Razzia in Harburg: Polizei und Bezirksamt schließen mehrere Betriebe unter anderem wegen illegalen Glücksspiels
Harburg. Am Donnerstagabend, kurz vor 17:30 Uhr, schlugen Polizisten und Mitarbeiter des Bezirksamtes bei einem gemeinsamen Einsatz gegen illegales Glücksspiel in Harburg zu. Im Visier der Behörden stand ein Friseursalon in Heimfeld, der im Hinterzimmer ein illegales Glücksspielgerät betrieb. Bei Eintreffen der Beamten schnitt der Friseur gerade einem Kunden die Haare – eine Tätigkeit, die ihm erst am Vortag untersagt worden war.
Für Friseure gilt nach wie vor die Meisterpflicht und die notwendige Eintragung in die Handwerksrolle, die im Fall des Heimfelder Salons nicht vorlag. Der Betrieb in der Heimfelder Straße wurde umgehend geschlossen. Darüber hinaus wurde ein Strafverfahren gegen den Friseur eingeleitet, da die Beamten im Salon einen Briefumschlag mit offenbar gefälschten Ausweispapieren entdeckten.
Anschließend ging es zu einem „alten Bekannten“ am Stader Tor, wo die Beamten drei illegale Glücksspielgeräte sicherstellten.
Bar H'ugo geschlossen: Betreiber fassungslos
Später am Abend richteten die Beamten ihre Aufmerksamkeit auf die neu eröffnete Shisha-Bar „H'ugo“ am Harburger Rathausplatz. Aufgrund eines Besitzerwechsels soll hier die Betriebserlaubnis erloschen sein. Die Beamten ordneten die sofortige Schließung der Bar an. besser-im-blick liegt allerdings eine gültige Betriebserlaubnis seitens des Bezirksamtes vor. Streit gibt es wohl um die Außengastronomie. Angeblich sei laut Betreiber Ibrahim Yüksel der bauliche Zustand für die Schließung. "Hier war ein Herr von Amt der das geprüft und für gut befunden hatte", so Ibrahim "Ibo" Yüksel. Auch möchte das Bezirksamt laut Auskunft von Yüksel eine Architektenskizze für die Außengastronomie haben. Obwohl die Auskunft des Bezirksamtes war, dass eine solche nicht nötig sei. Yüksel hatte sogar eine Zeichnung durch einen Architekten anfertigen lassen, soll nun aber beim Baumamt noch einen Antrag stellen. "Das war vorher nicht der Fall", sagt Yüksel. "Ich verstehe nicht, warum das Bezirksamts das hier zerstören will", sagt Betreiber Ibrahim Yüksel, der auch die Cocktailbar "Die Treppe" am Sand betreibt, fassungslos. Auch sein Laden "Botanic Flowers" ist betroffen: Dort darf er keine Blumen vor die Tür stellen, da der Antrag dafür mit dem Antragsteller "Die Treppe" gestellt wurde und nicht "Botanic Flowers" und deshalb der Antrag abgelehnt wurde.*
Insgesamt beschlagnahmten die Einsatzkräfte an diesem Abend fünf illegale Glücksspielgeräte und stellten 2.500 Euro Bargeld sicher.
*Der Artikel wurde geändert. In einer vorigen Fassung hatten wir geschrieben, dass es für das "H'ugo" definitiv keine Betriebsgenehmigung gebe.
