Antisemitische Parolen und Morddrohung gegen Merkel an Hauswand gesprüht

Eine Mordrohung gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel an dem Haus in Meckelfeld. | Foto: Niels Kreller

Meckelfeld. Waren es Rechtsextreme oder sogenannte "Querdenker", die für die antisemitischen und hetzerischen Schmierereien an einem Haus in Meckelfeld verantwortlich sind? Oder kommen die Täter aus der Schnittmenge beider Gruppierungen? Auf jeden Fall ist sowohl der antisemitische Kampfbegriff der „New World Order“ (NWO) in beiden Gruppieren gängige Parole und Bundeskanzlerin Merkel beider Feindbild.

Seit nun schon über zwei Wochen stehen das antisemitische „FCK NWO“ und die Morddrohung „1 Baum - 1 Strick - Merkels Genick!“ an das Haus in der Höpenstraße gesprüht. Die zweite Botschaft ist klar: Bundeskanzlerin Merkel soll erhängt werden – das ist unmissverständlich. Das „FCK NWO“ heißt in Langform „Fuck New World Order“.

Neue Weltordnung – eine antisemitische Verschwörungsideologie

Die Verschwörungsideologen der NWO, der „Neuen Weltordnung“ behaupten eine weltweite Verschwörung von Eliten und "FCK NWO" - "Fuck New World Order", die "Neue Weltordnung", steht an einem Haus in Meckelfeld gesprüht. | Foto: Niels KrellerGeheimgesellschaften mit dem Ziel einer diktatorischen Weltregierung. Immer wieder werden dabei „die Juden“ als Drahtzieher genannt, oftmals die Familie Rotschild. Die Anhänger der bei den „Querdenker“ beliebten QAnon-Ideologie sprechen von dem sogenannten „Deep State“, der durch eine „globale Bankenelite“ (ein rechtsextremes Codewort für Juden) geführt werde, u.a. ebenfalls durch die Rothschilds. Außerdem seien diese Anführer eines satanistischen Kults.

In Deutschland bedienen sich auch Corona-Leugner wie der Koch Attila Hildmann, Verschwörungsblogger Ken Jebsen und Sänger Xavier Naidoo dieser und anderer antisemitischen Stereotype. Und auch unter den Mitgliedern des Chats der lokalen Querdenken-Gruppe in Süderelbe ist die NWO präsent, wie Screenshots der facebook-Gruppe „Querdenken-Watch Harburg – Klare Kante gegen Verschwörungsideologien“ belegen.

Werbung

Staatsschutz ermittelt

Bei der Polizei laufen die Ermittlungen wegen der Graffitis. Die, so Polizeihauptkommissar Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg gegenüber besser-im-blick, seien am 29. Januar angezeigt worden. Aufgrund des vermuteten politischen Inhalts habe das Fachkommissariat Staatsschutzdelikte die Ermittlungen übernommen. „Inwieweit es da eine inhaltlich strafrechtliche Relevanz gibt, muss die Staatsanwaltschaft entscheiden.“

Ob es Rechtsextreme, Querdenker oder ganz jemand anderes gewesen sein, ist nicht klar. Die Ermittlungen laufen gegen unbekannt. „Es gibt noch keine Hinweise auf die Täterschaft“, so Krüger.