonaziszene von seinen Erfahrungen berichten

    Das ganze Programm der Gedenktage 2017 sind hier als PDF auf der Webpage der Initiative zu finden.Das ganze Programm der Gedenktage 2017 sind hier als PDF auf der Webpage der Initiative zu finden.

  • Harburg. Am 9. November jährte sich die Reichspogromnacht. Am 9. November 1938, vor 80 Jahren, brannten die Nazis im gesamten Gebiet des Deutschen Reiches Synagogen und jüdische Einrichtungen nieder, drangsalierten Menschen jüdischen Glaubens, ermordeten und verhafteten sie. In Harburg geschah dies einen Tag später, am 10. November: Die Leichenhalle auf dem Jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg ging in hellen Flammen auf, die Tür der Harburger Synagoge in der Eißendorfer Straße wurde gewaltsam aufgebrochen. Am nächsten Tag stand in der Harburger Tageszeitung, dass sich eine empörte Volksmenge spontan zusammengefunden hätte, um ihrer berechtigten Entrüstung über den feigen Anschlag eines Juden auf einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris drastischen Ausdruck zu verleihen.

    Damit dies nie wieder geschehe, veranstaltet die Initiative Gedenken in Harburg seit vielen Jahren am Samstag, 10. November zusammen mit der Bezirksversammlung Harburg eine öffentliche Gedenkkundgebung anlässlich des Jahrestages. Um aufzuklären, um zu erinnern.

    Um 17 Uhr geht es am jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg los. Von dort geht es zum Synagogenmahnmal Knoopstraße/Ecke Eißendorfer Straße. Als RdnerInnen werden Klaus Barnick (Initiative Gedenken in Harburg), Birgit Rajski (Vors. Harburger Bezirksversammlung), Anne Arnholz (Pastorin der St. Pauluskirche Harburg) und Sophie Fredenhagen (Bezirksamtsleiterin Harburg) sprechen.

    Es gibt noch weitere Veranstaltung der Harburger Gedenktage, die jährlich rund um diesen Gedenktag stattfinden: Das ganze Programm der Gedenktage 2018 ist auf der Webpage der Initiative zu finden.

  • Harburg. Das Bürgerbegehren „Yes We Swim“, das eine neue Schwimmmöglichkeit in Harburg fordert, war Thema der Aktuellen Stunde am Dienstag in der Bezirksversammlung. Damit soll das Schulschwimmen verbessert werden. Denn immer mehr Kinder können am Ende der Grundschulzeit nicht ausreichend schwimmen. Da kann es nicht sein, dass die Kinder auch noch aus Harburg nach Neugraben oder Wilhelmsburg für den Unterricht fahren müssen – findet die Initiative (besser-im-blick-berichtete: Bürgerbegehren „Yes We Swim“ für eine weitere Schwimmhalle in Harburg gestartet).

    Eigentlich sind in der Harburger Bezirksversammlung alle für das Bürgerbegehren. Außer der stärksten Fraktion, der SPD. Diese hatte schon im Vorwege durch ihren Fraktionsvorsitzenden Jürgen Heimath bekunden lassen, dass sie es durchaus für ausreichend und zumutbar hält, dass die Kinder während der Schulzeit die Wege nach Neugraben und Wilhelmsburg auf sich nehmen müssen. Aber, so betonte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Claudia Loss, sei der SPD-Fraktion das Schwimmen selbstverständlich sehr wichtig. Man habe auch – seit man also die SPD also Olaf Scholz – wieder Regierung in Hamburg sei, viel Geld da reingesteckt und ein neues Konzept auf den Weg gebracht. „Natürlich kann man sich Schwimmbäder überall in der Stadt wünschen, aber es gibt auch kein Grundrecht auf ein fußläufiges Schwimmbad“, so Loss.

