Thema Flüchtlingshilfe: Gäste aus dem Sudan informieren sich beim Harburger Roten Kreuz
Harburg/Neugraben. Sudanesischer Roter Halbmond trifft Harburger Rotes Kreuz: Der Generalsekretär der Rothalbmond-Gesellschaft in dem nordostafrikanischen Staat und die dortige Koordinatorin für internationale Zusammenarbeit besuchten auf Vorschlag des DRK-Generalsekretariats in Berlin den DRK-Kreisverband Harburg, um sich hier einen Tag lang zum Thema Flüchtlingshilfe zu informieren.
Das Harburger Rote Kreuz betrieb in 2016 zeitweilig sechs Erstaufnahmen für Geflüchtete sowie eine Folgeunterkunft für Asylsuchende mit Bleibeperspektive. Damit war der Kreisverband lange Zeit der größte nicht-städtische Träger von Unterkünften in Hamburg. „Da die Zahl der Menschen, die hier Schutz suchen, inzwischen stark zurückgegangen ist, sinkt auch die Zahl der Erstaufnahmen“, erläuterte DRK-Vorstand Harald Krüger den sudanesischen Gästen während eines Besuchs in der Erstaufnahme Neuland I.
Begleitet wurden sie von zwei Mitarbeiterinnen des DRK-Generalsekretariats, dem deutschen Dachverband innerhalb der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. In der Unterkunft Neuland I sind derzeit 280 Schutzsuchende, darunter viele Familien aus Syrien, Afghanistan, Iran und Irak, in Wohncontainern untergebracht. In den Unterkünften, die der Kreisverband in Stellingen und Schnelsen betreibt, leben aktuell noch einmal insgesamt rund 800 Geflüchtete.
Die sudanesischen Gäste zeigten sich beeindruckt von dem umfangreichen Angebot des DRK für geflüchtete Familien, Kinder und Erwachsene innerhalb und außerhalb der Unterkunft, die vielfach von Ehrenamtlichen unterstützt werden. Dazu gehören laut Einrichtungsleiterin Lakshmi Wirotama-Bachmeier neben medizinischer und therapeutischer Betreuung unter anderem Deutsch- und Alphabetisierungskurse, Kinderbetreuung und Elterncafé, Verkehrsschulungen und Musikunterricht, Schwimmunterricht und Sport. „Bei allem, was wir tun, steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund“, betonte die DRK-Einrichtungsleiterin.
Die Delegation besuchte auch die DRK-Folgeunterkunft Am Röhricht in Neugraben. Dort leben derzeit 630 Menschen in 25 Holzhäusern mit jeweils vier eigenständigen Wohneinheiten pro Haus. „Hier sind zwar ebenfalls DRK-Sozialarbeiter als Ansprechpartner vor Ort, doch die Bewohner organisieren sich ihr Leben weitestgehend selbstständig“, so DRK-Vorstand Harald Krüger. Auch Migranten außerhalb der Einrichtungen finden beim Harburger Roten Kreuz Unterstützung bei verschiedenen offenen Beratungsangeboten.
Der Sudanesische Rote Halbmond (SRCS) betreut unter anderem Flüchtlinge aus den Nachbarländern Eritrea, Äthiopien und Somalia. Dabei wird die Rothalbmond-Gesellschaft in dem nordostafrikanischen Land vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt.