Lühe-Sperrwerk offen: Keller wurden überflutet
Altes Land. Die Lühe ist in der Nacht zu Samstag über die Ufer getreten und hat mehrere Keller im Alten Land überflutet sowie weitere Sachschäden angerichtet. Nach ersten Feuerwehrangaben kam es beim Lühe Sperrwerk zu einem technischen Defekt, so dass die Tore trotz auflaufendem Elbwasser nicht geschlossen wurden.
Die Elbe hatte zu diesem Zeitpunkt einen Pegelstand von etwa einem Meter über dem mittleren Tidehochwasser. Der Wind drückte das Elbwasser in die Lühe. In der Folge wurde gegen 2:20 Uhr zunächst ein Wohnmobilstellplatz in Borstel überflutet. Bei flussnahen Wohnhäusern lief die Lühe über den Garten in den Keller.
In Neuenkirchen* war ein ganzer Hof überflutet. Autos standen im Wasser. Bis zum Morgen schützten Feuerwehrleute einige Wohnhäuser mit Sandsäcken. In Steinkirchen wurde ein Bootsanleger aus der Verankerung gerissen, so dass die Boote drohten unkontrolliert auf die Lühe zu treiben. Feuerwehrleute sicherten den Steg.
Am frühen Morgen entspannte sich mit ablaufendem Wasser die Lage. Personen wurden nicht verletzt. Die Höhe der Sachschäden ist noch nicht absehbar. Das Sperrwerk wird normalerweise bis zu 190 Mal im Jahr geschlossen, um Überflutungen in den dahinter liegenden Gebieten zu verhindern.
Update 11:50 Uhr: Nach ersten Feuerwehrangaben konnte in der Nacht der für das Sperrwerk Lühe Zuständige aufgrund eines telefonischen Defekts nicht erreicht werden, sodass die Tore trotz auflaufendem Elbwasser nicht geschlossen wurden. Die Feuerwehr hatte nach eigenen Angaben, wie sonst üblich, keine Warnung vor einem möglichen Hochwasser durch die zuständige Behörde "Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz" bekommen.
*In einer früheren Version des Artikels stand, dass der Hof in Mittelnkirchen läge, er liegt aber in Neuenkirchen. Wir haben dies korrigiert.