Der Tischtennis-„Feuerwehrmann“: Jürgen von der Weihe ist 75 Jahre alt geworden
Tostedt-Dohren. Wer Jürgen von der Weihe vor oder in der Sporthalle in Dohren zum Tischtennis-Training oder zum sportlichen Wettkampf begegnet, erntet meistens zwei Dinge auf einmal - ein freundliches Lächeln und einen festen Händedruck. Bei Punktspielen seines SV Dohren ist er regelmäßig als aktiver Spieler in der Kreisliga der Herren im Einsatz. Der „Anti-Belag“ auf seinem Schläger ist bis heute geblieben. „Ich habe mir zur neuen Saison einen neuen Schläger gegönnt – der ist noch langsamer als der alte“, schmunzelt der Haudegen der Dohrener, der vor wenigen Tagen - kaum zu glauben - 75 Jahre alt geworden ist.
Doch Tischtennis ist für ihn mehr als nur mit dem Team dem nächsten Ligavergleich entgegenzufiebern. Der Nachwuchs im eigenen Verein liegt dem gebürtigen Harburger und gelernten Chemiefacharbeiter, der lange in Diensten der Firma Shell war und dort auch die Weiterbildung zum Industriemeister erfolgreich absolvierte, am meisten am Herzen. Der „Tischtennis-Quereinsteiger“, der früher auch Fußball beim FC Borussia Harburg spielte, griff erst im fortgeschrittenen Lebensalter von rund 45 Jahren zum Schläger und übertrug seinerzeit sein ausgeprägtes Familienleben in seinen Sport.
Außer Ehefrau Evelyn, seit mehr als fünf Jahrzehnten an seiner Seite ist, komplettieren vier Kinder und zwei Enkelkinder seine Familie. Nach dem Umzug nach Dohren im Jahr 1993, trat er vier Jahre später in den Sportverein ein und ist damit einer der Gründungsväter der Tischtennisabteilung. Der erste Fachwart der Abteilung blieb in diesem Amt bis 2017. Seit dem ersten Tag der Tischtennis-Sparte des SV Dohren ist der Hundenarr auch als Trainer für den Nachwuchs im Einsatz - bis heute
Außerdem setzte sich Jürgen von der Weihe in einer schwierigen Zeit mit Leidenschaft für eine große Aufgabe im Dienst der Jüngsten seines Sports ein: Als sich 2008 der Jugendausschuss des Tischtennis-Kreisverbands (TTKV) Harburg-Land fast vollständig auflöste und auch ohne Führung dastand, stand für ihn fest: „Ich übernehme den Posten des Kreisjugendwarts.“
Der „Tischtennis-Feuerwehrmann“ löschte so den nahenden Großbrand, der sicher ohne sein beherztes Eingreifen entstanden wäre. Die nötigen „Helfer“ kehrten zurück, Turniere wurden wieder durchgeführt. Und dass hatte damals ganz viel mit der „Person“ Jürgen von der Weihe zu tun.
Außer der Familie und „seinem“ Sport ist die Musik eine Leidenschaft, die ihn spätestens seit seinem 60. Lebensjahr begleitet. Er komponierte schon mal einige Weihnachtslieder und natürlich auch eins für seine Tischtennis-Jungs. Beim Aufstieg der ersten Herren-Mannschaft in die 1. Bezirksklasse nach der Spielzeit 2011/2012 widmete er mit viel Kreativität jedem Spieler eine Strophe.
Als Einzelsportler landete er kürzlich einen schönen Erfolg. Bei den Kreismeisterschaften der Senioren belegte er im Einzel der Altersklasse 70 den dritten Platz. Sein außergewöhnlicher Einsatz für den Tischtennis-Sport bleibt hoffentlich noch lange erhalten, ebenso die Begegnungen mit ihm am blauen oder grünen Tisch.
