Sicherheit auf dem Schulweg - Charlotte Goblitschke als 500. Schulbuslotsin ausgebildet, Landkreis betont Bedeutung des Präventionsprojekts
Salzhausen/Hittfeld/Tostedt. Der Bus kommt – endlich. Nun soll es nach Schulschluss schnell nach Hause gehen, und an der Bushaltestelle beginnt das große Drängeln und Schubsen. Charlotte Goblitschke hat das schon immer geärgert. „Viele wollen sich vordrängeln“, weiß die 14-jährige Tangendorferin, die das Gymnasium in Salzhausen besucht. „Dagegen will ich etwas tun“, sagt sie. Die Gelegenheit hat die Achtklässlerin nun: Sie hat sich zur Schulbuslotsin ausbilden lassen, zusammen mit 24 weiteren Jugendlichen des Gymnasiums sowie der Oberschule Salzhausen. Charlotte Goblitschke ist die 500. Schulbuslotsin im Landkreis Harburg und wurde deswegen am vergangenen Donnerstag von Annerose Tiedt, Fachbereichsleiterin beim Landkreis Harburg, und Uwe Lehne, dem Chef der Polizeiinspektion Harburg, geehrt.
Seit 2012 werden im Landkreis Harburg die Schulbuslotsen ausgebildet. Der Landkreis führt das Projekt gemeinsam mit der Polizeiinspektion, der Verkehrswacht Harburg-Land und der KVG Stade durch. Beteiligt sind das Gymnasium und die Oberschule Salzhausen, das Gymnasium, die Haupt- und die Realschule Tostedt, das Schulzentrum Hittfeld und die IGS Winsen. Als ausgebildete Schulbuslotsen tragen die Jugendlichen zu mehr Sicherheit am und im Schulbus bei.

Die Schulbuslotsen sind auf ihrem eigenen Schulweg Ansprechpartner für Mitschüler. Sie tragen dazu bei, Konflikte und Drängeleien während der Schulbusfahrt zu vermeiden oder Streitigkeiten zu schlichten. Außerdem sorgen sie für Ruhe und eine entspannte Situation im Bus. Gerade jüngeren Kindern geben sie allein durch ihre Präsenz Sicherheit. Ein Nebeneffekt: Die Schulbuslotsen verhindern Vandalismus.
Wie sie dabei vorgehen, lernten die Schulbuslotsen in Salzhausen von den Polizeibeamten Dirk Poppinga und Carsten Bünger in einer eintägigen Ausbildung. Außer den Fragen der Verkehrssicherheit standen insbesondere auch Inhalte der Konfliktmoderation und verschiedene Deeskalationstechniken auf dem Lehrplan. Doch die Ausbildung fand nicht nur theoretisch statt: Verschiedene Konfliktfälle wurden durchgespielt, und die Schülerinnen und Schüler trainierten an der Haltestelle, wie sie sich vor und bei Ankunft der Busse verhalten.
Die Erfahrungen mit dem Projekt Schulbuslotsen sind positiv. Das betonten auch Polizeichef Uwe Lehne und Fachbereichsleiterin Annerose Tiedt. „Das ist eine tolle Sache. Ihr seid Vorbilder für Eure Mitschüler“, sagte Uwe Lehne. Annerose Tiedt lobte das Engagement der Jugendlichen. „Ich wünsche dem Projekt Schulbuslotsen weiter viel Erfolg. Das ist ein wichtiger Baustein zur Verkehrsprävention und trägt dazu bei, dass alle sicher zur Schule kommen.“