Abriss der „Soul Kitchen“-Halle in Wilhelmsburg hat begonnen
Wilhelmsburg. Ein Stück Hamburger Kulturgeschichte verschwindet: Am Montag haben in Wilhelmsburg die Abrissarbeiten an der bekannten „Soul Kitchen“-Halle begonnen. Das markante Backsteingebäude war weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt – zunächst als Kulisse des preisgekrönten Films Soul Kitchen von Fatih Akin, später als lebendiger Treffpunkt für Kunst und Musik.
Nach dem Erfolg des Films entwickelte sich die Halle in den Jahren danach zu einer beliebten Veranstaltungsstätte für Konzerte, Ausstellungen und Partys. Sie stand sinnbildlich für den kreativen Aufbruch, der Wilhelmsburg seit den 2000er Jahren geprägt hat. Doch 2012 wurde das Gebäude aus Sicherheitsgründen geschlossen – Schäden an der Bausubstanz machten eine weitere Nutzung unmöglich.
In den vergangenen Jahren verfiel die ehemalige Industriehalle zunehmend. Gutachten bestätigten erhebliche bauliche Mängel; die Statik galt zuletzt als nicht mehr sicher. Eine Sanierung oder Restaurierung war nach Angaben der Eigentümer wirtschaftlich nicht mehr durchführbar. Nun wird das Gebäude schrittweise abgetragen.
Mit dem Abriss geht ein Ort verloren, der in der jüngeren Geschichte Hamburgs eine besondere Rolle spielte – als Symbol für urbane Kreativität und kulturelle Zwischennutzung. Viele ehemalige Besucherinnen und Besucher zeigen sich in sozialen Netzwerken wehmütig, erinnern sich an Konzerte, Festivals und Drehmomente.
Was künftig auf dem Gelände entstehen soll, ist noch nicht abschließend geklärt. Das Areal liegt im Entwicklungsgebiet Wilhelmsburg und könnte Teil neuer städtebaulicher Pläne werden. Sicher ist jedoch: Mit dem Ende der „Soul Kitchen“-Halle schließt sich ein weiteres Kapitel Hamburger Kulturgeschichte.