    André Lenteh von den Linken forderte CDU-Chef Ralf-Dieter Foscher auf, in der Sache um das Bürgerbegehren
    André Lenthe von den Linken forderte CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer auf, in der Sache um das Bürgerbegehren "Yes We Swim" bissiger zu werden. | Foto: Niels Kreller

    Linke: schwimmen ist eine soziale Frage

    Ganz anders sah dies André Lenthe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Die Linke, die das Thema eingebracht hatte. Er verwies darauf, dass Harburg durchzogen ist mit Wasser. „Neben der Süderelbe und der Außenmühle gibt es zahlreiche kleine Seen, Flüsse, Bäche und Wettern. Die Fähigkeit das Schwimmen zu erlernen kann also Lebenswichtig sein!“ Er berichtete, was ihm seine 10-jährige Nichte vom Schulschwimmen erzählt habe. Dass sie nur 10 Minuten hätten, sich umzuziehen um dann ein paar Schwimmübungen zu machen. Die Duschen und Umkleiden seien oft schon (oder immer noch) von anderen Schülern belegt und dreckig. Meistens schafften sie es nicht einmal, die Haare zu trocknen.

    „Schwimmen lernen oder schwimmen zu gehen ist auch eine soziale Frage“, so Lenthe und verwies auf eine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft. „In den Schulen, in denen vor allem Kinder aus einkommensschwachen und armen Familien sind, können 80 Prozent der Kinder fast gar nicht schwimmen, und 42 Prozent können überhaupt nicht schwimmen. In den edlen Stadtteilen unserer Stadt, in denen die Reichen wohnen, in denen die wohnen, denen es gut geht, die auf der Sonnenseite sind, ist es fast genau umgekehrt.“

    Unterstützung bekam Lenthe von ungewohnter Seite: CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer erklärte, dass die CDU das Bürgerbegehren Rückhaltlos unterstütze. Das Pinguin-Abzeichen, wie es das Bäderland Hamburg verleihe, sei ebenso wie das Seepferdchen nicht ausreichend. „Die DLRG sagt Bronze“, so Fischer.

    Im weiteren Verlauf der Sitzung beschloss die Bezirksversammlung noch einstimmig einen Antrag der Großen Koalition. Nun sollen sachkundige Vertreter der DLRG, des Hamburger Schwimmverbandes e.V. sowie der Schulbehörde und von Bäderland Hamburg in den Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeitgestaltung eingeladen werden, um dort über die Situation im Bezirk zu informieren und ihre Vorschläge zu unterbreiten. Dass ein solcher Berichtsantrag den Linken nicht reicht, machte André Lenthe zum Schluss der Aktuellen Stunde der CDU deutlich. „Herr Fischer, geben sie doch jetzt noch nicht auf. Sie sind doch ein Terrier, beißen sie mal zu“, rief Lenthe dem CDU-Fraktionsvorsitzenden zu, der dafür bekannt ist, öfter mal mit markigen Worten in die Schlacht zu ziehen. Fischer quittierte die Aufforderung mit einem lachenden „Terrier ist zu klein – Deutsche Dogge!“ Man wird sehen, was zutrifft.

  • Winsen. In 2018 haben wir zahlreiche Weichen gestellt, um unsere Region als Wohn- und Wirtschaftsstandort noch weiter nach vorn zu bringen. Investitionen in den Breitbandausbau, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, Energiespar- und Umweltprojekte, Kultur und Ehrenamt sowie Wirtschaftsförderung und Fachkräftegewinnung – der Landkreis Harburg ist auf vielen Ebenen aktiv, um Bürgerinnen und Bürgern wie auch Unternehmen ein attraktives Lebens- und Arbeitsumfeld zu bieten. Steigende Bevölkerungszahlen und positive Wirtschaftsbilanzen zeigen: Das gelingt. Schon jetzt ist der Landkreis Harburg eine lebendige Region mit hoher Lebensqualität und einem guten Nährboden für wirtschaftlichen Erfolg. Das soll so bleiben.

    Die erfolgreichen Bemühungen von Landkreis und Kommunen um Wirtschaftsansiedlungen zahlen sich aus, auch die gute Wirtschaftslage macht sich positiv bemerkbar: Der Landkreis Harburg verfügt über eine robuste Haushaltssituation. Der Haushalt 2018 hat ein Volumen von rund 389 Millionen Euro, es ist ein Überschuss in Höhe von 20,2 Millionen Euro zu erwarten. Dieser ist unter anderem auf die um rund 5,8 Millionen Euro gestiegenen Schlüsselzuweisungen des Landes zurückzuführen. Den größten Anteil an den Aufwendungen hat der Bereich Soziales (65 Prozent). Auch wenn die Kosten für die Unterbringung von Geflüchteten sinken, muss der Landkreis in diesem Bereich ein Defizit von über 10 Millionen Euro tragen. Um sich fit für die Zukunft zu machen, hat der Landkreis gut 53,1 Millionen Euro an Investitionen geplant. Das Geld ist vor allem für die Infrastruktur des Landkreises, besonders die Kreisstraßen und den Breitbandausbau, und den Bildungsbereich bestimmt. Bis 2026 will der Landkreis über 110 Mio. Euro in seine eigenen Schulen investieren.

