Kunst mit Blick auf gesellschaftliche Realität - FEG-Schüler-Besuch bei "Hinz und Kunzt"
Harburg-Heimfeld. Im Kunstunterricht hat sich der Kunstkurs der Klasse 10T1 des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Heimfeld mit dem Thema Obdach- und Wohnungslosigkeit beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler näherten sich dem Thema künstlerisch, indem sie sogenannte „Nebenschauplätze“ zeichneten.
Damit sind Orte gemeint, die im Alltag oft übersehen werden, zum Beispiel Plätze unter Brücken, Hauseingänge, Parkbänke, Bahnhöfe oder geschützte Ecken in der Innenstadt. Es sind Orte, an denen Menschen ohne festen Wohnsitz schlafen, sich aufhalten oder Schutz suchen. Diese Plätze stehen selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Bürgern ohne diese Probleme und gehören doch zur Realität der Stadt. Ziel der Unterrichtseinheit war es, genauer hinzusehen und diese oft unsichtbaren Orte bewusst wahrzunehmen.
Im Laufe der Stunden kamen viele Fragen auf: Wie geraten Menschen in die Obdachlosigkeit? Welche Hilfsangebote gibt es? Wie sieht der Alltag auf der Straße aus? Ein Schüler recherchierte besonders engagiert und telefonierte sogar mit dem Roten Kreuz, um sich weiter zu informieren.
Zum Abschluss besuchte der Kurs heute gemeinsam mit Lehrerin Alexandra Anna Kiss Hinz und Kunzt. Hinz und Kunzt ist bekanntlich ein Hamburger Straßenmagazin, dessen Exemplare von obdachlosen und ehemals obdachlosen Menschen verkauft wird. Die Organisation bietet Unterstützung, Beratung und die Möglichkeit, durch den Verkauf des Magazins eigenes Geld zu verdienen.
Vor Ort führten die Schülerinnen und Schüler ein ausführliches Gespräch mit einem ehemals obdachlosen Mann. Sie zeigten ihm ihre Zeichnungen, die im Unterricht entstanden waren, und kamen darüber ins Gespräch. Es war sehr eindrucksvoll, mit jemandem zu sprechen, der Obdachlosigkeit selbst erlebt hat und offen von den Schwierigkeiten und Herausforderungen berichtete.
Die Unterrichtseinheit und auch der Besuch bei Hinz und Kunzt haben die Schüler dafür sensibilisiert, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Oft beginnt Hilfe schon damit, Menschen wahrzunehmen und nicht wegzusehen. Ein herzliches Dankeschön ging an den FEG-Schulverein, der den Besuch bei Hinz und Kunzt ermöglicht hat.
