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„Die Fähre“ feiert ihr 50-jähriges Bestehen

| Niels Kreller | Life
Gundula Hildebrandt und Maik Niestreu, Geschäftsführer  der Fähre, stellen ihre Kampagne gegen Stigmatisierung vor. | Foto: Niels Kreller
Gundula Hildebrandt und Maik Niestreu, Geschäftsführer der Fähre, stellen ihre Kampagne gegen Stigmatisierung vor. | Foto: Niels Kreller
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Harburg-Heimfeld. Herzlichen Glückwunsch: Der Verein Die Fähre aus Heimfeld feiert sein 50-jähriges Bestehen. Der Verein unterstützt seit 1972 Menschen mit psychischer Erkrankung auf ihrem Weg in ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Und das in ambulanter Betreuung, in den Appartements in Heimfeld und im Café Rennkoppel, ebenfalls in Heimfeld. Dazu gibt es Begegnungsstätten und offene Treffpunkte in Harburg und St. Georg sowie das Atelier Phoenixklasse und ein mobiles Atelier.

65 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betreuen bei der Fähre rund 100 Menschen. Der Gründungsidee ist die Fähre über die ganzen 50 Jahre treu geblieben. „Man wollte der damaligen ‚Verwahrungspsychatrie‘ in den damaligen großen Hamburger Kliniken etwas entgegensetzen“, berichten die beiden Geschäftsführer Gundula Hildebrandt und Maik Niestreu. Dafür hatten sich engagierte Mitarbeiter der Sozialbehörde und Ärzte der Sozialpsychatrie in Ochsenzoll zusammengetan und einer Villa in Alsternähe erworben. Das Haus im Graumannsweg war eines der ersten Übergangsheime in Hamburg.

Seit 2014 in Harburg und Heimfeld zu Hause

2014 erfolgte dann der „Sprung über die Elbe“. „Eine Mitarbeiterin hatte im Fenster des ehemaligen Zollamts in der Heimfelder Straße einen Zettel ‚zu verkaufen entdeckt“, so Gundula Hildebrandt. Der Verein baute das Gebäude für 40 Einzelappartements und zwei Wohngemeinschaften um. „Die konnten schnell belegt werden, Gundula Hildebrandt, Geschäftsführerin der Fähre, vor der Theke des Café Renkoppel. | Foto: Niels Krellerdenn die Nachfrage ist groß und in Hamburg gibt es nur wenige vergleichbare Einrichtungen.“ 2019 entstanden dann in einem Neubau 50 weitere Einzelappartements sowie das Café Rennkoppel.

Im Stadtteil in Heimfeld ist die Fähre fest verankert. So ist der Verein immer beim Stadtteilfest mit dabei. Und das Café Rennkoppel ist ein beliebter Treffpunkt. „Wir sind aktiver Teil der Nachbarschaft“, berichten Gundula Hildebrandt und Maik Niestreu.

Das Café Rennkoppel: Treffpunkt für die Nachbarschaft

Im Café Rennkoppel arbeiten ausschließlich Klienten der Fähre. „Zehn Menschen mit psychischer Erkrankung arbeiten hier“, sagt Hildebrandt. Jeder arbeitet täglich drei Stunden, insgesamt gibt es drei Schichten am Tag. "Das Besondere ist, dass sie durch die Verantwortung, die sie übernehmen und das positive Feedback der Kunden, an Selbstbewusstsein gewinnen.“ Oftmals hätten die Klienten vorher ganz wenig Kontakt nach außen gehabt. „Das ist für viele erst einmal ein Schockmoment. Sie stellen sich aber diesen Ängsten und gehen in Kontakt mit den Gästen“, berichtet Gundula Hildebrandt.

Ziel ist nach drei Jahren sei es, so viel Selbstbewusstsein aufzubauen, dass sie eine Ausbildung machen oder ein abgebrochenes Studium wieder aufnehmen können – oder eine anspruchsvollere Reha-Maßnahme. „Die Menschen werden in den zwei bis drei Jahren zu mutigen Menschen, wenn man bedenkt, wie sie zu Beginn waren“, erzählt Gundula Hildebrandt begeistert.

Bei den Heimfelder kommt das Café Rennkoppel gut an: „Für viele ist es ihr Büro. Die Leute sind dankbar, dass sie hierherkommen können und es hier friedlich ist. Die Kinder können spielen und Hunde sind auch willkommen.“ Auch haben schon viele aus der Nachbarschaft hier ihren Geburtstag gefeiert. Die Theke des Café Rennkoppel schmückt das Logo der alten "Harburger Rennbahn". | Foto: Niels Kreller„Die Leute kommen hier auch einfach ins Gespräch. Es ist ein richtiger Treffpunkt.“

Besonders ist auch, dass die Klienten der Fähre das Café selbst mit aufgebaut haben. Angefangen von den ersten Planungen über das Angebot bis hin zur Preisplanung. „Dafür waren sie unterwegs und haben die Leute auf der Straße befragt.“

Das Café Rennkoppel hat Montag bis Freitag von 9:30 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt leckere belegte Bagels, Suppen, Salate, portugiesische Natas und Croissants und Kuchen. „Alles frisch und hausgemacht.“ Für diejenigen, die das Café als Arbeitsplatz nutzen wollen, gibt es kostenloses W-LAN.

Ausstellung gegen Stigmatisierung

Anlässlich des Jubiläums gibt es eine Ausstellung gegen Stigmatisierung, die in Schaufenstern in Harburg gezeigt wird. Mit provokanten Sprüchen wie „Ist der Hund in der Paffe verrückt?“ oder Frosch im Hals oder nicht alle Tassen im Schrank“ soll sensibilisiert werden.

Zu sehen sein wird die Ausstellung im Gloria Tunnel, Bei Harburg Marketing in der Hölertwiete und eventuell auch in der HASPA-Filiale in Heimfeld. Wer weitere Möglichkeiten zu bieten hat, der kann sich gerne per Mail an die Fähre wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Außerdem sucht Die Fähre nach Büroräumen. „So um die 100 Quadratmeter“, sagt Gundula Hildebrandt.

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