    Investitionen in den Wohnungsbau und in die digitale Zukunft

    Der Landkreis ist ein beliebter Wohnort – nicht zuletzt durch seine Nähe zu Hamburg. Doch wo die Nachfrage groß ist, steigen die Preise. Um bezahlbaren Wohnraum im Landkreis Harburg zu schaffen, wurde 2017 die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft (KWG) gegründet. Im Januar 2019 wird das Richtfest am ersten Bauprojekt in der Samtgemeinde Salzhausen gefeiert. Dort entsteht ein Mehrparteienhaus mit zehn Wohneinheiten. Die Planungen für weitere Bauprojekte in Jesteburg, Winsen, Rosengarten, Hanstedt und der Samtgemeinde Elbmarsch laufen. Wir gehen davon aus, in 2019 mit dem Bau von über 100 Wohnungen beginnen zu können.

    Hochgeschwindigkeitsinternet ist ein wichtiger Standortfaktor, deshalb arbeitet die Kreisverwaltung in Kooperation mit 25 Gemeinden intensiv daran, die weißen Flecken im Kreisgebiet zu schließen, die noch keinen Internetzugang mit mindestens 30 Mbit/s haben. Im April haben der Landkreis Harburg und der Oldenburger Telekommunikations- und Energieanbieter EWE eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Bund und Land fördern den Breitbandausbau mit insgesamt 23,5 Millionen Euro. Den Eigenanteil von rund 12,5 Millionen Euro teilen sich Landkreis und Gemeinden zu jeweils 50 Prozent. Neben der Versorgung von nahezu 7.000 privaten und gewerblichen Anschlüssen mit Breitband-Internet ist geplant, sämtliche kreiseigenen Schulen und optional auch alle anderen Schulen im Landkreis an das Glasfasernetz anzuschließen. In 2019 soll die europaweite Bauausschreibung des passiven Leerrohrnetzes stattfinden und die ersten Spatenstiche sind geplant.

    Immerhin: Laut einer aktuellen Statistik der Bundesregierung verfügen 84,3 Prozent aller Haushalte im Landkreis Harburg über einen Breitbandanschluss von mindestens 50 Mbit/s (zum Vergleich: LK Heidekreis 75,4 %, LK Lüneburg 73 %, LK Rotenburg/Wümme 63,4 %).

    Zudem wurde 2018 die Zusammenarbeit von Kreisverwaltung und einigen Kommunen im IT-Bereich intensiviert. Gemeinsam wurde die „ITK“, das Kommunalunternehmen IT-Kooperation Landkreis Harburg, als Anstalt öffentlichen Rechts gegründet.

    Der Landkreis als Arbeits- und Wirtschaftsstandort

    Viele junge Menschen wissen noch nicht genau, wohin ihr beruflicher Weg sie führen soll – auf der anderen Seite suchen Unternehmen händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs, um dem wachsenden Problem des Fachkräftemangels zu begegnen. Hier vermittelt der Landkreis Harburg mit seinem neuen Online-Ausbildungsportal „Matchpoint“, das im September ans Netz gegangen ist. Unter dem Motto „Profis suchen Persönlichkeiten“ präsentieren Firmen aus dem Landkreis Harburg ihre Ausbildungsangebote, Jugendliche können gezielt nach Berufen oder Betrieben suchen oder sich von ihren Interessengebieten leiten lassen.

    Ein attraktives Umfeld für Wirtschaft und Wissenschaft sowie neue Arbeitsplätze sollen in Buchholz entstehen: Im Technologie- und Innovationspark (TIP) werden hochinnovative Unternehmen, klassisches Gewerbe und der „Nordheide-Campus“ vereint. Die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg (WLH) plant auf einem rund 25 Hektar großen Gelände eines der spektakulärsten Bauprojekte im Landkreis Harburg. Mit insgesamt acht wissenschaftlichen Institutionen hat die WLH bereits Kooperationsvereinbarungen getroffen. Der „Nordheide-Campus“ bildet den Kern des TIP: Hier soll der Austausch zwischen den universitären Einrichtungen selbst, aber insbesondere der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen stattfinden.

