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Volleyball-Team Hamburg kurz vor dem Saisonstart - VTH-Cheftrainer Jan Maier im Interview

| Sport
VTH-Cheftrainer Jan Maier | Foto: ein
VTH-Cheftrainer Jan Maier | Foto: ein

Neugraben. Seit Mitte April beschäftigt sich der neue Cheftrainer Jan Maier schon mit dem Volleyball-Team Hamburg. Ging es in der ersten Zeit erstmal um die Zusammenstellung des neuen Zweitligakaders, liegt der Fokus nun auf der Vorbereitung der Mannschaft für die kommende Saison, die am 16. September mit einem Heimspiel gegen den BBSC beginnt. Zeit für ein erstes Fazit von Jan Maier über die zurückliegenden 100 Tage:

Nach wochenlangen Planungen, Gesprächen und Verhandlungen seid ihr Anfang Juli in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Wie zufrieden bist du mit der Kaderzusammenstellung?
Ich kann nur zufrieden sein. Mit ein wenig Glück haben wir es geschafft, die Leistungsspitze im Team zu verbreitern, dabei den Kader gleichzeitig zu verjüngen und auch noch Hamburger Nachwuchs zu integrieren. Gute Spielerinnen zu haben, macht aber noch lang kein gutes Team. Das heißt nur, dass wir Potenzial haben. Die Arbeit, aus diesen Spielerinnen eine funktionierende Mannschaft zu formen, findet die nächsten Wochen und Monaten in der Halle statt.

Wie sind deine ersten Eindrücke vom Volleyball-Team Hamburg? Wie kam es zur Entscheidung, den Verein zu wechseln?
Das VT Hamburg arbeitet noch immer mit professionellen Strukturen, spielt aber zurzeit in der zweiten Liga. Dadurch sind die Bedingungen für das Team und die Trainer natürlich außergewöhnlich gut. Hamburg soll zurück auf die Erstligalandkarte. Ein Teil davon zu sein, war ein wichtiger Grund für meine Entscheidung, diesen Schritt zu gehen. Ich bin vom Umfeld herzlich aufgenommen worden und freue mich sehr auf die Aufgabe.

Was macht denn mehr Spaß? Die Zusammenstellung der Mannschaft oder die Trainingsarbeit?
Jeder Teil des Volleyballjahres hat seinen Reiz, aber natürlich arbeite ich lieber in der Halle als am Schreibtisch und am Telefon.

Bist du mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden?
Wir haben zurzeit noch nicht alle Teammitglieder dabei, kommen aber gut voran, lernen uns kennen und fangen an, eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Bisher läuft es nach Plan.

Wie sieht der weitere Vorbereitungsplan aus? Welche Testspiele sind schon fix?
Wir werden voraussichtlich am Sonntag, 27. August, den VfL Oythe und den USC Münster 2 zu einem Einladungsturnier in der CU Arena in Neugraben empfangen. Dazu werden wir weitere Turniere in Gladbeck und auch in Berlin spielen.

Das Volleyball-Team Hamburg ist ja nicht deine erste Station in der zweiten Bundesliga. Wie ist deine bisherige Trainerlaufbahn verlaufen?
Nachdem ich 2002 meine A-Lizenz erworben hatte, sammelte ich als Co-Trainer unter Bernd Schlesinger bei den Oststeinbeker Männern zum ersten Mal Zweitligaerfahrung. Als verantwortlicher Trainer habe ich 2004 mit der VG WiWa und 2008 mit dem 1. VC Norderstedt in der 2.Liga Frauen sehr viel über praktizierte Egozentrik einiger Macher gelernt. Nach zwischenzeitlicher Rückkehr in den Jugendbereich folgten zwei Jahre Männer Regionalliga in Niendorf und drei Jahre SCALA Frauen in der Dritten Liga.

