Mit Tempo und Ausdauer durchs Alte Land – Jedermann-Erlebnisse von Frank Schwarz
Buxtehude/Neugraben. Sport begleitet Frank Schwarz, seit er denken kann. Schon 1972 begann der heute 61-Jährige mit Handball. Später kamen Volksläufe, Halbmarathons und 2011 sogar der Marathon in Hamburg dazu. Ein Traum, den er sich unbedingt erfüllen wollte. Durch einen Aufruf bei seinem Arbeitgeber Philips Medical Systems entdeckte der gebürtige Neugrabener schließlich eine neue Leidenschaft: den Triathlon. Dafür kaufte er sich ein Rennrad und wagte sich zunächst an die Sprintstrecke, danach an die olympische Distanz.
Von da an war klar: Das Radfahren sollte ein fester Teil seines Lebens werden. Seitdem hat er zahlreiche „Jedermann“-Rennen bestritten, zweimal über 60 Kilometer und neunmal über die 100-Kilometer-Strecke. Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 28 bis 36 km/h hat er bisher immer geschafft, stets vor dem Besenwagen ins Ziel zu kommen.
Die entscheidenden Faktoren dabei sind nach Auffassung von Frank Schwarz Wind, Kondition und ob man eine gute Gruppe findet. Zu seiner Vorbereitung gehört in jedem Jahr ein Trainingswochenende im Harz mit seinen Philips-Arbeitskolleg*innen sowie mehrere RTF-Touren im Landkreis Harburg. Frank Schwarz: "Am Vortag des Rennens hole ich mir traditionell meine Unterlagen ab, schaue bei der Messe nach Neuigkeiten und prüfe mein Rad bis ins Detail. Dann heißt es: Früh schlafen gehen, um am nächsten Morgen pünktlich im Startblock zu stehen."
Die Anmeldung zu den Hamburger Jedermann-Rennen bleibt für ihn jedes Jahr ein besonderer Ansporn. Schwarz: "Denn nichts motiviert mich mehr, als das Ziel, auch im nächsten Jahr wieder in der schönsten Stadt der Welt am Start zu stehen."
So war es auch bei der Cyclassic-Jedermann-Tour am vergangenen Wochenede. Der Höhepunkt auf der Fahrt in den Hamburger Süden ist die Überquerung der Köhlbrandbrücke. Hinauf quälen sich alle im Wiegetritt, hinunter rauscht man mit mehr als 50 km/h - stets begleitet vom frischen Wind. Danach rollten Frank Schwarz und sein Rad zunächst locker mit 32 bis 34 km/h über die Straßen. In Francop wurde er auch von einem Kameraden aus dem Schützenverein Neugraben-Scheideholz angefeuert.
Frank Schwarz: "Motiviert von den vielen Menschen am Straßenrand konnte ich vom Alten Land über Buxtehude und Rosengarten auch ohne Mitfahrer*innen, die mir Windschatten geboten hätten, ein gutes Tempo fahren. Besonders die sieben Kilometer bergan auf der Rosengartenstraße vor Sieversen und die Harburger Berge kosteten mich fast alle Kräfte. Doch durch Harburg fand ich glücklicherweise wieder Mitfahrer, die mir Windschatten gaben. Den letzten Anstieg auf der Köhlbrandbrücke meisterte ich Seite an Seite mit einer Mitfahrerin. Als wir den Scheitelpunkt erreicht hatten, war klar: das Ziel ist fast geschafft. Noch zehn Kilometer und der Einlauf durch die jubelnden Menschenmengen in der Mönckebergstraße wird wieder ein unvergessliches Erlebnis."
Heute kann Frank Schwarz wegen Knieproblemen kaum noch laufen. Doch das hält ihn nicht davon ab, aktiv zu bleiben: Nordic Walking, Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren, Fitnesstraining und Sportschießen gehören nun zu seinem Alltag. Schwarz: "Sport bedeutet für mich nicht nur Fitness, sondern vor allem Lebensfreude. Und wenn ich als älterer Teilnehmer mit Jüngeren mithalten kann, erfüllt mich das mit Stolz."
