Auf Gutenbergs Spuren: Historische Buchdruckerei in Wilhelmsburg erhalten
Wilhelmsburg. Seit mehr als 60 Jahren wird in einem kleinen Werkstattgebäude in Wilhelmsburg traditionell gedruckt – auf einer originalen Buchdruckpresse, „wie zu Gutenbergs Zeiten“. Nun möchte Gundula Niegot, Tochter des früheren Druckereibesitzers Olaf Niegot, dieses seltene Handwerk bewahren und hat dazu ein Crowdfunding-Projekt auf der Plattform Startnext gestartet.
Das Ziel: die historische Buchdruckerei zu erhalten, die seit den 1960er-Jahren als „ONI-Druck“ bekannt war. Unterstützerinnen und Unterstützer können bis zum 7. Juni 2026 helfen, indem sie bedruckte Servietten oder Bierdeckel mit individuellen Namen und Motiven erwerben – oder frei unterstützen. Produziert wird in liebevoller Handarbeit auf einem „klingelnden“ Heidelberger Tiegel mit mehr als 130 historischen Druckklischees.
„Ich möchte das Handwerk, das ich schon als Kind von meinem Vater erlernt habe, lebendig halten“, sagt Gundula Niegot. Künftig will sie die Druckerei nicht nur als Werkstatt, sondern auch als Ort der Begegnung für Kreative, Künstler:innen und Interessierte öffnen. Erste Gelegenheiten, ihre Arbeiten zu sehen, gibt es abeim Kunsthandwerkermarkt im Bürgerhaus Wilhelmsburg (19. April).
Die Druckerei blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Olaf Niegot erlernte das Handwerk bereits 1949 in Hamburg. Nach Stationen bei namhaften Betrieben wie Schüthe Druck, Offizin Paul Hartung und Springer gründete er 1984 seine eigene Werkstatt in Wilhelmsburg. Dort entstanden jahrzehntelang Druckerzeugnisse für Privat- und Geschäftskunden – von Einladungskarten bis zu personalisierten Bierdeckeln.
Seit 2018 zählen traditionelle Drucktechniken offiziell zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Mit ihrem Projekt möchte Gundula Niegot dazu beitragen, dass dieses historische Handwerk auch in Hamburg weiterhin seinen Platz behält.
Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten:
Startnext-Projekt „Historische Buchdruckerei erhalten – auf Gutenberg’s Spuren“
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