Die perfekte Welle an der Wassermühle in Karoxbostel
Karoxbostel. Das Sägegatter an der Wassermühle Karoxbostel kann jetzt wieder mit Wasserkraft angetrieben werden. Eine 33 Meter lange Welle überträgt die Kraft vom Wasserrad auf den Antrieb der Gattersäge. Bisher war das Venezianische Sägegatter durch einen Elektromotor im Keller der Sägerei angetrieben worden. Nun können die Karoxbosteler Mühlenretter, die in diesem Jahr den Deutschen Preis für Denkmalschutz zugesprochen bekommen haben, wieder Balken, Bohlen und Bretter mit Wasserkraft sägen.
„Wir sind begeistert, wie gut die Säge läuft. Die Mitarbeiter der Mühlenbaufirma Pätzmann in Winsen und unsere Freiwilligen haben hervorragende Arbeit geleistet“, sagte die Vorsitzende des Vereins Wassermühle Karoxbostel, Emily Weede, bei einem Probe-Sägen am Montag Abend. Olaf Rieck, Chef des Mühlenbaubetriebs Pätzmann, erklärte den freiwilligen Müllern und der sogenannten Sägetruppe des Mühlenvereins, worauf bei Betrieb und Wartung der Welle, der dazugehörigen Lager und Antriebsräder besonders zu achten ist. „So eine lange Antriebswelle, die quer über den Hof von einem Gebäude zum anderen verläuft, ist in Norddeutschland einmalig“, sagte der Mühlenbau-Experte. „Wir sind sehr dankbar für die großzügige Förderung durch die Leader-Region Achtern-Elbe-Diek, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Bingo Umweltstiftung“, sagte die Vorsitzende des Mühlenvereins, Emily Weede.
„Das ist die perfekte Welle“, sang Mühlenretter Reinhard Molkentin vor Begeisterung, nachdem seine Kollegen von der Sägetruppe problemlos einen Eichenstamm in drei Zentimeter starke Bretter zersägt hatten. „Aus solchen Eichenbrettern bauen wir den Wetterschutz für unsere neue Welle“, erklärte Claus Hiller, „Holzwurm“ der Sägetruppe.
Wer sehen will, wie sich die neue Welle dreht, sollte zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, zur Wassermühle nach Karoxbostel kommen. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.