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Bertini-Preis: Zwei Harburger und eine Wilhelmsburger Schule unter den Preisträgern

Der Bertini-Preis ist nach dem teils autobiographischen Roman des Schriftstellers Ralph Giordano benannt. Mit dem Preis sollen Projekte gefördert werden, die sich im Rahmen von Unterricht, Arbeitsgemeinschaften, Jugendgruppen oder in der Freizeit gegen Ausgrenzung von Menschen in Hamburg wenden, die Erinnerungsarbeit leisten und Spuren vergangener Unmenschlichkeit in Hamburg sichtbar machen. | Foto: MMH - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4922806

Harburg/Wilhelmsburg. Zum 24. Mal werden Jugendliche in Hamburg am 27. Januar, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, mit dem Bertini-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird an insgesamt 73 Jugendliche verliehen, die sich im Rahmen von vier Projekten auf Spurensuche nach vergangenem Unrecht begeben haben und für ein gleichberechtigtes Miteinander eingetreten sind. Zu den Preisträgern gehören auch Absolventen von drei Schulen aus Wilhelmsburg, Heimfeld und Wilstorf.

Der BERTINI-Preis 2021 geht an folgende Projekte:

  • „Wir geben EUCH nicht ab!“ ist eine Kampagne von Schülerinnen und Schülern aus der Wilhelmsburger Nelson-Mandela-Schule, die sich mit unterschiedlichsten Interventionsformen in der Öffentlichkeit gegen die drohende Abschiebung einer Mitschülerin engagieren.

  • „Child Survivor Marione Ingram“ ist ein Begegnungs- und Kooperationsprojekt von Schülerinnen und Schülern des Heimfelder Friedrich-Ebert-Gymnasiums mit der Holocaust-Überlebenden Marione Ingram. Im Rahmen dieses Projekts entstanden mehrere Theaterszenen und eine kommentierte Schulausgabe des Buchs „Kriegskind – eine jüdische Kindheit in Hamburg".

  • „Menschsein ist eine Entscheidung – Du hast die Wahl!“ ist ein Theaterprojekt von Schülerinnen und Schülern des Wilstorfer Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, das in exemplarischen Szenen rassistisch motivierte Gewalttaten aus der jüngsten Vergangenheit auf die Bühne bringt.

 

Der Name des Preises geht zurück auf den Roman „Die Bertinis“, in dem der Hamburger Schriftsteller Ralph Giordano das Schicksal seiner Familie und das Verhalten ihrer Hamburger Mitbürgerinnen und Mitbürger während der Verfolgung in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur schildert. Der Roman geißelt die Ausgrenzung, Verfolgung und Erniedrigung, die viele Hamburger in jener Zeit erlitten, und er beschreibt Menschen, die damals wegschauten, das Unrecht duldeten oder unterstützten. Er würdigt aber auch jene, die Zivilcourage bewiesen und ihren verfolgten Mitbürgerinnen und Mitbürgern – oft unter Einsatz des eigenen Lebens – geholfen haben. 

Anknüpfend daran will der Bertini-Preis Projekte fördern, die sich im Rahmen von Unterricht, Arbeitsgemeinschaften, Jugendgruppen oder in der Freizeit gegen Ausgrenzung von Menschen in Hamburg wenden, die Erinnerungsarbeit leisten und Spuren vergangener Unmenschlichkeit in Hamburg sichtbar machen, und er will junge Menschen würdigen, die ungeachtet der persönlichen Folgen couragiert eingegriffen haben, um Unrecht, Ausgrenzung und Gewalt von Menschen gegen Menschen in Hamburg zu verhindern.

Aufgrund der Pandemie kann die Preisverleihung abermals nicht am 27. Januar im Ernst Deutsch Theater stattfinden. Neuer Termin ist ein ebenfalls geschichtsträchtiger Tag. Die Verleihung findet am Sonntag, 8. Mai 2022, dem Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, statt. 

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