Bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt mit dem „Wohnungsführerschein“
Klecken. Zum zweiten Mal hat das Diakonische Werk der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen den Kurs „Wohnungsführerschein“ angeboten. Dieses Mal fand die Workshop-Reihe in Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Rosengarten und der Gemeinde Rosengarten im Kleckener Gemeindehaus statt. In dieser Woche erhielten alle Teilnehmer ihre Urkunde.
„Mit dem Wohnungsführerschein verbessert sich ihre Chance, auf dem angespannten Wohnungsmarkt eine bezahlbare Wohnung zu bekommen“, sagt Jörg Leiteritz, Koordinator für Flüchtlingshelfer der Kirchengemeinde Rosengarten. An vier Abenden ging es um wichtige Fragen rund ums Mieten. Die Themen: Tipps zur Reinigung und Pflege der Wohnung, Mieterrechte und Mieterpflichten, Die Umwelt und ich. Konflikttraining – schwierigen Situationen begegnen.
Saher Aldakhi aus dem Irak wohnt in Tötensen, sucht aber eine Wohnung in Harburg. „Ich mache gerade eine Ausbildung zum Arzthelfer in Harburg“, sagt Saher Aldakhi. Mostafa Nouri Rad aus dem Iran fand den Workshop zu Rechten und Pflichten von Mietern sehr interessant: „Jetzt weiß ich, was ich als Mieter tun darf und was nicht.“ Luis Tamba aus Liberia wohnt derzeit in Eckel: „Ich habe im Kurs viel gelernt und hoffe, dass der Wohnungsführerschein mir hilft, eine eigene Wohnung zu bekommen.“
Letztendlich sucht sich der Vermieter einen Mieter aus. „Aber mit dem Wohnungsführerschein sehen die Vermieter, dass derjenige sich mit den Rechten und Pflichten eines Mieters und anderen Fragen rund um das Mieten einer Wohnung beschäftigt hat. Das erhöht seine Chancen“, sagt Fatima Koschmall, ehrenamtlich tätig in der Flüchtlingshilfe Tötensen.
Teilnehmer, die alle vier Workshops besucht haben, erhielten das Zertifikat in einem Fotorahmen überreicht. Wer ein Modul verpasst hat, kann es im nächsten Durchgang nachholen. „Buchholz und Jesteburg sind interessiert, den Kurs Wohnungsführerschein anzubieten“, weiß Jörg Leiteritz. Bis zu 20 Personen können pro Kurs teilnehmen.
Die meisten Teilnehmer waren auch im zweiten Kurs-Durchgang Geflüchtete, die eine eigene oder größere Wohnung suchen. „Aber dieser Kurs ist für alle Wohnungssuchenden interessant, nicht nur für Geflüchtete. Hendrik Matthies, Student und ehrenamtlicher Helfer in der Flüchtlingsunterkunft Eckel, hat auch am Kurs teilgenommen, um zu erlernen, was man wissen muss, wenn man eine Wohnung anmieten will“, sagt Leiteritz.
Teilnehmern, die sich auf eine Wohnungsbesichtigung vorbereiten wollen, wird geraten, eine Bewerbungsmappe mitzubringen, in die sie eine Kopie des Ausweises, eine Schufa-Auskunft, eine Selbstauskunft, den Wohnungsführerschein und die letzten drei Gehaltsabrechnungen legen.