Bundesweite Großrazzia gegen Schleuser-Netzwerk - Auch Harburg im Visier
Harburg. Mit einem Großaufgebot gehen Bundespolizei und Zoll seit Mittwochmorgen gegen ein mutmaßlich organisiertes Schleuser-Netzwerk vor. Mehr als 2.000 Einsatzkräfte sind seit 6 Uhr in zwölf Bundesländern im Einsatz, bundesweit sollen mehr als 100 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden. Auch in Hamburg rückten die Ermittler zu mehreren Objekten aus.
Schwerpunkt: Hotelreinigungsgewerbe und illegale Beschäftigung
Im Zentrum des umfangreichen Ermittlungsverfahrens steht nach bisherigen Informationen ein mutmaßliches Netzwerk aus dem Hotelreinigungsgewerbe. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern, des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt, der Geldwäsche sowie illegaler Beschäftigung. Auch Steuerdelikte und Urkundenfälschung sollen Gegenstand der Ermittlungen sein.
Die Ermittler gehen offenbar dem Verdacht nach, dass ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland gebracht und anschließend unter illegalen Bedingungen beschäftigt worden sein könnten. Eine zentrale Rolle sollen dabei Firmen und Subunternehmen aus der Reinigungsbranche spielen. Bundesweit werden im Zuge des Einsatzes deshalb auch Objekte mit Verbindungen zum Hotel- und Reinigungsgewerbe durchsucht.
Mehr als 100 Durchsuchungen – zweistellige Zahl von Haftbefehlen
Die Dimension des Einsatzes ist erheblich: In zwölf Bundesländern sollen mehr als 100 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden. Gleichzeitig soll es eine zweistellige Zahl von Haftbefehlen geben. Mehr als 2000 Beamtinnen und Beamte von Bundespolizei und Zoll sind an den Maßnahmen beteiligt.
Hamburg: Durchsuchungen in Marienstraße, Hausbruch und Bergedorf
Auch in Hamburg gibt es seit den frühen Morgenstunden mehrere Durchsuchungen. Einsatzkräfte rückten unter anderem zu einer Erdgeschosswohnung in der Marienstraße aus. Dort wurde nach ersten Informationen Bargeld sichergestellt. Zur Höhe der Summe liegen bislang keine Angaben vor.
Weitere Einsatzorte befinden sich am Rehrstieg in Hausbruch sowie an der Steinbeker Hauptstraße im Bezirk Bergedorf. Welche Beweismittel dort sichergestellt wurden, ist bislang nicht bekannt. Nach Informationen der Redaktion wurden im Zusammenhang mit dem Großeinsatz in Hamburg zudem rund eine Handvoll Haftbefehle vollstreckt.
Ermittlungen im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft
Die Durchsuchungen erfolgen im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft. Neben Bundespolizisten sind in großem Umfang Kräfte des Zolls beteiligt. Die Ermittlungen richten sich gegen Strukturen, die mutmaßlich zur illegalen Beschäftigung von Arbeitskräften und zur Verschleierung von Geldflüssen genutzt worden sein sollen.
Bereits am Morgen waren im Zusammenhang mit dem Einsatz Kontrollen in Hotels und bei Reinigungsunternehmen bekannt geworden. Im Fokus steht dabei insbesondere die Frage, ob Beschäftigte ordnungsgemäß angemeldet und Sozialversicherungsbeiträge sowie Steuern vollständig abgeführt wurden.
Weitere Einzelheiten folgen
Die Bundespolizeidirektion Berlin will im Laufe des Mittwochs weitere Einzelheiten zu dem Ermittlungsverfahren bekannt geben. Für Donnerstag ist zudem eine Pressekonferenz geplant. Dann dürften auch nähere Angaben zu den Beschuldigten, den Tatvorwürfen, den vollstreckten Haftbefehlen und den Ergebnissen der bundesweiten Durchsuchungen folgen.
Die Maßnahmen dauern an.