    Erfreulich: Der Landkreis Harburg belegt beim aktuell veröffentlichten Regionen-Ranking des Instituts für Mittelstandsforschung, Bonn (IfM) zu „Neuen Unternehmerischen Initiativen“ (NUI) mit Rang 22 von insgesamt 401 Landkreisen und kreisfreien Städten erneut den Spitzenplatz in Niedersachsen und landet damit vor der Hansestadt Hamburg.

    Natur und Umwelt im Blick

    Nach den positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr hat der Landkreis Harburg das erfolgreiche Projekt „Clever heizen“ in 2018 fortgeführt. Die Kampagne, die der Landkreis in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durchführt, zeigt Bürgerinnen und Bürgern, wie sie Energie sparen, das Klima schützen und gleichzeitig den eigenen Geldbeutel schonen können. Weitere Beispiele für das Engagement der Kreisverwaltung in Sachen Klimaschutz sind die Solarberatungskampagne „Solar-Check plus“ und das Energiesparprojekt „Dreh ab!“, an dem in 2018 insgesamt 18 Schulen mit rund 10.000 Schülerinnen und Schülern teilgenommen haben. In 2019 werden sogar 19 Schulen als Energiesparschulen ausgezeichnet.

    Auch der Landkreis selbst wurde 2018 ausgezeichnet als Europäische Energie- und Klimaschutzkommune. Die Zertifizierung (ein internationales Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz) gilt für vier Jahre, der Landkreis Harburg ist einer von zwei Landkreisen und vier Städten in Niedersachsen mit dieser Auszeichnung.

    Fahrrad statt Auto fahren – auch das ist ein Beitrag zum Umweltschutz. Um den Umstieg noch attraktiver zu machen, hat der Landkreis Harburg in 2018 insgesamt 792 neue Fahrradbügel an 178 unterschiedlichen Standorten angeschafft. Das Kooperationsprojekt „Bügel your Bike“ wurde mit 17.800 Euro über das LEADER-Programm von der EU gefördert. Die neuen Fahrradbügel stehen unter anderem an Bahnhöfen, Kirchen, Rathäusern, Bushaltestellen, Kindertagesstätten, Freibädern, Jugendzentren und Sportplätzen. Fahrräder können hier sicher angeschlossen und somit vor Diebstahl geschützt werden – ein weiterer Schritt in Richtung fahrradfreundlicher Kommune.

    Über die Landkreisgrenzen hinaus denken wir beim Thema Hochwasserschutz. Mitte Juli hat der Landkreis Harburg gemeinsam mit 23 weiteren Partnern die Kooperationsvereinbarung zur „Hochwasserschutz-Partnerschaft Este“ unterzeichnet. Mitglieder sind die Kommunen an der Este, die Landkreise Stade und Harburg, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die für Deiche und Entwässerung zuständigen Verbände. Ziel der Partnerschaft ist es, in einem ersten Schritt ein integriertes Hochwasserschutzkonzept zu erstellen.

    In 2018 wurden auch die Voraussetzungen für die neue Biotonne im Landkreis Harburg geschaffen. Die Abfallwirtschaft hat intensiv daran gearbeitet, dass ab Mitte April 2019 neben den Garten- auch die Bioabfälle aus den Haushalten getrennt eingesammelt werden. Gut 67.000 Haushalte erhalten die Biotonne, 17.000 Grundstückseigentümer kompostieren auf dem eigenen Grundstück und benötigen die neue Tonne nicht. Die Abfallwirtschaft beschafft die Tonnen nach einer europaweiten Ausschreibung und verteilt sie voraussichtlich im ersten Quartal 2019 an die Grundstücke, damit danach die Bioabfallsammlung starten kann.

    Tourismus und Kultur

    Der Landkreis Harburg ist nicht nur eine attraktive Region, um hier zu wohnen oder zu arbeiten. Einzigartige Landschaften, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten, kulturelle Veranstaltungen, herrlich gelegene Wander- und Fahrradrouten und nicht zuletzt das gastronomische Angebot locken stetig mehr Touristen an. In 2018 wurde im Landkreis ein landesweit überdurchschnittliches Plus von 8,4 Prozent bei den Übernachtungen verzeichnet. Rund 50.000 Fahrgäste nutzten den beliebten Heide-Shuttle im 13. Jahr der Aktion.

