Viel Beifall für das Orchester Nordheide für zwei gelungene Neuland-Konzerte
Buchholz/Tostedt. Mit viel Freude spielten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters Nordheide ihre abwechslungsreichen Konzerte unter der professionellen Leitung von Claudia Zülsdorf in Buchholz und in Tostedt - jeweils in der Johannes Kirche. Auf dem Programm standen die Rumänischen Tänze von Bela Bartok - kraftvoll stampfend oder sehnsüchtig schwelgend.
Viel Beifall gab es auch für die Dreigroschen Musik von Kurt Weill: frech und auch bitter. Es sangen wohl viele innerlich mit, als die Posaunen „und der Haifisch, der hat Zähne“ schmetterten. Danach erklangen Stücke aus der Filmmusik zu „Schindlers Liste“ von John Williams. Die Sologeige wurde von Jan Baruschke geradezu meisterhaft gespielt und durch die Anklänge an die wunderbar gemütvolle jüdische Musik ging die Erinnerung an die unsägliche Grausamkeit des Holocaust besonders zu Herzen. Manche „nie-wieder-Träne“ wurde vom Auge gewischt.
Der zweite Teil der Konzerte gehörte der Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“ von Antonin Dvorak. Die Laienmusiker des Orchesters waren glücklich, dieses Werk nach intensiven Vorbereitungen aufführen zu können. Allen Werken gemeinsam ist, dass die Komponisten zu ihrer Zeit musikalisches Neuland betraten und fast alle durch die politischen Umstände gezwungen waren, zu emigrieren, also zu Flüchtlingen wurden und auch geografisch Neuland betraten.
Diese Tatsachen wurden den Zuhörern in den Kirchen in Buchholz und Tostedt durch die Anmoderationen einzelner Orchestermitglieder nahegebracht. Und damit betrat auch das Orchester Neuland, indem es Wortbeiträge ins Programm integrierte. So wurde der Titel der Konzerte, nämlich „Neuland“ dreifach bedacht.
Demnächst beginnen bereits die Proben für die Konzerte im September 2027. Es werden Werke von E. Elgar und L. van Beethoven (5. Sinfonie) erarbeitet. Dazu sind Blechbläser und Streicher, besonders Bratschen und Kontrabässe, nach Absprache herzlich willkommen. Kontakt: www.orchester-nordheide.de;
