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Berufsperspektive „Kita-Assistent“: Harburger Rotes Kreuz engagiert sich bei pädagogischer Qualifizierung

Mohammad (25) arbeitet in der DRK-Kita Kinderwaldschlösschen in Heimfeld und möchte Sozialpädagogischer Assistent (SPA) werden. | Foto: DRK-Kreisverband Harburg

Harburg. Etwas gegen den Fachkräftemangel im Kitabereich tun und zugleich die beruflichen Chancen von Menschen mit Migrationsgeschichte fördern – darum ging es bei der Qualifizierung, die das Harburger Rote Kreuz mit seinen 17 Kindertagesstätten im Jahr 2019 auf die Beine gestellt hatte. Mohammad (25) gehört zu den Teilnehmern, denen darüber ein erster erfolgreicher Einstieg in das pädagogische Berufsfeld gelang. Jetzt wartet der 2015 aus Syrien geflüchtete Neu-Hamburger darauf, den nächsten Schritt gehen zu können: die berufsbegleitende Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten (SPA).

Die Kinder in der DRK-Kita Kinderwaldschlösschen in Heimfeld mögen Mohammad. Sofort kommen sie zu ihm, als er die grüne Handpuppe nimmt und eine Geschichte erzählt über Äpfel, die stark machen, Bonbons aber nicht. Auch Kita-Leiterin Marion Heider ist zufrieden mit dem jungen Palästinenser in ihrem kulturell vielfältigen 23-köpfigen Team: „Mohammad kann sehr gut Brücken bauen, er geht manchmal auch unkonventionelle Wege. Davon profitieren gerade auch unsere Kinder mit besonderem Förderbedarf.“ Im Kontakt mit den Familien ist die Mehrsprachigkeit ein weiterer Pluspunkt: Mohammad spricht neben seiner Muttersprache Arabisch und (flüssigem) Deutsch gut Englisch und etwas Türkisch.

Momentan arbeitet der 25-Jährige in Vollzeit in der DRK-Kita als pädagogischer Helfer. Auch schon vor seiner Flucht nach Deutschland hat er Kindergruppen betreut. Das mache ihm Freude, sagt Mohammad. Wohl auch deshalb, weil seine eigene Kindheit als staatenloser Palästinenser nicht immer unbeschwert war. Die berufsbegleitende SPA-Ausbildung ist für ihn die richtige Wahl: Sie sichert ihm eine berufliche Perspektive mit einem anerkannten Abschluss. Im Februar 2021 plant er den Ausbildungsbeginn, dafür würde er zweieinhalb Jahre lang 20 Stunden in der Woche mit Unterricht an der Ev. Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenz Alten Eichen verbringen, mit der das Harburger Rote Kreuz kooperiert. Die übrige Zeit wäre er weiterhin in der Kita.

„Plant“ und „würde“ deswegen, weil noch nicht gesichert ist, dass eine entsprechende Berufsfachschulklasse zustande kommt. „Wir brauchen 18 Teilnehmer, damit wir starten können“, sagt Milena Hühn, Koordinatorin für berufsbegleitende Ausbildungen an der Fachschule. „Wir sind nahe dran, aber noch nicht ganz da.“ Für Menschen wie Mohammad, für die eine Vollzeitausbildung auch aus finanziellen Gründen schwierig wäre, biete die berufsbegleitende Variante mit Beschäftigung bei einem Kitaträger eine gute Möglichkeit.

Katja Philipp, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Harburger Roten Kreuz, hofft, dass das Ausbildungsangebot noch mehr Interesse über das Harburger Rote Kreuz hinaus findet: „Es ist wichtig, dass die Berufsfachschulklasse in Hamburg nun zustande kommt. Denn sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualifizierung, die wir 2019 auf die Beine gestellt haben.“ Alle Praxisplätze, die das Harburger Roten Kreuz anbieten kann, sind derzeit belegt.

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