Gerettet: Verein kümmert sich um die alte Fischbeker Rauchkate
Süderelbe-Fischbek. Sie ist ein Stück Geschichte und Kulturgut: Die 300 Jahre alte Fischbeker Rauchkate. Und wahrscheinlich die einzige Rauchkate im norddeutschen Raum, die noch funktionstüchtig ist und von heute auf morgen wieder in Betrieb genommen werden kann. Denn immerhin hat hier noch bis vor ein paar Jahren jemand gelebt und auf die alt hergebrachte Weise geheizt.
Dieses Denkmal aus den 1720 Jahren, das vom Abriss bedroht war, konnte nun gerettet werden: Trägerverein „Huus un Hoff“ übernimmt die denkmalgerechte Sanierung und plant kulturelle Nutzung. Eigentümer ist die Stiftung Denkmalpflege Hamburg der denkmalgeschützten Fischbeker Rauchkate. Sie zählt zu den ältesten Bauwerken in Neugraben-Fischbek. Es besitzt bis heute keinen Schornstein und diente bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als Wohn- und Rauchhaus. Diese besondere Nutzung und die gute Überlieferung der bauzeitlichen Substanz machen die Kate zu einem wertvollen Zeugnis der bäuerlichen Wohnkultur im ehemaligen Dorf Fischbek.
Wegen der starken „Versottung“, der Bildung von Salzen, auf Grund der jahrhundertelangen Nutzung als Rauchhaus, ist das Gebäude heute nicht mehr als Wohnhaus nutzbar. Die Voreigentümer stellten einen Abrissantrag. Durch den Erwerb der Stiftung Denkmalpflege Hamburg ist nun die Zukunft der Rauchkate gesichert: Haus und Garten werden zum 1. Mai 2024 an einen Trägerverein übergeben, der das stadtbildprägende Gebäude denkmalgerecht sanieren und kulturell nutzen möchte.
Die Rauchkate wurde als sogenanntes „Gesindehaus“ vermutlich für einen nicht erbberechtigten Bauernsohn errichtet und war unter der Adresse „Fischbek 1“ (heute „Cuxhavener Straße 432“) von Neugraben kommend lange Zeit das erste Haus im Dorf Fischbek.
Der Trägerverein „Huus un Hoff“ e. V. hatte sich im Mai 2023 mit dem Ziel des Erhalts der historischen Rauchkate gegründet. Die Gründungsmitglieder um Henning Reh, Stephan Kaiser und Dietmar Genz, planen eine denkmalgerechte Restaurierung der Rauchkate in Verbindung mit schulischen Projekten unter anderem zu historischen Bautechniken mit der benachbarten Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg zur Berufsorientierung, Anpflanzungen von alten Obst- und Gemüsesorten mit Saatgutarchiv, künstlerisch-kreative Veranstaltungen wie Lesungen und Ausstellungen sowie eine Dokumentation der Geschichte der Rauchkate.
„Die Rauchkate hat schon immer zu Fischbek gehört. Hier haben die Fischbeker ihre Räucherwaren eingelagert und sich getroffen“, sagt Henning Reh. Der Wunsch des Vereins sei es, dass die Kate nun wieder zu einem Ort der Begegnung wird. „Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wollen wir sie behutsam denkmalgerecht wiederherstellen und einer gemeinschaftlichen kulturellen Nutzung zuführen. Wir freuen uns auf die geplanten Kooperationen, zum Beispiel mit den Schülerinnen und Schülern der benachbarten Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg, und hoffen auf eine breite und aktive Unterstützung unseres Vorhabens durch die Menschen in Neugraben-Fischbek.“
Den ersten großen Auftritt soll sie am Tag des offenen Denkmals am 8. September 2024 haben. Dann soll wieder geräuchert werden. Wahrscheinlich aber eher draußen als drinnen.
