Geschnappt: Falsche Polizisten versuchten Senior reinzulegen
Harburg-Heimfeld. Gestern Mittag haben falsche Polizeibeamte versucht, einen 85-Jährigen in Heimfeld zu betrügen. Fahnder des für Trickbetrugsdelikte zuständigen Landeskriminalamts nahmen einen 37-jährigen mutmaßlichen Geldabholer vorläufig fest. Er wurde einem Haftrichter zugeführt.
Ein Mann hatte sich telefonisch bei einem 85-Jährigen gemeldet und gab sich als Polizeibeamter „Herr Rosenberg“ aus. Im Verlauf des Telefonats gab der angebliche Polizist vor, dass ein Räuber gefasst worden sei und es nun Hinweise auf einen bevorstehenden Einbruch bei dem Rentner gäbe.
Der Senior, der den Betrugsversuch sofort durchschaut hatte, ging zum Schein auf sein telefonisches Gegenüber ein. Er spiegelte dem angeblichen Polizisten vor, eine größere Geldsumme im Haus zu haben und Goldbarren in einem Bankschließfach.
Der Betrüger forderte den Rentner im weiteren Verlauf dazu auf, sein Geld und seine Wertgegenstände umgehend von der Bank abzuholen, da durch eine korrupte Bankmitarbeiterin sein Vermögen in Gefahr sei. Der Mann sollte seine Besitztümer „der Polizei“ deshalb zur sicheren Verwahrung übergeben. Statt zur Bank zu fahren, begab sich der Senior unmittelbar zur Polizei und zeigte den Sachverhalt an.
Beamte übernahmen umgehend die Ermittlungen. Unter anderem betreuten sie den 85-Jährigen in den folgenden Stunden engmaschig bei den weiteren telefonischen Kontakten zu dem vermeintlichen Polizisten „Rosenberg“ und dessen Kollegen „Herrn Süß“.
Am Nachmittag kündigten die Betrüger das Erscheinen des Polizeibeamten „Krupp“ an der Wohnanschrift des Mannes in Heimfeld an. Dieser sollte nun sämtliche Wertsachen und das Bargeld zwecks Sicherung an „Herrn Krupp“ übergeben. Als der Angekündigte vor Ort erschienen war und die Wohnung seines Opfers bereits betreten hatte, nahmen die Fahnder ihn vorläufig fest.
Der Verdächtige, ein 37-jähriger Mann, wurde erkennungsdienstlich behandelt und einem Haftrichter zugeführt. Die Ermittlungen des LKA, insbesondere zu den bislang unbekannten Mittätern des Festgenommenen, dauern an. Auch wird geprüft, ob die Gruppierung für weitere, ähnlich gelagerte Fälle verantwortlich sein könnte.
Die Polizei Hamburg rät in diesem Zusammenhang:
- Geben Sie Fremden gegenüber (auch telefonisch) keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
- Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
- Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehenden Personen.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen oder deponieren es für sie.
- Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, wählen Sie unverzüglich den Polizei unter der Telefonnummer 110.
- Sind Sie bereits Opfer eines Trickbetrugs geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
- Bewahren Sie Ihre Wertsachen, beispielsweise höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände, nicht zu Hause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.