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Aus nach mehr als 120 Jahren: Gasthaus zum Kiekeberg schließt

Ein regelrechter Schock für viele Stammgäste und Ausflügler: Das "Gasthaus zum Kiekeberg" in Ehestorf wird Anfang Oktober schließen. Das teilte die Familie Schuster jetzt mit. | Foto: ein

Rosengarten-Ehestorf. Die Nachricht von der bevorstehenden Schließung des Ehestorfer Traditionslokals „Gasthaus zum Kiekeberg“ hat nicht nur viele Stammgäste und die Bewohner aus Ehestorf-Alvesen, Vahrendorf und Umgebung überrascht, sondern auch den langjährigen Bürgermeister von Ehestorf-Alvesen, Axel Krones„Vor wenigen Wochen  war ich noch in Verhandlungen mit Hannes Schuster und seiner Tochter Irma Schuster wegen einer gewünschten Teilnahme der Gastronomen am bevorstehenden Rosengarten-Jubiläum. Aber zu dem Zeitpunkt hat mir keiner was gesagt.“ Als Grund für die Schließung nannten die Betreiber in den sozialen Medien die personelle Situation.

Ehestorfer Bürgermeister zeigt sich bestürzt

Axel Krones wusste zwar von den personellen Engpässen für den Service. „Schon vor einiger Zeit war der beliebte Hubertusmarkt, der jeweils am letzten Oktober-Sonnabend immer wieder Tausende von Besuchern nach Ehestorf gelockt hatte, abgesagt worden. Das Gelände rund um das Gasthaus der Familie Schuster wurde viele Jahre lang in einen Kunsthandwerkermarkt umgestaltet." Aber mit einer endgültigen Schließung des einst so beliebten Gasthauses mit herrlichem Blick bis nach Hamburg in wenigen Wochen habe er nicht gerechnet. „Dabei bin ich häufiger Gast im Lokal am Kiekeberg, oft mit meiner Enkeltochter. Aber auch in meiner Eigenschaft als Ortsbürgermeister hat mich keiner aus der Familie Schuster informiert.“ 

Die Nachricht von der Schließung bedauert Krones außerordentlich. „Ich weiß von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Ehestorf, Alvesen und Vahrendorf, dass sie den überraschenden Entschluss von Hannes und Irma Schuster wirklich sehr bedauern. Die meisten von ihnen erfuhren während einer Zusammenkunft mit vielen Ehestorf- Alvesenern am vergangenen Wochenende von der bevorstehenden Schließung. Und das Aus wurde von allen Seiten bedauert. Wir verlieren in Ehestorf einen historisch gewachsenen Ausflugspunkt und das nächste Restaurant im Ort." Vor wenigen Monaten wurde die ,Linde´ geschlossen, nun der Kiekeberg. Das ist sehr traurig. Von ehemals neun Restaurants und Dorflokalen bleiben lediglich drei.“

Die Schließung ist ein großer Verlust für die Gastro-Szene im Landkreis Harburg: Nach mehr als 120 Jahren wird das Gasthaus zum Kiekeberg den Besuchern aus Harburg Stadt und Land fehlen. Das Ausflugslokal vor den Toren Harburgs war immer auch als Restaurant für Familienfeiern wie Hochzeiten und Konfirmationen sehr beliebt. „Die Entscheidung ist uns wirklich nicht leicht gefallen“, sagt Irma Schuster, Enkelin der früheren langjährigen Kiekeberg-Chefin gleichen Namens.

Dehoga-Chef: „Wieder geht ein Stück Vielfalt im Umland Harburgs und Rosengarten verloren." 

Auch Thomas Cordes, Chef des gleichnamigen Restaurants und Hotels im Nachbarort Sottorf, und Chef des Dehoga-Kreisverbands Landkreis Harburg, bedauert die bevorstehende Schließung des Gasthauses am Kiekeberg außerordentlich: „Wieder geht ein Stück Vielfalt im Umland Harburgs und Rosengarten verloren." Das fände er ebenso wie viele Kiekeberg-Gäste sehr schade. „Allein der einmalig schöne Blick vom Kiekeberg bis zur Skiline Hamburgs war dort schon einen Besuch wert. Und nirgendwo schmeckt der Butterkuchen nach dem Erfolgsrezept der legendärin Chefin Irma Schuster senior besser als am Kiekeberg.“

Auch im benachbarten Freilichtmuseum am Kiekeberg sieht man die bevorstehende und wohl nicht abzuwendende Schließung das Gasthauses am Kiekeberg mit Unbehagen. Viele Besucher haben Besuche auf dem Museumsgelände und im Gasthaus am Kiekeberg miteinander kombiniert. Klaus-Wilfred Kienert, ehemals Zahnarzt in Ehestorf und Vahrendorf, langjähriges SPD-Kreistagsmitglied und von 2017 bis 2022 Vorsitzender des Stiftungsrats des Freilichtmuseums, bedauert die Entwicklung außerordentlich. „Museum und Gasthaus am Kiekeberg haben sich jahrzehntelang bestens ergänzt.“

Bürger sprechen von Restauraurantsterben

Viele Bewohner in den Kiekeberg-Dörfern sprechen von einem regelrechten Restaurantsterben in der Region. Im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte schlossen einst so bliebte gastronomische Betriebe wie die „Kajüte“ und “Der Schwarze Hahn“ in Alvesen, das Restaurant Emmetal“, Makens Hoff“ und das Traditionshaus „Meyers Linde“ in Ehestorf. Deren Chefin Silvia Meyer-Ketelsen versucht es jetzt erfolgreich mit einer neuen Form der Gastronomie. Es handelt sich einen Hofladen mit hauseigenen Spezialitäten und einem monatlichen Genussabend mit Verköstigung und Kulturangebot.

Viele Bürger am Kiekeberg haben auch von Spekulationen gehört, die vorsehen, das imposante Fachwerkhaus am Kiekeberg zu Eigentumswohnungen umzufunktionieren. „Das wäre allerdings alles andere schön“, sagte ein langjähriger Ehestorfer Einwohner. Dagegen spricht allerdings, dass das Areal in einem Landschaftsschutzgebiet liegt und die Hürden für eine Genehmigung hoch sind.

Übrigens: Wer dem vor allem in den 1970er- bis in die 1990er-Jahre bei alt und jung gleichermaßen beliebten Restaurant vor der Schließung Anfang Oktober noch einen Besuch abstatten möchte, muss sich etwas gedulden: Bis zum Montag, 8. August, ist das Ehestorfer Restaurant zudem wegen Betriebsferien geschlossen. 

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