Pastor Bernd Vogel verabschiedet sich nach Bonhoeffer-Musical aus Jesteburg
Jesteburg. „Was sind 37 Jahre im Pastorenberuf gewesen? In wenige Worte gebracht: Das Blitzen in den Augen von Jugendlichen, wenn eine Erkenntnis ins Hirn fährt, das verzweifelte Vertrauen von manchen trauernden Menschen, Gespräche über Gott und die Welt in Iona, in Israel oder Taizé, Gottesdienste, in denen der Geist weht, Predigten schreiben, halten und diskutieren . . .“ Pastor Dr. Bernd Vogel verabschiedet sich aus dem Berufsleben.
Am Sonntag, 26. Mai, ab 16 Uhr wird er in Jesteburg im Gottesdienst entpflichtet. Für 13 Uhr lädt die Kirchengemeinde zu einem Musik-Theater in die St. Martins-Kirche ein. In „Bonhoeffers große Liebe“ mit Klavier, Gesang und szenischen Auftritten der Theologin und Künstlerin Miriam Kuellmer-Vogt geht es um Dietrich Bonhoeffer und seine Braut Maria von Wedemeyer. Nach dem Gottesdienst, gegen 17.30 Uhr, folgt ein Empfang mit Grill-Buffet und Musik.
Konzentration auf Gottesdienst, Erwachsenenarbeit und die Arbeit mit Konfirmanden prägten die Jahre in Jesteburg. „Höhepunkte waren für mich immer die Gemeindefahrten. Sie führten nach Berlin, nach Schottland und nach Taizé - mit Jugendlichen und mit Erwachsenen. Unsere Gespräche in Jesteburg gehen seitdem darüber, was unser Glaube für unser persönliches und politisches Engagement im Sinne einer lebenswerten Zukunft für die kommenden Generationen bedeutet.“
Vogel sieht einen Grund für die Krise der Großkirchen in einer inhaltlichen Schwäche. Aus der Person Jesus Christus werde in vielen Predigten ein Vorbild, ein Beispiel, ein Weisheitslehrer aus einer vergangenen Zeit. In der Kirche ginge es aber im Sinne der Bibel um eine höhere Zuversicht, Klarheit, Verbundenheit und von hier aus um Orientierung im Hier und Jetzt. „In einer Kultur der Ich-Bezogenen, die alle um ihre „Identität“ besorgt sind, provoziert die Rede von Jesus Christus“, sagt Vogel. „Das muss die Kirche in Kauf nehmen statt ihre Botschaft falsch anzupassen.“
Was macht der Pastor im Ruhestand? Erst mal die neue Situation annehmen. Weiterhin eine „theologische Existenz“ bleiben. „Theologie gehört zur Schönheit des Lebens“, meint der scheidende Pastor. Vielleicht gibt es demnächst von ihm wöchentliche Predigtimpulse. Im Moment überwiegt den Abschiedsschmerz die Dankbarkeit für 37 glückliche Jahre im Amt des Pastors, die vergangenen fünf Jahre davon in Jesteburg St. Martin.
