Harburger Schützengilde lud zum traditionellen Königsessen
Harburg. Das Königsessen der Harburger Schützengilde von 1528 e.V. im Privathotel Lindtner zu Ehren des amtierenden Königs - es kündigt den baldigen Beginn des Harburger Vogelschießens an. Am gestrigen Freitag fand das Festessen zu Ehren des Gildekönigs Borhen „Bo“ Azzouz statt.
Und das Königsessen findet nicht im internen Kreis der Gilde statt, sondern es werden auch Ehrengäste von außerhalb eingeladen. Der prominenteste in diesem Jahr war Hamburgs Finanzsenator* Andreas Dressel, der mit roter Krawatte erschien. Mit dabei waren auch die frischgebackene FDP-Landesvorsitzende Sonja Jacobsen, Harburgs Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, die Vorsitzende des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden Franziska Wedemann, der SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Metin Hakverdi, Bernd Meyer von der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Michael Armbrecht vom Harburger Turnerbund, Ralf Grote von der TU Hamburg-Harburg, Jörn Sörensen vom Handelshof, Christoph Birkel vom Tempowerk und die beiden Vizekönige der Gilde, Frank Stadtler und Guido Mönke.

Einen in jedem Jahr immer wieder gern gesehenen Gast konnte der 1. Patron der Gilde, Ingo Mönke, auch in diesem Jahr wieder begrüßen: Prof. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museum Hamburg und besonders des Stadtmuseums Harburg. Denn der steigt in jedem Jahr vor dem Königsessen in die Archive des Museums, um Kostbarkeiten aus der Geschichte der Harburger Schützengilde mitzubringen. In diesem Jahr war die sinnbildliche „Gründungsurkunde“ der Gilde: Das allererste Königsschild. 1528 errang beim ersten Harburger Vogelschießen der Gründer der Gilde, Herzog Otto I zu Lüneburg/Braunschweig, diese Würde.
Eine weitere Kostbarkeit ein silberner Papagei. Ja – wer es nicht glaubt: Es ist tatsächlich der Vogelschießen-Vogel. Denn trotz der heutigen Darstellungsweise ist dies nicht, wie viele glauben, ein Adler. Sondern ein Papagei, ein exotischer Vogel. Und 1528 saß tatsächlich ein bunter Papagei auf einer Stange und wartete darauf, herabgeschossen zu werden. Wer es schaffte, der war dann auch der neue Gildekönig. Tierschutz war damals halt noch kein Thema.
Das beide den 30-jährigen Krieg überlebt haben und nicht eingeschmolzen wurden, um Kanonen oder Brot zu kaufen, grenzt an ein Wunder. Aber: „Die Harburger haben die beiden einfach nicht rausgerückt“, erklärt Rainer-Maria Weiss schmunzelnd.
*In einer vorherigen Version des Artikels stand, dass Andreas Dressel Wirtschaftssenator sei. Wir haben dies korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.
