Hermann Stein: Ein Harburger UrgeStein feiert 90. Geburtstag
Harburg. Ein Harburger UrgeStein feierte am Montag seinen 90. Geburtstag: Der Architekt und Immobilienunternehmer Hermann Stein gehört zweifelsohne zu den bekannten und bedeutenden Persönlichkeiten Harburgs. Rund 60 Jahre hat er mit seinen Projekten den Bezirk mitgeprägt.
Am Montag versammelten sich rund 80 Gäste um den Jubilar und seine Frau Anita im Privathotel Lindtner in Heimfeld, darunter auch viel Familie aus aller Welt. Mit dabei waren auch alte Freunde und bekannte Harburger wie Heinz Lüers, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Bauunternehmer und Neffe Udo Stein und Prof. Rainer Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg / Stadtmuseum Harburg.
Neben guten Gesprächen und gutem Essen - es gab unter anderem weißen und grünen Spargel mit Sauce Hollandaise, Heidekartoffeln, Katenschinken und Kalbsfilet - stand natürlich das Leben von Hermann Stein im Mittelpunkt.
Stein ist ein Harburger Gewächs: Geboren wurde er 1936 im Krankenhaus Irrgarten in Harburg. Aufgewachsen ist er im Stadtteil Eißendorf, dem er bis heute treu geblieben ist. Er sei eigentlich immer hiergeblieben, sagt Stein, der im Laufe seines Lebens mehrere Wohnorte im Stadtteil hatte und heute im Göhlbachtal lebt.
Seine berufliche Laufbahn begann früh: Bereits 1952 startete er nach dem Studium im Hoch- und Tiefbau ins Berufsleben.
Am 1. Juli 1964 wagte Stein den Schritt in die Selbstständigkeit. Sein erstes Büro richtete er in einem selbstgebauten Haus ein, das er gemeinsam mit seinem Schwager errichtet hatte. Dort setzte er auch seinen ersten Auftrag um: den Umbau einer Harburger Musikschule.
Nur wenige Monate später verstarb sein Vater, ebenfalls Architekt. Die verbliebenen Aufträge wurden zwischen Stein und seinem Bruder aufgeteilt.
In den folgenden Jahren baute er sein Büro weiter aus: 1965 stellte er die erste Bauzeichnerin ein, ein Jahr später folgte ein Bauingenieur.
Ein schwerer Einschnitt folgte Anfang der 1970er Jahre: Stein erlitt einen Herzinfarkt. "Das hat mich persönlich stark zurückgeworfen", sagt er. Dank seines Teams konnte der Betrieb jedoch weitergeführt werden. Nach seiner Genesung eröffnete Stein 1974 ein größeres Büro mit zwölf Mitarbeitern.
Auch über die eigene Tätigkeit hinaus engagierte sich Stein: Ende der 1980er Jahre war er Mitglied im Gutachterausschuss der Stadt Hamburg. Ab
1996 konzentrierte er sich ausschließlich auf eigene Projekte und nahm keine Aufträge von privaten Bauherren mehr an.
Auch in der Harburger Schützengilde, wo Stein "Grüner Major" ist, war er aktiv. 1955 hat er zum ersten Mal am Harburger Vogelschießen teilgenommen.
Drei Jahre später trat er den Fahnenjunkern bei und Anfang der 1960er Jahre der neu gegründeten Schützenkompagnie und wurde 1964 zum Knopfsergeanten ernannt. Von 1979 bis 1990 war Stein Mitglied der Deputation und 1986 folgte im wahrsten Sinne des Wortes die Krönung seines
Schützenlebens: Er wurde Gildekönig und 1997 weiderholte er diesen Erfolg.
Und auch außerhalb seines Berufes und der Gilde war Hermann Stein für sein Harburg da. Beispielsweise als Unterstützer von Kunst im öffentlichen Raum.
So hat er ich unter anderem für die Lämmerskulptur in der Lämmertwiete, den Tuba-Spieler auf dem Rathausplatz und den Kubus vor dem ehemaligen Standesamt eingesetzt.
"Hermann Stein ist wie sein Name: ein Fels in der Brandung", sagt Rainer Maria Weiss über den Jubilar. "Er ist eine Institution in der Harburger Schützengilde, schließlich war er zweifacher König, und er ist eine Institution als Architekt, denn seinen Gebäuden begegnet man jeden Tag und überall. Und das Feiern hat er nie verlernt, auch nicht mit 90."
