Das magische Amulett: Einmal Held sein!
Harburg-Heimfeld. „Hab doch mal ein bisschen Mut, dann spürst du auch, wie gut das tut!“ Energisch fordert die gute Hexe Arifex den ansonsten furchtlosen Wolfskönig auf, den schlafenden Sirenen das magische Amulett abzunehmen, das er zuvor verloren hat.
Der jedoch weigert sich, weil er weiß, dass die wunderschönen Spinnenwesen ihn mit einem giftigen Biss ins Jenseits befördern könnten. Und als Arifex sich dann selbst aufmacht, bezahlt sie Ihren Mut mir ihrem Leben und widerlegt damit ihre eigene Aussage. Sterbend fliegt sie zum Mond und sorgt damit für eine tief unter die Haut gehende Schlussszene.
Die Geschichte der einäugigen Prinzessin Coco, die im Fabelland nach ihrem verschollenen Bruder sucht, ist zwar schon ein paar Jahre alt, wurde aber von ihrem Erfinder, dem Rosengartener Komponisten Uwe Heynitz, überarbeitet und komplett neu inszeniert. Herausgekommen ist ein optisch und musikalisch umwerfendes Familienmusical mit Tiefgang und – wie man es von den Musical Kids kennt – herausragender Musik, die von einer Live-Band begleitet wird.
Heynitz, der auch Regisseur des Ganzen ist, kann sich bei seiner Arbeit auf ein eingespieltes Team aus Techniken, Licht- und Soundspezialisten und Bühnen- und Kostümbildnern verlassen, die Garant dafür sind, dass die Musical Kids Hamburg regelmäßig solide, professionell anmutende Shows abliefern.
Und die haben es in sich: Die Spielfreude der 20 Kids auf der Bühne ist bis in die letzte Reihe zu spüren, so dass die bei den beiden vormittäglichen Vorstellungen bis auf den letzten Platz mit Schülern gefüllte Friedrich-Ebert-Halle zu einem lautstarkem Mega-Event mutierten.
Bei dem wundervollen und ans Herz gehenden Abschiedslied der Hexe Arifex „Tanzen auf dem Mond“ aber wurde es still, und die eine oder andere Träne wurde (heimlich) verdrückt. Was blieb, war ein Gedanke: „Hab doch mal ein bisschen Mut!“
