Buchholzer GAK-Schüler leisten einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Steinbeck
Buchholz-Steinbeck. Am vergangenen Sonntag, dem Volkstrauertag, kamen rund 60 Menschen am Kriegerdenkmal in Steinbeck zusammen, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Nach dem traditionellen Teil mit Kranzniederlegung und Reden des Steinbecker Ortsbürgermeisters Ralf Becker und des Buchholzer Bürgermeisters Jan-Hendrik Röhse wurde der zweite Teil dieser Veranstaltung in diesem Jahr von Schülerinnen und Schülern der Geschichts-AG des Gymnasiums Am Kattenberge (GAK) gestaltet.
Die GAK-Geschichts-AG hatte sich vorher intensiv mit den einschlägigen Quellen und der Fachliteratur zum Gefecht am 19. April 1945 in Steinbeck, also wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs) beschäftigt und dabei unter anderem herausgefunden, dass sich der in Buchholz hartnäckig überlieferte Mythos, wonach es sich um eine letzte kleine versprengte Einheit gehandelt hätte, die sich aus purer Verzweiflung den anrückenden Briten entgegengestellte, nicht mehr aufrechterhalten lässt.
Denn hierbei wird nach den Schüler-Recherchen verschwiegen, dass die Zahl der beteiligten Wehrmachts-Soldaten viel größer gewesen sein muss und dass es sich durchaus um reguläre Truppen unter Beteiligung von Volkssturm-Einheiten und der Waffen-SS gehandelt hat. Die britischen Opfer und die beiden Zwangsarbeiter, die im Zuge des Gefechts getötet wurden, finden indes bis heute nirgendwo Erwähnung.
In diesem Sinne hielten zwei Schüler der Geschichts-AG eine beeindruckende Rede, in der sie als Anstoß die Inschrift des Gedenksteins „Gegen das Vergessen“ nahmen, um zum einen historisch sachgerecht über die Ereignisse im Zuge des Gefechts in Steinbeck zu berichten und zum anderen auch über die gegenwärtige Erinnerungskultur in der Stadt Buchholz nachzudenken.
Im Anschluss daran wurde feierlich eine von den Schülerinnen und Schülern selbstgestaltete Tafel zu den historischen Ereignissen am 19. April 1945 aufgestellt, die demnächst eine professionelle Gestalt erhalten soll. Zudem ist eine weiterführende Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Kunst zum Thema „Moderne Erinnerungskultur in Buchholz“ für Mitte Dezember am Gymnasium Am Kattenberge geplant.
