Trauer um den Architekten und erfolgreichen Tischtennisspieler Otto Beecken aus Fliegenberg
Stelle-Fliegenberg/Seevetal-Ramelsloh. Seine Frau Rose, mit der mehr als 70 Jahre lang verheiratet war, seine Verwandten, viele Menschen im Steller Ortsteil Fliegenberg und Umgebung und viele Tischtennisspieler aus dem Landkreis Harburg trauern um Otto Beecken, der kürzlich im Alter von 93 Jahren gestorben ist.
Otto Beeckens Umgang mit seinen Mitmenschen war stets stilvoll. Seine letzte Bauakte als Architekt schloss er erst 2007, im Alter von 76 Jahren. Zielstrebig, ehrgeizig, fleißig, durchsetzungsstark und sportlich – auf den aus Ramelsloh stammenden Otto Beecken trafen nicht nur diese Eigenschaften zu. Nach einer Tischlerlehre zog es den Sohn eines Geflügelhändlers 1951 in die Ferne - in den Kurort Bad Ems.
Dort lernte er seine spätere Frau Rosel kennen. 1955 zog das junge Paar nach Norddeutschland. Otto Beeckens Onkel, Hermann Sievers, der in Fliegenberg eine Tischlerei betrieb, hatte damals ein berufliches Notsignal gesandt. Das Wirtschaftswunder hatte auch den Elbdeichort erreicht. Arbeitskräfte in allen Branchen waren wieder gefragt. Verantwortung und Arbeitspensum der Beeckens nahmen Fahrt auf.
Eher so nebenbei begann Otto Beecken mit dem Tischtennissport beim MTV Germania Fliegenberg, der ihn später zum Ehrenmitglied ernannte. Nach der Übernahme der Tischlerei und seinem Fernstudium zum Architekten 1964 betreute er zahlreiche Großbaustellen - etwa in München, Frankfurt, Hamburg und Kiel. Seine 50 Inlandsflüge innerhalb eines Jahres zeugten von einem frühen Jet-Set-Modus.
Währenddessen kümmerte sich Ehefrau Rosel in damals traditioneller Weise um die Kindererziehung, aber Personalplanung und Buchführung des Unternehmens waren ebenfalls in ihrer Hand. Auch regional war der Unternehmer Beecken aktiv. Die Sporthallen in Stöckte und Fliegenberg baute er ebenso wie das Gebäude der Volksbank Lüneburger Heide in der Rathausstraße in Winsen.
Zudem engagierte er sich dort 25 Jahre im Volksbank-Aufsichtsrat. Ein weiteres regionales Großprojekt war 1968 der Bau von 22 Häusern Am Großen Brack in Stöckte. Auf die Frage, wie das alles zu schafften war, sagte er einmal: „Früh aufstehen und spät zu Bett gehen.“
Auch im Sportbereich nutzte er sein unerschrockenes und zugleich charmantes Auftreten. Als er mit seinen ehemaligen Tischtenniskameraden Hermann Stoef, Hermann Timmann und Rolf Derbaben im Jahr 1980 insgesamt 25 Jahre ununterbrochen in einem Team zusammenspielt und damit einen bis dahin einmaligen Rekord aufgestellt hatte, rief er beim NDR an. Er überzeugte den danaligen Sportreporter Jörg Wontorra damals davon, mit einem Fernsehteam den Weg zum Fliegenberger Elbdeich anzutreten. Die Filmaufnahmen wurden in der „Sportschau der Nordschau“ im dritten Fernsehprogramm ausgestrahlt.
„Geht nicht - gibt´s nicht“, war seine Einstellung zu vielen Dingen. Ehefrau Rosel, mit der er im vergangenen Jahr den 70. Hochzeitstag feierte, Kinder, Enkel und Urenkel begleiteten ihn jetzt auf seinem letzten Weg.
