Overtime-Krimi sichert Ligaverbleib der Hamburg Towers in der Basketball-Bundesliga
Wilhelmsburg. Die Veolia Towers haben sich sich gestern 91:86 nach Verlängerung gegen die Rostock Seawolves durchgesetzt und sichern sich damit auch rechnerisch den Verbleib in der Basketball-Bundesliga. Vier Spieltage vor Saisonende liegen die Wilhelmsburger einen Sieg hinter einem Play-In-Platz. Devon Daniels war mit 22 Punkten Topscorer.
Towers-Chef Benka Barloschky: „Ich habe erst nach dem Spiel realisiert, was der Sieg bedeutet. Wir haben es heute über 45 Minuten extrem gut gemacht und es mal wieder geschafft, über die komplette Dauer an unsere Leistungsgrenze zu kommen. Ich bin froh, dass wir im vierten Viertel und in der Overtime, als es am meisten gezählt hat, dann auch das Rebounding unter Kontrolle bekommen haben. Es war klar, dass das Rebounding eine große Stärke der Rostocker ist. Ihnen alles wegzunehmen, das geht sicher nicht. Aber wir waren lange auch oft nicht in den Areas, um die vielen langen Rebounds nach den zahlreichen Fehlwürfen aus der Distanz einzusammeln.“
Sportlich war die Anfangsphase durchaus ein Leckerbissen. Denn die Veolia Towers starteten sehr konzentriert. Und gingen nach Dunk von Zsombor Maronka und Dreier durch Martin Breunig, die beide in die Startformation gerückt waren, in Führung. Mit einem 6:0-Lauf aber führten die Seawolves den Ausgleich herbei. Dabei blieb es auch für lange Zeit. Denn die Hausherren kamen nur noch selten zum Abschluss (7/12), die Gäste versuchten viel, trafen aber nicht (7/22). Das Resultat war eine knappe 19:18-Führung nach dem ersten Viertel.
Und es blieb zunächst eine punktearme Partie. Bereits 90 Sekunden waren im zweiten Abschnitt vergangen, ehe Karl Gamble wieder Zählbares auf die Anzeigetafel brachte. Auch in den kommenden Minuten kamen Offensiventhusiasten unter den 2.343 Fans in der Inselpark Arena nur selten auf ihre Kosten. Freunde ehrlicher, harter Basketball-Arbeit hatten dagegen wohl mehr Freude. Beide Teams agierten physisch, foulten wann immer nötig. Dass sich die Veolia Towers lange Zeit nicht absetzen konnten, lag vor allem an der Vielzahl Rostocker Offensivrebounds. Bis zur Pause schnappten sich die Seawolves die Hälfte (15) aller möglichen Abpraller am Hamburger Korb. Ein 9:0-Lauf in den letzten Minuten vor der Pause bescherte der Mannschaft von Benka Barloschky dann aber doch eine mittlerweile verdiente, und endlich auch sichtbare, Führung. Ein Freiwurf von Zacharie Perrin markierte den 43:36-Halbzeitstand.
Die Zusatzspielzeit glich einem Hauen und Stechen. Nahezu jeder Angriff endete in einem Foul, was zur Folge hatte, dass für gleich zwei Rostocker das fünfte persönliche Foul den vorzeitigen Feierabend bedeutete. Punkte gab es also erstmal nur von der Freiwurflinie. Die ganz großen Momente sollten aber noch folgen. Zur Mitte der Overtime hämmerte Zacharie Perrin einen Alley-Oop durch die Reuse, sieben Sekunden vor Schluss netzte Kenneth Ogbe den Dreier zum 91:86-Sieg, der den Veolia Towers nun auch rechnerisch den Ligaverbleib bescherte.
