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Rieckhof: Time To Say Goobye

Time To Say Goodbye: Das Kulturzentrum Rieckhof verabschiedete sich mit einem tollen Konzerttag. Auch Wolf Kemper, Wolfgang Jensen, Jens Bergeest und Ronja waren mit dabei. | Foto: Niels Kreller

Harburg. Ein bisschen Traurigkeit, ein bisschen Wehmut, aber auch viel Freude an der Musik und den Erinnerungen an hier verbrachte Zeit: Am Samstag gab es das große Rieckhof-Abschiedskonzert „Time To Say Goodbye“ in dem Saal, in dem der Verein seit 38 Jahren zahlreiche Konzerte, Theateraufführungen, Comedy und viele Events mehr veranstaltet hatte. Und es waren viele Künstler und Freunde gekommen, um dem Kulturzentrum Rieckhof goodbye zu sagen.

Den Auftakt machten Rhythm and Slide. Ihnen folgten die Working Advocats um Anwalt Harald Muras. Der ehemalige Vorsitzende der Harburger SPD ist auch der Anwalt des Vereins, um diesen gegenüber Auch Harald Muras, ehemaliger SPD-Kreisvorsitzender und Anwalt des Rieckhof gegenüber dem Bezirksamt, trat mit seinen Working Advocats auf. | Foto: Sören Noffzder Verwaltung in allem zu vertreten, was das Verfahren um die Abwicklung des Rieckhof abgeht - wie man hört sehr zur Freude seiner Parteigenossen, die an der Abschaffung - vornehmlich durch politische Untätigkeit - mitgewirkt hatten.

Guido Plüschke und Bernd Haseneder brachten als Irish Gathering Duo die Stimmung der grünen Insel in den Rieckhof. Ebenso wie später Larry Mathews und Bernd Haseneder. Danach heizten Wolf Kemper, Wolfgang Jensen, Jens Bergeest und Ronja den Gästen ein. Auch die Harburger Urgestein-Band Delta Doppelkorn Bluesband mit Lars Hansen war natürlich an diesem Tag zu Gast im Rieckhof. | Foto: Niels KrellerUnd zum Abschluss wurde es wieder „laut und dreckig“: Die Delta Doppelkorn Bluesband verneigte sich mit einigen Songs vor dem Rieckhof, in dem auch sie einige Auftritte hatten.

Leider gab es ein paar coronabedingte Absagen. So traf es Peter Schuldt, weshalb der Leiter des Gospel Train mit seinem Chor nicht mit dabei sein konnte. Auch Harburgs Hafenbarden Werner Pfeifer hatte es erwischt. Beide zeigten sich traurig darüber. „Ich wäre gerne aufgetreten! Hut ab vor der Leistung von Jörn Hansen. Er hat ein großes Stück Harburger Kulturgeschichte mitgeschrieben“, sagte Werner Pfeifer.

Peter Schuld betonte gegenüber besser-im-blick, wie viel ihm dieser Auftritt bedeutet hätte. „Ich habe dem Rieckhof viel zu verdanken“, sagt Peter Schuldt. „Seit 1988 konnte ich dort immer Konzerte gegeben und der Rieckhof hat uns immer unterstützt. Auch während Corona konnten wir im Rieckhof proben, wo wir die nötigen Abstände einhalten konnten. Das hat den Chor gerettet. So stelle ich mir gelungene Stadtteilarbeit vor. Da hätte ich gerne etwas zurückgegeben.“

„Die Leute waren begeistert!“

Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen zeigte sich von dem Tag begeistert: „Mir hat das – abgesehen natürlich vom Anlass – sehr gut gefallen. Die Leute haben sich, glaube ich, gefreut und es hat wieder gezeigt, wie gut wir mit den Rieckhof Geschäftsführer Jörn Hansen (links) und Rieckhof-Fotograf Tom Jewutis hatten trotz des traurigen Anlass auch Spaß an dem Tag. | Foto: Niels KrellerElbe Werkstätten zusammenarbeiten, um so einen Tag auf die Beine zu stellen. Dafür braucht man eben viele Menschen.“

Auch seien viele auf ihn zugekommen und hätten ihr Entsetzen über das Ende zum Ausdruck gebracht und erzählt, wie lange sie sich schon hier wohlfühlen würden. „Viele haben gesagt, was das für ein Verlust ist“, so Hansen. „Wegen des vielfältigen Programms für Jung und Alt und auch deshalb, weil sie sich hier angenommen fühlen.“

Wie geht es nun weiter?

Wie es nun weitergeht, ist ungewiss. Zwar hat der Kulturpalast Billstedt im Interessenbekundungsverfahren für ein sogenanntes Bürgerhaus Harburg den Zuschlag bekommen. Allerdings wird er wohl nicht, wie geplant und vom Bezirksamt in der Ausschreibung zugesagt, eine voll eingerichtete Stätte übernehmen können. Denn nahezu das komplette Inventar gehört nicht der öffentlichen Hand, wie die Verwaltung, aus welchen Gründen auch immer wohl dachte, sondern dem jetzigen Träger. Weshalb dem neuen Träger wohl nur ein leeres Haus übergeben werden wird.

Dies scheint mittlerweile auch im Harburger Bezirksamt angekommen zu sein: „Dem Trägerverein steht es als Eigentümer grundsätzlich zu, mit den in seinem Eigentum befindlichen Gegenständen nach Belieben zu verfahren“, antwortete Pressesprecher Dennis Imhäuser auf Nachfrage von besser-im-blick, wie die Auffassung des Rechtsamtes zu dieser Frage sei. „Soweit Inventar aus öffentlichen Mitteln - d.h. Zuwendungsmitteln - angeschafft wurde, bestehen an diesem Ansprüche des Bezirksamts Harburg. Aktuell wird anhand der vorhandenen Unterlagen sowie im Austausch mit dem Trägerverein geprüft, welche Gegenstände dies betrifft“, so Imhäuser weiter. Ob der Kulturpalast darüber glücklich sein wird, wo doch die Bezirksverwaltung in der Ausschreibung anderes versprochen hatte, ist doch höchst fraglich.

Am kommenden Samstag, den 25. Juni 2022, werden dann noch einmal Lotto King Karl und die Barmbek Dream Boys den Rieckhof rocken, bevor dann endgültig für den Rieckhof als solchen das Licht ausgeht.

Hier geht es zur Fotogalerie des Abschiedskonzerts.

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