Die neuformierte A-Formation von Blau-Weiss Buchholz tanzt um die Deutsche Meisterschaft
Buchholz/Bremerhaven. Wenn am Sonnabend, 13. November, die Deutsche Meisterschaft der Formationstänzer in den lateinamerikanischen Tänzen in der Bremerhavener Stadthalle entschieden wird, ist auch das Team von Blau-Weiss Buchholz wieder dabei. Aber von den 16 Tänzerinnen und Tänzern, die fast auf den Tag genau vor zwei Jahren in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg die Bronzemedaille gewonnen haben, sind nur noch vier Aktive dabei. Die anderen TänzerInnen haben ihre Karriere schon wieder beendet und Neue haben sich für das A-Team qualifiziert. Und alle kommen aus dem eigenen Nachwuchs - vornehmlich aus dem bisherigen B-Team von Blau-Weiss Buchholz.
Im vergangenen Jahr fielen die Titelkämpfe der besten Lateinformationen Deutschlands coronabedingt aus. Viele Buchholzer, Hamburger und norddeutsche Tanzfans erinnern sich aber noch gut an die letzte Deutsche Meisterschaft im November 2019 in Hamburg - organisiert und ausgerichtet vom Team von Blau-Weiss Buchholz. Blau-Weiss-Trainerin Franziska Becker:„Es war ein rauschendes Tanzfest mit fast 5000 Besuchern. Dann kam Corona und an Tanzen sowie große Tanzevents war monatelang nicht mehr zu denken."
Dank des großartigen Einsatzes vom langjährigen Blau-Weiss-Vorsitzenden Arno Reglitzky sowie Trainerin Franziska Becker mit der Unterstützung aller Lateintänzer konnten diese - wenn auch eingeschränkt - im umgebauten ehemaligen Plaza-Baumarkt an der Bremer Straße in Buchholz weiter trainieren. „Eine echte Durststrecke, die wir aber sehr gut gemeistert und die Zeit für einen Generationswechsel genutzt haben“, sagte die Trainerin. Bei der Deutschen Meisterschaft im November 2019 belegte das "alte" Buchholzer Team noch den dritten Platz.
In der wegen der Corona-Pandemie nicht zu Ende durchgeführten Bundesliga-Saison 2020 traten die Blau-Weiss-Paare aber vor allem in den ersten Bundesligawettkämpfen nicht mehr so souverän und zielorientiert auf und belegten am Ende "nur" den vierten Rang - hinter den vielfachen Weltmeistern des Grün-Gold-Clubs Bremen, dem erfahrenen Team des TSZ Velbert und den acht Paaren der TSG Bremerhaven - diesmal Veranstalter der Titelkämpfe. Tanzsport-Experten schätzen auch diesmal die Bremer Titelverteidiger als klare Favoriten ein und erwarten einen spannenden Zweikampf um die Vizemeisterschaft zwischen Velbert und Bremerhaven.
„Jetzt ist der Elan zurück. Alle Paare sind top motiviert. Es macht großen Spaß, mit der Truppe zu arbeiten“, sagt Franziska Becker. Gemeinsam mit ihrem Co-Trainer Christopher Voigt hat sie dem neuformierten Team ein völlig neues Gesicht gegeben. Einzig die Musik „Million Voices“ ist die gleiche geblieben. Sie wurde aber im Musikstudio neu und verändert abgemischt. Die Choreografie indes ist komplett neu und enorm dynamisch. Davon durften sich jetzt bei einer internen Blau-Weiss-Generalprobe der engste Kreis der Familienangehörigen, Freunde und Förderer ein Bild machen.
Wie immer wird es spannend, wenn bei der Deutschen Meisterschaft wieder die besten neun Latein-Formationen in der stimmungsvollen Stadthalle Bremerhaven um den Titel tanzen. Trainerin Franziska Becker weiß: Die Bremer Paare zeigen „Emozioni“, die TSG Bremerhaven tritt mit „Time machine“ an - mit komplett neuer Musik und Choreografie. Das Team aus Velbert wird vermutlich abermals mit „No Limit“ an den Start gehen. Aufsteiger sind die Teams aus Ludwigsburg, Bochum und Kiel. Wieder dabei ist auch das Bremer B-Team sowie das Team aus dem bayerischen Backnang.
Was ein mögliches Ergebnis angeht, konzentrieren sich die Buchholzer indes lieber auf sich selbst, als sich an den Spekulationen zu beteiligen. „Wir sind lange genug dabei, im Vorfeld wird immer viel geredet. Wir wissen, was auf uns zukommt und bereiten uns akribisch vor. Inhaltlich ging es bei uns in den vergangenen Wochen vor der Meisterschaft in erster Linie darum, in die Konstanz zu kommen. Das wird die schwierigste Aufgabe für die junge Mannschaft, aber sie ist machbar“, sagt Franziska Becker.
Erstmals und auch aus Corona-Gründen werden die Titelkämpfe in den Standardtänzen nicht am gleichen Tag, sondern 24 Stunden später in der Bremerhavener Stadthalle ausgetragen. Gleich zwei niedersächsische Teams gehören in dieser Sektion zu den Favoriten - die Formationen des TSC Schwarz-Gold des ASC Göttingen 1846 A-Team und das vielfache Meisterteam vom Braunschweiger TSC mit Trainer Rüdiger Knaack.