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An das sehr geehrte Publikum! Love it or leave it - Toro

| Niels Kreller | Feuilleton
Mit seiner Ausstellung "Love It Or Leave It" erklärt der Harbruger Künstler Toro seine Liebe zu seiner Heimat. | Foto: Niels Kreller
Mit seiner Ausstellung "Love It Or Leave It" erklärt der Harbruger Künstler Toro seine Liebe zu seiner Heimat. | Foto: Niels Kreller

Harburg. „Love It Or Leave It“ ist der Titel der neuen Ausstellung des Harburger Künstlers Toro, die am Freitag, 21. April 2017, im Privathotel Lindtner in Heimfeld eröffnet wird. Gezeigt werden neue Werke des Künstlers, die Ansichten und Motive aus Harburg zeigen: Binnenhafen, Alte Elbbrücke, den Wochenmarkt auf dem Sand, die Lü, die Marienstraße, Wilstorfer…

Symbolisch beginnt der Rundgang dabei mit einem Abbild der ersten Ausgabe der Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) vom 5. Oktober 1844. Zu lesen ist

„An das geehrte Publikum!
Love it or Leave it
Toro“

Die Erstausgabe der HAN auf einer Tischdecke gemalt mit dem Ausstellungstitel eröffnet den Rundgang. | Foto: Niels Kreller
Die Erstausgabe der HAN auf einer Tischdecke gemalt mit dem Ausstellungstitel eröffnet den Rundgang. | Foto: Niels Kreller
Und so ist man mitten im Thema der Ausstellung. Sie ist eine Lieberklärung des kosovarisch-stämmigen Mentor Toro Ejupi, der mit 1993 mit 27 Jahren nach Harburg kam. Eigentlich nur auf der Durchreise zu einem Job nach Holland war er hier hängengeblieben. „Das ist jetzt meine neue Heimat“, so Toro. Und er hat seine neue Heimat lieben gelernt und in den 24 Jahren immer wieder versucht, mit neuen Ideen der Kunst einen Raum zu schaffen.

Als er mit der Idee zu „Love It Or Leave It“ zu Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann kam, uns sagte, man solle zusammen etwas über Harburg machen. Lansmann war sofort von der Idee begeistert und zusammen machten sich die beiden auf Sponsorensuche. Den fanden sie schnell im Marktkauf Center, die die Finanzierung des Materials übernahmen. Auch das die Ausstellung im Lindtner sein sollte, war schnell klar. Da Toro nicht in seiner eigenen Galerie austellen wollte, war dies sein Favorit. „Mein Mann und ich sind glücklich, dass wir hier zum ersten Mal Harburg zeigen“, so Heida Lindtner. Die Bilder seien ausdrucksstark und man lerne Harburg kennen, begeisterte sich die Hotelchefin, in deren Räumen sonst eher die abstrakte Kunst vorherrscht.

Love it or leave it – liebe es oder verlasse es. Für Toro ist dies, obwohl er mit seinem Atelier nun auf die andere Elbseite wechselt, eindeutig geklärt. „Ich verlasse Harburg nur mit meinem Studio“, erklärt der Künstler. Sobald sich ihm die Möglichkeit eröffne, ausreichende Studioräume wieder in Harburg zu beziehen, würde er dies sofort tun.

Die Werke zeigen aber auch seine Kritik am jetzigen Harburg, insbesondere an den Architektursünden der jüngeren Zeit. So sind die Bilder, die er, teilweise nach alten Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert, mit dem Spachtel malte, von ihm wieder durch Kratzer zerstört oder wie es nennt dekonstruiert worden. Denn diese, für ihn so schönen Betrachtungen auf Harburg, gibt es so n nicht mehr. „Ich hätte gerne einmal in dieser Zeit gelebt. Ich liebe diese Architektur.“ Und so kann die Ausstellung auch als Mahnung an Politiker, Verwaltung und Bauherrn verstanden werden, das Alte zu bewahren und weiterzuentwickeln statt zu zerstören und abzuwickeln.

Im Zentrum der Ausstellung, quer über die große Bühne, hängt eines seiner Lieblingswerke. Das „Wasserbild“, wie es genannt wird, war drei Wochen im Binnenhafen halb im Wasser

Auch das Emblem der Harburger Schützengilde hat seinen Platz in
Auch das Emblem der Harburger Schützengilde hat seinen Platz in "Love It Or Leave It". | Foto: Niels Kreller
aufgehängt und ist mit den Spuren, die das Hafenwasser hinterlassen hat, ein lebendiges Abbild der alten Harburger Keimzelle. „Der Hafen ist für mich wichtig und hat eine große Bedeutung. Es ist einer der Magneten hier“, so Toro, der auch der Harburger Hafenkünstler genannt wird, über seine persönliche Beziehung zum Gebiet nördlich der Bahnschienen, in dem er auch lange Zeit seine Ateliers hatte. „Es ist erst das zweite Mal dass ich das Bild mit so einem Abstand sehen kann“, freut er sich.

Bei einigen Bildern kann man sich durchaus auch vorstellen, dass sie nach der Ausstellung weiterhin öffentlich zu sehen sind. So würde sich der Gildevogel gut im Gildezimmer machen, das Privathotel Lindtner ein paar Stockwerke über der Ausstellung ist. Oder eines der beiden Harburger Wappen wäre eine Zierde im Ratssaal, wo die Bezirksversammlung tagt.

Die Ausstellung öffnet am Freitag, 21. April 2017, um 19 Uhr. Zu sehen sind die Werke bis zu 14. Mai.

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