    Wie lebendig das kulturelle Leben im Landkreis Harburg ist, zeigt nicht zuletzt das gemeinsame Projekt „Kultursommer“ des Kulturlandkreises Harburg und des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Unter dem Motto „In Bewegung“ fanden in 2018 über 140 Veranstaltungen der Kunst- und Kulturszene statt. Man darf schon jetzt gespannt auf den Sommer 2019 sein, wenn der Kultursommer unter dem Motto „Licht und Schatten“ in die nächste Runde geht.

    Ein Höhepunkt im Jahr ist die feierliche Verleihung des Kulturpreises „Blauer Löwe“. Dieses Mal wurde die Auszeichnung in der Kategorie „Inklusive Kulturprojekte“ verliehen. Preisträger war die Theaterarbeit der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, deren Tostedter Ensemble das Publikum mit einer mitreißenden Theateraufführung in der Buchholzer Empore begeisterte.

    Ausblick auf 2019

    Neben den angesprochenen Themenbereichen, die uns auch im kommenden Jahr weiter beschäftigen werden, hat die dringend notwendige Verbesserung der Baustellen-Koordinierung über die Landesgrenze hinweg für den Landkreis Harburg in 2019 allerhöchste Priorität. Zum 1. Januar wird beim Landkreis Harburg deshalb die Stabsstelle Verkehrskoordination geschaffen.
    Wir setzen uns mit Vehemenz dafür ein, dass Verkehrsprojekte und Baumaßnahmen besser abgesprochen werden, um die Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Hier ziehen der Landkreis, die hiesigen Kommunen und die Politik an einem Strang.

    Als gemeinsames Projekt von zehn Kommunen und dem Landkreis sorgt die Zentrale Vergabestelle ab 2019 dafür, dass öffentliche Ausschreibungen rechtssicher vorgenommen werden können. Sie übernimmt die rechtliche Begleitung der gesamten Ausschreibung von voraussichtlich etwa 700 Vergabeverfahren im Jahr. Ein Vorteil für Unternehmen liegt darin, dass sämtliche Unterlagen und Vorhaben auf einer einheitlichen Plattform zu finden sind.

    Ein weiteres wichtiges Thema, das uns auch in 2019 begleiten wird, ist die EU-konforme Sicherung von Naturschutzgebieten. In diesem Jahr ist es uns gelungen, die Sicherung zahlreicher Gebiete abzuschließen, bis Mitte 2019 sollen die übrigen Gebiete folgen. Bei den Verfahren sind wir immer darum bemüht, den unterschiedlichen Interessenlagen Rechnung zu tragen. Ziel ist ein Naturschutz mit den Menschen.

    Der weitere Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs – hier läuft aktuell die europaweite Ausschreibung für das komplette Busnetz im Kreisgebiet – sowie wichtige Investitionen in die Infrastruktur des Landkreises und in unsere Schulen stehen in 2019 ebenso an, wie die Förderung von Ehrenamt und Kultur. Vor dem Hintergrund des Onlinezugangsgesetzes beschäftigt sich der Landkreis Harburg zudem intensiv mit der Ausweitung der digitalen Service-Angebote für Bürger.

    Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden vieles zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger auf den Weg bringen werden.

    Ich wünsche Ihnen allen viel Glück und Erfolg für das Jahr 2019.

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Über die reine Autowäsche hinaus bietet der Wachtitan auch die Möglichkeit der Fahrzeugaufbereitung und –pflege an. | besser im blick - Deine Online-Zeitung mit Fotos, Pics, Events, Termine, Party, Pics, Artikeln, Berichten, Tipps, Gutscheinen für Harburg (Hamburg) Stadt und Land

Inserat. Den Ruf als „Waschtitan" hat Veit Gehrmann hat nicht ohne Grund: Über 3,5 Millionen Autos hat e...

Neue, tatkräftige Unterstützung im Therapeuten-Team!

Steffen Müller, Physiotherapeut und Osteopath

Inserat. Die Privatpraxis für Osteopathie & Physiotherapie im Harburger Binnenhafen hat es sich zur Aufgabe gemacht...

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