Jubelwochen beim HTB - nach den Männern schaffen auch die Frauen den Aufstieg in die Landesliga
Harburg. Die Jubelwochen in der Fußballabteilung des Traditonsvereins Harburger Turnerbund (HTB) gehen weiter: Nach den Männern, die - wie besser-im-blick ausführlich berichtete - vor einigen Wochen schon den Aufstieg in die Hamburger Landesliga perfekt gemacht haben, hat es ihnen jetzt das HTB-Frauen-Team nachgemacht. Auch die Turnerbund-Frauen spielen von der nächsten Saison an in der Landeslia.
Im Endspiel um den Aufstieg zur Frauen-Landesliga kam es zum Aufeinandertreffen zwischen dem HTB und dem HSV II. Beide Mannschaften hatten ihr erstes Spiel in der Dreiergruppe gegen Altona 93 gewonnen. Die HTBerinnen galten nach dem 8:0-Erfolg als leichter Favorit. Das Team HSV II mobilisierte alle verfügbaren Kräfte, setzte die spielberechtigten B-Mädchen ein. "Das war keineswegs die Mannschaft, die in der Landesliga auf dem drittletzten Platz gelandet ist", sagte HTB-Trainer Jürgen Becker. Er und die anderen Zuschauer sahen ein mitreißendes und spannendes Spiel.
Der HTB lag nach 18 Minuten hinten, konnte fast postwendend durch die Torjägerin Belma Becevic ausgleichen. Schwerstarbeit gab es in der Folge für die Abwehrchefin Nadine Moelter und ihre Kolleginnen. Die Bundesliga-erprobte Badine Moelter (früher bei Werder Bremen), putzte alles weg. Als Isabel Garz nach einer Stunde der Führungstreffer für den HTB gelang, schien das Spiel entschieden. Der HSV II konnte aber im Gegenzug noch einmal ausgleichen. Jetzt musste der Turnerbund eine wahre Drangphase überstehen. Mit Glück und Können ging es in die letzten zehn Minuten. Ein Freistoß des HTB brachte dann die Entscheidung. Herrlich versenkte Michelle Klingemann den Ball im HSV-Kasten. Damit waren die HSVerinnen geschlagen. Der Treffer zum 4:2-Sieg durch Melanie Moelter sorgte für Jubelszenen auf der Harburger Bank.
Erst vor zwei Jahren war die Frauen-Mannschaft des HTB ins Leben gerufen worden. Jetzt gelang zum zweiten Mal in Folge der Aufstieg. Nach Spielende gab es aber nicht nur Grund zum Feiern. Einige Spielerinnen verlassen den Klub. Außerdem hört Trainer Jürgen Becker nach insgesamt neun Jahren auf. Es sind rein private Gründe, die ihn zu diesem bedauerlichen Schritt zwingen. Mit Markus Knopp steht ein im Frauenfußball-erfahrener Nachfolger (früher Rot-Gelb Harburg) fest. Lena Prüß und Torfrau Estelle Wappler gehen berufsbedingt ins Ausland, Kunstschützin Michelle Klingemann zieht es in die 2. Liga zu Henstedt-Ulzburg. Nach Spielende wurde bei Beckers Trainer-Kollegen Hartmut Garz ausgiebig gefeiert."Die Mädchen trinken ja nur Wasser, der Alkoholgenuss hielt sich in Grenzen", sagte Garz.
Für die nächste Saison sieht sich der HTB trotz der Abgänge gut aufgestellt. "Die Neuzugänge werden das vollständig kompensieren, sie haben unheimlich viel Potential". Hartmut Garz kommt regelecht ins Schwärmen, wenn er über Marie und Sofie Lesser erzählt. Das Zwillingspaar kommt von der HNT, spielte bereits in der Hamburger Auswahl. Überhaupt hat der HTB da so einiges an prominenten Spielerinnen aufzuweisen. Nadine Moelter war - wie erwähnt - bei Werder Bremen in der ersten Liga tätig, die leider am Kreuzband verletzte Torfrau Svenja Busies spielte schon mal in der 2. Liga bei Neubrandenburg.
Die Entwicklung der Frauenfußball-Geschichte beim HTB nimmt immer mehr Formen an. In allen Altersklassen von der F-Jugend bis hin zu den Landesliga-Frauen ist der Verein vertreten, und ein Ende ist nicht absehbar. Das Ziel in der Landesliga heißt Klassenerhalt, das Derby gegen den HSC wirft seine Schatten vorau. "Vor mehreren Jahren ist mal eine komplette Damenmannschaft vom HTB zum HSC gewechselt. Einige werden im Derby auf uns warten", freut sich Garz. Testspiele gegen höherklassige Mannschaften wurden in der Vergangenheit mit Erfolg bestritten. Beim HTB freut man sich auf das Abenteuer Landesliga.