Tapferes kleines Fischotter-Mädchen Lilli wird von Ziehvater Maik Elbers verwöhnt
Vahrendorf. Der Jubel im Wildpark Schwarze Berge in Vahrendorf war groß, als die Tierpfleger den seltenen Nachwuchs entdeckten. Seit mehr als fünf Jahren war der Nachwuchs bei den beiden Europäischen Fischottern im Wildpark Schwarze Berge ausgeblieben. Mit ihren 16 Jahren gehören die Otter-Eltern eigentlich schon zu den Senioren. Nachdem im vergangenen Jahr ein Frühchen nach nur einem Tag verstorben war, hatte der Wildpark mit dem Thema Fischotternachwuchs vorerst abgeschlossen, bis am 24. Juli dieses Jahres das Otter-Mädchen Lilli zur Welt kam.
Mit sechs Wochen war sie bereits gut entwickelt und hatte angefangen, die Augen zu öffnen. „Wir waren alle guter Hoffnung, dass die kritische Phase überstanden ist und der Nachwuchs durchkommt“, berichtet Maik Elbers, leitender Tierpfleger im Wildpark Schwarze Berge. Jedoch wurde die anfängliche Freude schnell getrübt, als das noch hilflose Fischotter-Mädchen eines Morgens eine schwerwiegende Verletzung am Hals hatte.
Das bedeutete Ausnahmezustand im Wildpark, denn auch Tierarzt Dr. Fritz-Gerhard Martens konnte keine Entwarnung geben. Ob der Biss von der Mutter oder dem Vater war, ist unklar. Daher konnte es für das Otter-Baby nicht zurück zu den Eltern gehen. Kurzerhand entschied sich Elbers dazu, von nun an die intensive 24-Stunden Betreuung zu übernehmen, bei der Fläschchen geben, die Wundversorgung, aber auch spielen und kuscheln auf dem Programm steht.
Mittlerweile ist Lilli acht Wochen alt und dank Ziehpapa Elbers ist die Wunde gut verheilt. „Zwar gibt es noch keine Entwarnung, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Kleine es schafft", ist Elbers optimistisch. „In den nächsten Tagen starten wir die ersten vorsichtigen Schwimmversuche in der Badewanne.“
Für den Wildpark Schwarze Berge setzte sich mit dem Otter-Nachwuchs ein sensationelles Geburtenjahr fort. Den Anfang machte das Elchmädchen Lille Ende Mai. Dies war der erste Elchnachwuchs seit sieben Jahren in dem idyllisch gelegenen Park. Einige Wochen später überraschte dann
das Wolfspaar Dunja und Django mit einem sechs Wolfswelpen starken Wurf. Inzwischen sind die „Kleinen“ schon fast zu Youngstern herangewachsen, haben statt kindlichen Gesichtszügen schon die typischen Wolfsnasen und sind mit Hilfe der Wildpark-Besucher auf die Namen Skadi, Hammy und Druna sowie Diego, Ragnar und Borka getauft wurden. „Der Nachwuchs zeigt uns, dass sich unsere Tiere bei uns im Wildpark Schwarze Berge sehr wohl fühlen“, freut sich auch Geschäftsführer Arne Vaubel, der jüngst sein 20-jähriges Betriebsjubiläum feierte.
Der Wildpark Schwarze Berge in Rosengarten-Vahrendorf ist ganzjährig täglich geöffnet. Von April bis Ende Oktober ist der Einlass von 8-18 Uhr. Von November bis Ende März hat der Wildpark von 9–16.30 Uhr geöffnet. Zu erreichen ist der Wildpark mit dem Bus (Linie 340) oder mit dem Auto (A7, Abfahrt Marmstorf). Telefon 0 40/81 97 74 70. www.wildpark-schwarze-berge.de und www.facebook.com/WildparkSchwarzeBerge