Seevetaler Kinder können künftig anders klettern

Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (Mitte) nahm gemeinsam mit Markus Heinrich von der Jugendabteilung und Gesa Wolkenhauer den ersten Spielplatz-Heister in Augenschein und besprach die Pflegemaßnahmen. | Foto: Gemeinde Seevetal

Seevetal. Toben und auf Bäume klettern – wer kennt das nicht aus seiner Kindheit? Viele Wohngebiete geben es heute nicht mehr her, dass die Kinder einen Kletterbaum direkt vor der eigenen Tür vorfinden. Die Gemeinde Seevetal bietet dafür rund 30 Spielplätze in allen Ortsbereichen an.

Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede möchte nun bei der Ausstattung der Plätze neue Wege gehen und löst damit zugleich ein Wahlversprechen ein: Auf dem Lindhorster Spielplatz am Mühlenbogen wurde hierfür ein erster sogenannter „Heister“ gepflanzt, der die jungen Besucher künftig zum Klettern einladen soll. Heister sind baumartige Gehölze, die einen Wuchs mit vielen Seitentrieben aber ohne Krone aufweisen. Die Bezeichnung kommt aus Forstwirtschaft und Gartenbau; in diesem Fall ist es eine junge Hainbuche, die mit drei kräftigen Stämmchen und einer Höhe von vier Metern schon recht stattlich ist.

Emily Weede freut sich über diesen Auftakt und kündigt an, dass künftig noch mehr Heister auf Spielplätzen gepflanzt werden sollen: „Das naturnahe Klettern regt die Kinder zur Fantasie und neuen Spielen an, es fördert die Koordinationsfähigkeit und das Erleben mit allen Sinnen stärker als die üblichen Klettergerüste.“ Markus Heinrich, Leiter der Abteilung für Jugend, ergänzt: „Klettern ist wichtig für das Selbstbewusstsein, die Kinder lernen die eigenen Grenzen einzuschätzen und auch mal geduldig zu sein, wenn es nicht gleich klappt.“

Gesa Wolkenhauer, die die Seevetaler Spielplätze betreut, freut sich über die vergleichsweise einfache Maßnahme mit großer Wirkung. Die Höhe des Busches und die natürlichen Seitentriebe geben einen natürlichen Rahmen für die kleinen Kletterer vor und stellen zusammen mit dem weichen Unterboden eine sichere Alternative dar. Im Vergleich zu handelsüblichen Spielplatzgeräten waren auch die Kosten überschaubar: Der Heister der Baumschule Lorenz von Ehren kostete die Gemeinde rund 1300 Euro. Weitere Standorte für Heister auf Spielplätzen hat die Gemeindeverwaltung bereits im Blick.

Auch auf anderen Seevetaler Spielplätzen tut sich aktuell etwas: Auf den Fleestedter Spielplätzen werden durch die Gemeindeverwaltung neue Spielzeugboxen für Sandspielzeug aufgestellt, diese Ausstattung gibt es bereits auf einigen Gemeinde-Spielplätzen.