Nazischmierereien an Neugrabener Fußgängerbrücke
Süderelbe-Neugraben. Ein oder mehrere Nazischmierfinken haben die vor Kurzem kunstvoll bemalte Fußgängerbrücke am Neugrabener Bahnhof besudelt. Wohl in der Nacht zu Sonntag wurde zum einen ein Hakenkreuz auf das Wandgemälde gesprüht sowie der erklärende Text, in dem zu lesen war, dass dieses Kunstwerk von vielen Menschen aus dem Stadtteil gemalt wurde, durchgestrichen.
Harburgs Stadtmaler Ralf Schwinge, der zusammen mit der Kunst- und Sozialpädagogin Kathi Lühr den Entwurf für die Brücke und mit den zahlreichen Künstlern die Bemalung gemacht hat, ist entsetzt, aber nicht überrascht. „Ich finde es schlimm, dass man schon davon ausgehen musste, dass das passiert – nachdem schon vor Fertigstellung und auch danach in den Sozialen Medien wegen der Farben gehetzt wurde.“ Schwinge sieht die Verschandelung auch nicht als spontane Aktion an und nicht zufällig. „Das ist ein geplanter Angriff, nämlich genau da. wo geschrieben steht, dass das Gemälde von 50 Menschen aus dem Stadtteil, in einer gemeinschaftlichen Aktion und, wie es dann in den Medien stand, aus allen Kulturen, gemalt wurde.“
Laut Auskunft der Polizei vor Ort gibt es derzeit keine Hinweise auf Täter und auch keine Videoaufzeichnungen. Die Ermittlungen hat laut örtlicher Polizei die Bundespolizei übernommen, von der es noch keine weiteren Informationen gibt.
In den Sozialen Medien wurde schon bei Bekanntgabe des Entwurf wegen der angeblichen Regenbogenfarbgestaltung von Rechtsextremen gegen das Projekt gehetzt. Selbst der richtige Einwand, dass es zwar: ja, bunte Farben seien, diese aber nicht in korrekter Reihenfolge eines Regenbogens zu sehen seien, übertraf offensichtlich den Verstandeshorizont der Kommentatoren. Ebenso auch der Hinweis, dass die Gestaltung nicht an einen Regenbogen angelehnt sei, sondern eher an den Stil eines Van Gogh.
Lange zu sehen waren die Nazischmierereinen nicht. Denn sie wurden zügig und auch fachgerecht entfernt und Kati Lühr war gleich am Montag mit einem ihrer Malkurse zur Stelle und setzte das Wandgemälde wieder Instand.
