Menschliche Knochen bei Bauarbeiten in der Hölertwiete gefunden
Harburg. Schreckmoment für die Bauarbeiter, die gerade in der Hölertwiete neben dem Haus der Kirche für den neuen Look des BID Sand/Hölertwiete am Baggern sind: Am Donnerstag gegen 14 Uhr fanden sie im Aushub einer Grube auf einmal Knochen. Beobachter vor Ort sprachen von einem Stück Schädeldecke und einem Schulterblatt, das von der Größe her menschlich aussah.
Die Polizei, die gleich mit mehreren Streifenwagen die Baustelle und die Funde inspizierte, hielt den Ort aber anscheinend nicht für einen Tatort: Nach kurzer Zeit konnten die Bauarbeiten fortgeführt werden. Die Arbeiter, so wurde berichtet, seien angewiesen, weitere Funde zu sammeln und zu melden.
Wahrscheinlich stammen die Funde von einem Friedhof, der von 1647 etwa 180 Jahre im Bereich des heutigen Haus der Kirche der Hölertwiete war. Auch Prof. Rainer-Maria Weiss vom Archäologischen Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg bestätigt dies: „Im 30-jährigen-Krieg wurde die Schlossinsel befestigt. Um die Festungsanlage zu bauen wurden die dort Wohnenden umgesiedelt in „Neue Straße“ und die Dreifaltigkeit-Kirche wurde gebaut. Der Sand wurde als Markt errichtet und dahinter lag der Friedhof mit Kapelle.“ Dann wurde dort 1827 ein kirchliches Verwaltungsgebäude gebaut, 1872 folgte ein Pastorat und 1948/49 wurde dort die Christuskirche errichtet, die allerdings schon wieder 1977 abgerissen wurde um dem Haus der Kirche Platz zu machen.
Die Knochen sind jetzt laut Auskunft der Polizei in der Gerichtsmedizin um dort untersucht zu werden und um einzuordnen, aus welcher Epoche sie stammen. "Die Polizei geht von keinem aktuellen Fall aus", so Jens Fischer, Dienstgruppenleiter im PK 46.