Bietigheim wirft Buxtehuder Handball-Frauen aus der Halle
Buxtehude. Sie waren von vornherein der große Favorit – dass das Ergebnis von 20:37 (7:24) am Ende jedoch so deutlich ausfallen würde, war im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten. Die SG BBM Bietigheim, amtierender Deutscher Meister und Champions-League-Teilnehmer, war dem Buxtehuder SV am 12. Spieltag deutlich überlegen. BSV-Trainer Dirk Leun erklärte nach dem Spiel: „Bietigheim war heute drei Nummern zu groß für uns.“
Die Anfangsphase war umkämpft – erst nach drei Minuten fiel das erste Tor. In diesem Fall für Bietigheim. Das zweite schloss sich schnell an. In der vierten Minute gab es einen Schreckensmoment. Sinah Hagen ging plötzlich schreiend zu Boden und hielt sich ihr Bein. Sie musste vom Spielfeld getragen werden. Nach dem Spiel sprach Trainer Dirk Leun von einer „Langzeitverletzung“, die dem Team natürlich wehtue. In Minute 22 fiel dann auch noch Schiedsrichter Jörg Loppaschewski aus – von da an pfiff Nils Blümel die Partie allein.
Beim 0:4 nahm Dirk Leun seine erste Auszeit – sein Team reagierte: In der 6. Minute verwandelte Mailee Winterberg zum ersten BSV-Treffer (1:4). Danach allerdings ging es steil bergab. In der 17. Minute stellte Karolina Kudlacz-Gloc die erste Zehn-Tore Führung für Bietigheim her (2:12). Bei diesem enormen Vorsprung sollte es nicht bleiben – er wurde noch weiter ausgebaut.
Einig waren sich die Trainer bei der „schlechtesten Nachricht des Abends“: Die Verletzung von Sinah Hagen habe Buxtehude sicher nicht einfach so abschütteln können, so Gaugisch. Dirk Leun stimmte zu: „Das ist nun die dritte Schwerverletzte. Das tut uns richtig weh.“ Magda Kašpárková war aufgrund einer Mandelentzündung nicht mit dabei.
Nach diesem Spiel geht der Buxtehuder SV in eine längere spielfreie Zeit. Die nächste Partie steht erst am Samstag, 4. Februar, ab 19 Uhr auswärts bei den HSG Bad Wildungen Vipers an. Ein Heimspiel hat der Buxtehuder SV erst am Mittwoch, 15. Februar, wieder. Ab 19.30 Uhr empfängt die Mannschaft dann den Thüringer HC mit der ehemaligen BSV-Spielerin Annika Lott. Gegen diesen schweren Gegner benötigt der BSV wieder eine laute Fan-Gemeinde. Tickets gibt es im BSV-Shop (Viverstraße 2, in Buxtehude) oder online bei Ticketmaster.
Die Bietigheim-Außenspielerinnen verwandelten einen Tempogegenstoß nach dem nächsten. Eine beeindruckende Abwehrarbeit der Tabellenführer sorgte dafür, dass dem BSV kaum eine Aktion gelang. Dazu kamen zwei verworfene Siebenmeter. Nach etwa 20 Minuten fanden die Buxtehuderinnen zwar kurzzeitig besser ins Spiel. Allerdings viel zu spät und nur von kurzer Dauer. Zu Halbzeit stand es 7:24.
Zwar schoss Bietigheim in der zweiten Hälfte munter weiter, jedoch wehrte sich Buxtehude sichtlich. Zusammengerechnet im Vergleich stand es in der 2. Halbzeit 13:13. Einige schöne Aktionen gelangen plötzlich: Liv Süchting traf per Heber (14:31), auf der anderen Seite hielt Lea Rühter einen Heber- Versuch. Die Torhüterin glänzte auch bei einer Siebenmeter-Parade! Fünf Minuten vor Schluss traf Teresa von Prittwitz dann noch per Kempa zum 18:36. Maj Nielsen schloss die Partie mit einem Kempa und traf zum 20:37.
In der anschließenden Pressekonferenz rechtfertigte BSV-Coach Dirk Leun die deutliche Niederlage: „Man muss sagen, dass es ein denkbar unglücklicher Zeitpunkt war gegen Bietigheim zu spielen, wenn sie in der Champions League gerade ein schlechtes Spiel gemacht haben. Man muss heute neidlos anerkennen, dass das eine andere Liga war.“
Er betonte, wie wichtig es vor allem auch für die jungen Spielerinnen sei, gegen so eine „absolute Topmannschaft“ zu spielen. In diesem Zuge lobte er besonders die jungen Spielerinnen Mia Lakenmacher (20), Maja Schönefeld (18) und Mailee Winterberg (19). Mailee wurde mit vier Treffern BSV-Spielerin des Spiels. Auf der Seite der Gegnerinnen wurde Kelly Dulfer ausgezeichnet.
Leun richtete den Blick dann wieder nach vorn: „Diese Niederlage wird uns nicht umhauen – das ist etwas, woraus wir lernen werden. Wir können auch einige positive Dinge mitnehmen.“
