Gelebte Geschichte am Kiekeberg - Zeitreise zu den Bauern und Fischern von früher und in die Nachkriegszeit
Ehestorf. Besucher des Freilichtmuseums am Kiekeberg in Ehestorf erleben bei den Darstellungen der Gelebte-Geschichte-Gruppen eine Zeitreise durch verschiedene Jahrhunderte. Ehrenamtliche Mitarbeiter zeigen in rekonstruierter Kleidung, wie Bauern im Jahr 1804 und eine Fischerfamilie im Jahr 1904 lebten. Neu ist die Gruppe zur Nachkriegszeit um 1945: Die Darsteller kochen ein spärliches Mahl im Freien auf der Kochhexe und leben in einer Notunterkunft, der Nissenhütte. Das Museum ist am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet - die Vorführungen finden den ganzen Tag über statt. Der Eintritt inklusive Vorführungen kostet 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.
Das Leben in der Nachkriegszeit gehört mit dem Projekt "Königsberger Straße" zum Freilichtmuseum am Kiekeberg: Die neue Darstellergruppe Gelebte Geschichte 1945 zeigt authentisch die Lebenssituation dieser Zeit: Not und Improvisation, der Neuanfang von Flüchtlingen und Vertriebenen, das Leben in Notunterkünften oder Einquartierungen, aber auch die allmähliche Verbesserung der Umstände bis zum Wirtschaftswunder. Kaffee aus gerösteten Eicheln, Tabak verarbeiten - Selbstversorgung aus dem Notgarten und Tauschhandel . . . Besucher sehen den Alltag in der Nachkriegszeit und kommen mit den Darstellern ins Gespräch. In den kommenden Jahren werden sechs Gebäude der Nachkriegszeit in der "Königsberger Straße" aufgebaut.
Die Darsteller der Gelebten Geschichte 1904, eine Fischerfamilie von der Elbmarsch, bereiten ihre Netze wie vor 100 Jahren für den nächsten Fang vor. Besucher sehen, wie sie knüpfen, flicken und Fische räuchern. Der Fischer und sein kleiner Sohn arbeiten im hauseigenen Kräutergarten. Dort bauen sie auch edles Gemüse, wie zum Beispiel Spargel, für den Verkauf auf dem Hamburger Markt an.
Bei der Gelebten Geschichte 1804 schauen Besucher der Bäuerin über die Schulter, wie sie eine zeitgemäße Mahlzeit, wie beispielsweise Buchweizengrütze, zubereitet. Der Bauer versorgt indessen die Hühner, Kühe oder Schweine. Der Discher, plattdeutsch für Tischler, geht ans Werk. Interessierte sehen detailgetreu, wie der Grootvadder das erste Bier des Jahres braut, Magd und Knecht auf dem Feld arbeiten oder Kinder die Gänse hüten.
"Bei der Gelebten Geschichte zeigen wir ganz bewusst den normalen Alltag, der nicht in den Geschichtsbüchern steht", erklärt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. "Was bedeutete es früher, auf dem Land zu leben? Welche Aufgaben hatten die einzelnen Familienmitglieder? Wie sahen ihre Kleidung und Gerätschaften aus?" Die Darsteller führen vor und beantworten die Fragen der Besucher.
Die Gelebte Geschichte ist eine Reihe - die Darstellungen 2019 ab April:
Wochenende 6./7. April, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1804 + 1904
Wochenende 11./12. Mai, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1804 + 1904
Sonntag, 1./2. Juni, 10-18 Uhr "1945 - Der erste Sommer in Frieden" mit Gelebter Geschichte 1945
Sonntag, 9. Juni, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1945
Wochenende 22./23. Juni, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1804 + 1904: Bier
Dienstag bis Sontag, 6. August, bis 11. August, 10-18 Uhr
Veranstaltung: Sommerspaß mit Gelebte Geschichte 1804 + 1904 (nur am Sonntag 11. August Gelebte Geschichte 1945)
Wochenende 17./18. August, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1804 + 1904
Wochenende 14./15. September, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1804 + 1904 + 1945
Wochenende 12./13. Oktober, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1804 + 1904: Kartoffel
Sonntag, 20. Oktober, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1945
Sonntag, 17. November, 10-18 Uhr Gelebte Geschichte 1945
Die Idee der so genannten "Living History" stammt aus den angelsächsischen Ländern, Skandinavien und den Niederlanden. Schon seit 2004 ist das Projekt Gelebte Geschichte ein fester Bestandteil des Programms im Freilichtmuseum in Ehestorf.