Gutskapelle Holm mit dem Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet
Holm. „Es ist toll, was Sie geschafft haben!“ Man sah Andreas Sommer vom Vorstand der www.gut-hom.desichtlich an, wie sehr er sich über den Preis für Denkmalpflege 2016 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung freute, den er an die Familie Kohrs für die Restaurierung der Gutskapelle Holm überreichen konnte. Man fühle sich hier in die Vergangenheit versetzt, stellte Sommer beim Betrachten der Kapelle fest.
Auch Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, ist von den Ergebnissen der Restaurierung begeistert. Es war schon mehrfach im Zeitraum der Restaurierung auf Gut Holm gewesen und hatte die Fortschritte gesehen. „Wir gratulieren Ihnen ganz herzlich für das, was Sie geleistet haben – das geht über das normale Maß hinaus“, so Schormann. Seine Recherchen hätten ergeben, dass es nur rund ein Dutzend Gutskapellen in Niedersachsen gebe, davon die meisten im Nordhannoverschen Raum. „Das ist ein regionaltypisches Phänomen, dem man mal nachgehen müsste“, sinnierte der Historiker.
Um ans Ziel zu gelangen, gab es für Familie Kohrs viel zu tun: Durch die Schäden an den Grundschwellen der 1580 erbauten Gutskapelle hatte sich der Altarraum einige Zentimeter abgesetzt und durch den Anbau auf der Westseite drang Wasser in die angrenzenden Wände ein. Tragende Holzbalken waren morsch. So wurden zuerst die Schäden an den Holzbalken vollständig behoben und den Anbau entfernt. Die Fensterrahmen aus Blei wurden ebenso repariert wie die historische Bohlentür und der Glockenturm neu mit Schiefer gedeckt. Und vor den sogenannten Schall-Luken, den kleinen Fenstern im Glockenturm, durch die der Schall der Glocke nach außen dringt, hängen jetzt neue Holzlamellen.
Für Andreas Sommer ist es wichtig, dass Baudenkmäler wie die Holmer Gutskapelle erhalten bleiben. „Baudenkmäler prägen die Ortsbilder im ländlichen Raum genauso wie im städtischen Bereich. Sie sind daher ein wichtiger Beitrag zur regionalen Identität und Identifikation der Bürger mit ihren Wohnorten.“ Michael Heinrich Schormann sieht die Bedeutung der Gutskapelle auch aus Historikersicht: „Durch die Restaurierung der Gutskapelle ist verhindert worden, dass dieser wichtige Zeitzeuge der Geschichte Niedersachsens verschwindet.“ Alle Gutskapellen seien um die gleiche Zeit erbaut worden und seien Dokumente der Reformation. Sommer und Schormann sind sich einig, dass es richtig ist, dass der bundesweit renommierteste Preis für Denkmalpflege nach Holm ging. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat den Preis für Denkmalpflege jetzt zum 16. Mal vergeben. Der Preis ist mit Gesamtpreisgeld in Höhe von 75.000 Euro dotiert und honoriert das private Engagement, das Eigentümer für den Erhalt historischer Baudenkmale aufbringen. In diesem Jahr wurden 19 Denkmale mit einem Preis bedacht, unter anderem die Wassermühle Karoxbostel mit dem Landespreis. Sieben weitere restaurierte Denkmale erhielten eine Belobigung.
Aber auch einen geistlichen Aspekt gibt es. Denn die Kapelle wird aktiv genutzt. Zum einen finden hier Gottesdienste der Kirchengemeinde Holm-Seppensen statt. „Die Kapelle ist auch als Kirche wichtig, als Gegensatz zum modernen Gemeindehaus“, meint Anne Kohrs. Und auch Brautpaare finden hier eine idyllische Atmosphäre für die Hochzeit. Dazu können Interessierte mit Susanne Kohr Kontakt aufnehmen,Telefon: 04187-32023 oder www.gut-hom.de.