Luther-Projekttag von Schülern der 8. Klassen am Buchholzer Gymnasium am Kattenberge
Buchholz. Welche Lehren sind aus der Reformation zu ziehen, welche Folgen hatte die Reformation für die Menschen? In acht Workshops haben Schüler der 8. Klassen des Gymnasiums am Kattenberge (GaK) zu Luther und der Reformation am Projekttag in der vergangenen Woche gearbeitet. In Projektgruppen setzten sie ihre Ideen zu Luther kreativ um, etwa in provokanten Artikeln, eigenen Bildern oder szenischen Darstellungen.
„Mit dem Projekttag wollten wir die Schüler für das Reformationsjubiläum sensibilisieren und auf die positiven Folgen hinweisen. Dies ist gelungen. Positive Folgen der Reformation sind für die Schüler etwa das Bildungswesen und die Sprache. Lehren, die sie aus der Reformation ziehen, sind: Man soll seinem eigenen Gewissen folgen, seine eigene Meinung vertreten und mutig sein“, sagt Angelika Bartel, Religionslehrerin am GaK, die den Projekttag mit der Fachschaft Religion vorbereitet hat. Zum Abschluss leitete Schulpastorin Almut Künkel durch die Präsentationsveranstaltung.
Die Schüler berichteten von ihren Ergebnissen - in Szenen oder als Marktschreier, sie zeigten ihre Denkmäler und Bilder und warfen ihre Flugblätter von der Empore. Am Ende gab es frei nach dem Motto „Der Drops ist noch nicht gelutscht“ Lutherbonbons mit auf den Weg und zur Stärkung bestrichene Brote nach mittelalterlichen Rezepten.
Nach einer kurzen Einführung in den Tag sahen die etwa 140 Schüler der fünf Klassen des 8. Jahrgangs einen Film als Input und arbeiteten dann den Vormittag in acht Projektgruppen. „Nach Informationen zu Luther und seiner Zeit schrieben sie in meiner Gruppe Presseartikel, die die Aufmerksamkeit erregen sollten. Diese haben wir dann in Form einer Wandzeitung vorgestellt“, sagt Angelika Bartel. Eine weitere Gruppe entwickelte zu den Taten Martin Luthers wie dem Thesenanschlag, dem Auftritt im Wormser Reichstag, der spektakulären Entführung oder der Bibelübersetzung auf der Wartburg aufsehenerregende und provokante Denkmäler. Andere wiederum setzten sich kreativ mit den 95 Thesen auseinander und gestalteten ihren eigenen ganz persönlichen Lutherbaum, der eine von ihnen umformulierte These in die heutige Zeit hineinwachsen lassen soll.
Auch um Tischsitten und Lebensmitteln ging es beim Projekttag: Die Schüler erfuhren, was Luther am liebsten gegessen hatte und welche Tischsitten zu seiner Zeit üblich waren. In einem Kunst-Workshop lernten die Schüler anhand von Bildern und Flugblättern die Welt zu Beginn des 16. Jahrhunderts besser kennen und reagierten darauf mit eigenen Bildern. Szenisch ging eine andere Gruppe vor: sie entwickelte kurze Sequenzen aus dem Leben oder über das Wirken Luthers.
Wie heute die evangelisch-lutherische und katholische Kirche in gelebter Ökumene arbeiten, erfuhren die Schüler beim Besuch der evangelisch-lutherischen St. Paulus-Kirchengemeinde. „Seit mehreren Monaten ist die katholische St. Petruskirche wegen einer umfassenden Entkernung nicht benutzbar und die katholische Gemeinde ist mit ihren Gottesdiensten in der St. Pauluskirche zu Gast“, sagt Angelika Bartel. Die Schüler sprachen mit den Verantwortlichen der beiden Gemeinden, Pastor Michael Wabbel von der evangelisch-lutherischen St. Paulus-Kirchengemeinde und Pfarrer Oliver Holzborn von der katholischen St. Petrus-Kirchengemeinde.