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Interview: Physiotherapie in Zeiten von Corona

| Niels Kreller | Life
Sabina Kunze, Inhaberin der Physiotherapie im Centrum am Harburger Ring, berichtet im Interview von den neuen Anforderungen in ihrer Praxis durch das Corona-Virus. | Foto: ein
Sabina Kunze, Inhaberin der Physiotherapie im Centrum am Harburger Ring, berichtet im Interview von den neuen Anforderungen in ihrer Praxis durch das Corona-Virus. | Foto: ein

Harburg. In den vergangenen Wochen mussten sich alle Firmen den durch das Corona-Virus entstandenen neuen Bedingungen anpassen. Physiotherapiepraxen bilden einen wichtigen Baustein im deutschen Gesundheitssystem und gelten als "systemrelevant" – sie haben weiterhin geöffnet. Aber auch dort hat sich durch das Virus einiges geändert. Was, das ist Thema unseres Gesprächs mit Sabina Kunze, Inhaberin der Physiotherapie im Centrum am Harburger Ring.

Frau Kunze, wie haben Sie in Ihrer Praxis auf das Auftreten von COVID-19 reagiert?
Wir haben als moderne Praxis mit hohem Verantwortungsbewusstsein bereits vor Auftreten des Corona-Virus mit hohen Hygienestandards gearbeitet, aber haben unsere Aufmerksamkeit für Hygieneschutz noch weiter erhöht.

Wie kann man sich das vorstellen?
Die ganze Praxis war schon bisher an zahlreichen Stellen mit Desinfektions-Spendern ausgestattet, die Behandlungsbänke werden stets nach jeder Behandlung desinfiziert und Einweg-Gesichtstücher kommen zum Einsatz. Das ist nicht neu, aber die Häufigkeit der Desinfektion von Kontaktflächen hat sich zum Beispiel stark erhöht oder der Dialog mit Patienten im Vorfeld der Behandlungen hat sich verändert.

Was hat sich da geändert?
Zum einen klären wir jetzt ab, ob Erkältungs- oder Grippesymptome vorliegen. Zum anderen prüfen wir, ob Patienten zu den bekannten Risikogruppen gehören. Dann gilt es abzuwägen, ob ein Besuch in der Praxis der beste Weg ist. Unser Therapeuten-Team ist zwar mit Handschuhen und Mundschutz ausgestattet, kann aber auch Alternativen zur Behandlung in der Praxis anbieten.

Welche Alternativen kommen da in Frage?
Wir können natürlich zu Patienten fahren, falls diese den Weg samt etwaigen Risiken nicht auf sich nehmen möchten. Ansonsten können wir unsere Behandlung per Video-Chat anbieten. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir im Jahr 2020 schon so viele Physio-Termine per Video-Stream durchführen. Da sind wir eines von vielen Beispielen dafür, wie die aktuelle Situation die Digitalisierung in Deutschland vorantreibt.

Wie sieht es überhaupt mit ausreichend Hygiene-Artikeln wie Mundschutz oder Desinfektionsmitteln aus?
Da haben wir als Physio-Praxis mit regelmäßigen Lieferungen kein Problem gehabt. Selbst Einweg-Mundschutz haben wir stets vorhanden, da diese von den Therapeuten schon vorher bei Kiefergelenksbehandlungen eingesetzt worden sind.

Viele Unternehmen in Deutschland haben Kurzarbeit angemeldet. Wie sieht es da bei Ihnen aus?
Kurzarbeit ist bei uns kein Thema gewesen. Wir haben wie von den Behörden vorgesehen geöffnet und wollen gerade jetzt mit dem ganzen Team vollumfänglich für unsere Patienten da sein. Im Gegenteil, wir sind gerade dabei, unser Team um weitere Therapeuten und medizinische Fachangestellte zu ergänzen. Ob Corona oder nicht: Wir wollen unserem Prinzip, dass Patienten innerhalb von 24 Stunden ihren ersten Termin bekommen können, weiterhin treu bleiben.
Eins möchte ich dazu noch sagen...

Ja?
Ich wünsche, dass sich alle Unternehmen und Freiberufler, die von Corona stark betroffen sind, wieder erholen. Für die Mitarbeiter, die plötzlich in Kurzarbeit sind, ist es derzeit keine schöne Situation.

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