Tafel Harburg zieht um: Mehr Platz und bessere Bedingungen für Bedürftige und Helfer
Harburg. In der vergangenen Woche blieben die Türen der Tafel Harburg geschlossen – doch dahinter steckt eine erfreuliche Nachricht: Die Einrichtung zog in ein neues, größeres Gebäude um - in die Buxtehuder Straße 56. Für die rund 1.000 wöchentlichen Kunden sowie die ehrenamtlichen Helfer bedeutet das eine deutliche Verbesserung der Bedingungen.
Ein neuer Standort mit vielen Vorteilen
Von der beengten Unterkunft an der Buxtehuder Straße ging es nur wenige Meter weiter in ein ehemaliges Sanitärgeschäft, direkt an der B 73. Dort müssen die Bedürftigen künftig nicht mehr draußen in Wind und Wetter auf ihre Lebensmittel warten. Stattdessen gibt es nun einen geschützten Innenbereich mit Sitzmöglichkeiten. Auch sanitäre Bedingungen verbessern sich: Statt eines provisorischen Dixie-Klos auf dem Parkplatz steht nun eine feste Kundentoilette zur Verfügung.
Für die Helfer bringt der neue Standort ebenfalls Erleichterung. Es gibt mehr Platz zum Sortieren und Ausgeben der Ware, und die LKW müssen sich nicht mehr zwischen Mülltonnen, Kisten und wartenden Menschen hindurchschlängeln. Besonders praktisch: Ein Lastenfahrstuhl erleichtert das Transportieren schwerer Paletten.
Der Umzug war nicht freiwillig
Dass die Tafel umzieht, liegt nicht nur an den besseren Bedingungen: Die Stadt plant am bisherigen Standort einen Neubau, in den unter anderem das „Abrigado“, eine Einrichtung für Drogenabhängige, sowie Wohnungen für sozial benachteiligte Menschen einziehen sollen. Die Tafel lehnte eine Mitnutzung des Gebäudes ab. Drei benachteiligte Gruppen unter einem Dach - das würde ein Ghetto, hieß es damals von den Verantwortlichen. Zudem konnte der Bezirk keinen geeigneten Ausweichstandort für die Bauzeit anbieten.
Vor etwa einem Jahr fand die Tafel schließlich ihr neues Zuhause in unmittelbarer Nähe. „Der Standort ist optimal“, sagt Sabine Pena, die Vorsitzende der Tafel Harburg. „Es gibt eine Bushaltestelle direkt vor der Tür.“ Doch der Umzug war mit hohen Kosten verbunden: Neue Böden, ein Tresen für die Warenausgabe und zwei Kühlkammern wurden installiert. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben auf mehr als 100.000 Euro, und auch die Miete ist gestiegen.
Höhere Gebühren für Kunden, Spenden weiterhin notwendig
Um die höheren Mietkosten zumindest teilweise zu decken, wurde der Kostenbeitrag für die Tafel-Kunden erhöht: Statt zwei Euro für zwei Kisten Lebensmittel sind nun drei Euro fällig. Bei rund 1.000 Kunden pro Woche bringt das rund 4.000 Euro zusätzlich in die Kasse. Der restliche Finanzbedarf wird weiterhin durch Spenden gedeckt.
Tafel sucht dringend ehrenamtliche Helfer
Ein Problem bleibt jedoch trotz des neuen Standorts bestehen: Die Tafel benötigt dringend weitere ehrenamtliche Helfer. „Wir brauchen mehr ehrenamtliche Helfer, die einmal pro Woche bei uns LKW fahren oder Waren ausgeben“, betont Pena.