Von SCALA bist du dann gemeinsam mit Matthias Krause zum Volleyball-Team Hamburg gewechselt. Wie wichtig ist „Matze“ für dich?
Matze und ich arbeiten einfach schon sehr lange zusammen und sind ein eingespieltes Team. Er versteht meine manchmal doch recht sprunghaften Gedankengänge sofort und erdet mich, wenn ich zu euphorisch werde. Es ist einfach optimal, dass Matze sich entschieden hat, mir auch beim VTH zu helfen. Sehr positiv ist, dass André Thurm nicht nur als Manager, sondern auch als Co-Trainer weiterhin das Team unterstützt. Er ist ein Fachmann, beliebt beim Team und ein echter Macher. Das ist ausgezeichnet. Leider ist Slava Schmidt nicht beim Team geblieben, was ich sehr bedauere, da ich gern noch mehr von ihm gelernt hätte. Wir verstehen uns gut, und glücklicherweise hat er sich dennoch bereiterklärt, beratend weiterhin zur Verfügung zu stehen.

Der Altersdurchschnitt der Mannschaft ist extrem jung. Passt die Mischung? Was sind deine Erwartungen an die Mannschaft?
Da einige junge Spielerinnen bei uns schon bis zu fünf Jahre Zweitligaerfahrung mitbringen, sehe ich im geringen Altersdurchschnitt hauptsächlich Chancen, als dass ich Bedenken hätte. Erwartungen habe ich einige, die mit einem Engagement im Zweitligabereich einhergehen. Das würde hier aber den Rahmen sprengen.

Wo wir schon bei den Erwartungen sind, wie sieht das Saisonziel aus? Gibt es da konkrete Vorgaben vom Verein?
Das Saisonziel tragen der Präsident, die Mannschaft und das Trainerteam gemeinsam. Im ersten Jahr ist es mir wichtig, einen besseren Tabellenplatz zu erreichen als in der vergangenen Saison. Für die Zuschauer, für die Fans, für die Sponsoren, für den Spaß am Spiel, für das Team, für die Begeisterung, für die Ruhe im Karton. Es gibt keinen Grund, sich mit höheren Erwartungen unnötig unter Druck zu setzen.

Ist denn der Tabellenplatz oder die Entwicklung der jungen Spielerinnen für dich wichtiger?
Der Tabellenplatz ist der wichtigste Maßstab einer ambitionierten Mannschaft, an dem sich der Trainer messen lassen muss. Da etwas anderes zu behaupten, ist einfach Quatsch. Wir fördern besonders Hamburger Talente sehr gern. Aus unserer Talentförderungssicht muss aber auf dem Niveau integriert werden, wo die aktuelle Grundspielstärke bereits ausreicht, um auf dem Feld zu stehen. Wenn sich also in einem Ligaspiel ernsthaft diese Frage stellt, ist vorher etwas falsch gelaufen oder stimmt das Konzept nicht.

Wie siehst du deine Mannschaft im Vergleich zur Zweitligakonkurrenz?
Das hängt davon ab, wie schnell und wie gut wir als Team auf dem Feld agieren. Auf dem Papier gut aufgestellt zu sein, das reicht nicht.

Hast du einen Meisterschaftstipp?
Da bin ich mit Köln oder Leverkusen sicher gut dabei.

Du hast ja auch mal selbst gespielt. Was hätte der Trainer Jan Maier dem Spieler Jan Maier geraten?
"Du bist nicht zu klein, Du bist nur noch nicht gut genug!"

Ist der Vollblut-Trainer eigentlich auch ein Vollzeit-Trainer?
Nein. Mein Arbeitgeber hat freundlicherweise zugestimmt, dass ich meinen IT-Job auf 30 Stunden reduzieren konnte, um dem VT Hamburg die Aufmerksamkeit zu geben, die ein so professionelles Projekt braucht.

Wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen?
Ohne die Unterstützung und Verständnis meiner Familie gar nicht. Dafür bin ich äußerst dankbar.

Danke für das Interview und viel Erfolg für die weitere Vorbereitung und die nächste Saison

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