5. "Plattdeutscher Mühlenschnack" im Mühlenmuseum Moisburg
Moisburg. Plattdeutsche Literatur aus der Region gibt es beim 5. Plattdeutschen Mühlenschnack am Freitag, 30. August, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr. Walter Marquardt und Dr. Heinz Harms lesen aus Werken von Grete Siegmund aus Moisburg und Johann Dietrich Bellmann aus Nindorf bei Buxtehude. Bei Kaffee, Kuchen und Klönschnack moderiert Prof. Dr. Rolf Wiese die Lesung. Bis Ende Oktober findet der Mühlenschnack an jedem letzten Freitag im Monat statt. Der Eintritt ist frei.
Grete Siegmund (1907 bis 1993) und Johann Dietrich Bellmann (1930 bis 2006) sind Chronisten des Lebens auf dem Lande. Sie beschreiben in ihren Werken die kleinen Begebenheiten, dörfliche Ereignisse und gleichermaßen die gesellschaftlichen Veränderungen im vergangenen Jahrhundert. Johann Dietrich Bellmann ist mit seinen Gedichten, Erzählungen und Romanen einer der führenden Autoren der niederdeutschen Literatur. Eines seiner bekanntesten Werke ist "Lüttjepütt", in dem ein Großvater und sein Enkel über die alltäglichen Dinge des Lebens sinnieren. Johann Dietrich Bellmann wurde in Ruschwedel im Landkreis Stade geboren und wuchs im nahegelegenen Nindorf auf. Er unterrichtete an verschiedenen Schulen und als Dozent an der Evangelischen Akademie Celle/Hermannsburg.
Grete Siegmund wurde als Grete Meyer in Moisburg geboren, heiratete dort nach dem Besuch der Landwirtschaftlichen Töchterschule in Lüneburg einen Kaufmann. Während ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter schrieb sie vor allem Gedichte und Erzählungen zum Schmunzeln und Nachdenken. Von den 1960ern bis in die 1980er-Jahre entstanden viele Stücke über Ereignisse aus ihrer Heimat. 1993 starb Grete Siegmund und wurde in Moisburg begraben.
Bei jedem Plattdeutschen Mühlenschnack steht ein anderes Thema im Fokus - Wissenswertes aus Region, Geschichte, Literatur und vielen anderen Bereichen. Als profunde Kenner der alten Regionalsprache stehen Dr. Heinz Harms aus Hollenstedt, Zweiter Vorsitzender des Vereins För Platt e. V., und Prof. Dr. Rolf Wiese bereit. Sie moderieren einen Nachmittag für alle Interessierten, die gern op platt schnacken möchten.
Plattdeutsch oder Niederdeutsch ist die ursprüngliche Sprache der Region. Aktuell sprechen rund 14 Prozent der Norddeutschen die Regionalsprache, die im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt ist. Das Interesse am Plattdeutschen steigt beständig: Lesewettbewerbe, Schulunterricht und zweisprachige Ortsschilder bringen die Sprache immer mehr in den Alltag zurück. Der Landkreis Harburg finanziert zusammen mit dem Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg jetzt die Stelle einer Plattdeutsch-Koordinatorin. Sie vernetzt die regen plattdeutschen Aktivitäten in der Region und möchte noch mehr Menschen mit dem Plattdeutschen erreichen.