"Mit alten Männern spiel ich nicht" - Bertram Engel zu Gast in der Buchholzer Empore
Buchholz. Am vergangenen Mittwochabend wurde die Empore Buchholz zum Treffpunkt für Musikfans und Literatur-Begeisterte. Bertram Engel stellte dort seine Biografie "Mit alten Männern spiel ich nicht" vor. Der renommierte Musiker gilt nicht nur als einer der besten Drummer Deutschlands, sondern ist ebenso Pianist, Musikproduzent und Autor. Bruce Springsteen bezeichnete Engel als einen der besten Schlagzeuger weltweit.
Entstanden ist das Buch während der Corona- Pandemie, als Konzerte und Tourneen plötzlich eine Zwangspause machen mussten. Die Idee, seine jahrzehntelangen Erlebnisse in den Bands von Peter Maffay und Udo Lindenberg aufzuschreiben, kam von seiner Frau Petra. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Musikjournalist Tom Schäfer arbeitete Engel insgesamt vier Jahre lang an seiner Biografie. Schäfer hatte den Musiker über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder interviewt.
Der ungewöhnliche Titel des Buches geht auf eine Studioanekdote aus dem Jahr 1984 zurück. Während einer Aufnahme mit Peter Maffay verlor Engel aufgrund des aus seiner Sicht zu langsame Arbeitstempo der Band die Geduld, warf seine Drumsticks vor Peter Maffays Füße und rief: "Mit alten Männern spiel ich nicht". Ein Satz, der später Kultstatus erreichte.
Mit zahlreichen Geschichten aus seinem bewegten Musikerleben bewies Engel abermals eindrucksvoll, dass sein musikalisches Talent weit über das Schlagzeug hinausgeht.
Zwischen den Lesepassagen sang er selbstgeschriebene Songs und begleitete sich dabei am Klavier. Für Peter Maffay und Udo Lindenberg schrieb Engel im Laufe seiner Karriere an vielen bekannten Titeln mit. Unter anderem auch an Maffays "Tabaluga" war Engel maßgeblich beteiligt. Seit mittlerweile fünf Jahrzehnten begleitet er beide Künstler auf ihren Tourneen - obwohl diese kaum unterschiedlicher sein könnten.
"Peter Maffay ist der Rockige, Udo Lindenberg eher der Ruhige. Da muss man sich schnell umstellen und anpassen können", erzählt Bertram Engel während der Lesung mit einem Augenzwinkern.
Nach der Veranstaltung nahm sich Bertram Engel viel Zeit für Autogramme, Fotos und persönliche Gespräche mit seinen Gästen. Wie groß die Begeisterung des Publikums war, zeigte sich während der Pause: Sämtliche Bücher waren restlos ausverkauft.Zum Schluss gab es nicht nur Standing Ovationen, sondern noch eine besondere Zugabe.
