80 Schützen beim 1. Schützenempfang im Harburger Rathaus
Harburg. Am Montag hatte Bezirksamtsleiter Christian Carstensen die Majestäten aus Harburg zum 1. Schützenempfang in den Ratssaal des Rathauses eingeladen. Rund 80 Schützinnen und Schützen, darunter 15 Majestäten, nahmen die Einladung wahr.
„Ich habe das 1. Schützenempfang genannt“, so Carstensen. „Das ist jetzt noch keine richtige Tradition, aber wenn man an Schützenvereine denkt, oder erst recht an die Gilde, dann kommt einem sofort der Begriff Tradition in den Kopf.“ Deswegen hieße es 1. Schützenempfang, „Vielleicht kommt ja noch ein zweiter und ein dritter und irgendwann wird es eine Tradition.“
Schon bevor er offiziell Bezirksamtsleiter geworden sei, habe er die Idee gehabt. Noch bevor er im Amt gewesen wäre, hätten ihn die Marmstorfer Schützen zum Festessen eingeladen. Gleich bei Amtsantritt habe er gelernt, wie wichtig die Schützenvereine und besonders die Gilde mit ihren fast 500 Jahren hier in Harburg wären. So habe er gleich in einer Schublade hinter seinem Schreibtisch den symbolischen Schlüssel gefunden, der der Gilde beim Vogelschießen übergeben wird. Es folgten Termine bei Festessen und Bällen.
Carstensen hob die Bedeutung der Schützenvereine und der Gilde mit ihrem ehrenamtlichen Engagement im Bezirk hervor – gerade in schwierigen Zeiten. „Wir müssen aber schauen, dass wir nicht naiv durch die Welt gehen, sondern mit offenen Augen. Aber ich glaube, wir können aber zuversichtlich sein, wenn wir Menschen wie Sie haben. Die dafür sorgen, dass es Zusammenhalt in den Stadtteilen gibt.“
Heute würden Gilde und Schützenvereine Harburg nicht mehr gegen äußere Feinde verteidigen. Aber es geben auch innere Feinde, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Das dürfe man natürlich. Wenn aber „Menschen den Eindruck haben, man müsse nicht mehr zusammenhalten, jeder könnte für sich das Beste rausholen, dann ist das nicht nur etwas, was unsere Gesellschaft kaputtmacht.“
Im Anschluss bekamen die Majestäten von Carstensen einen Pin mit dem Harburg-Wappen, der einst vom verstorbenen Bezirksamtsleiter Thomas Völsch kreiert wurde und das nur der Bezirksamtsleiter überreichen kann. „Deshalb habe ich entschieden, dass sie als Majestäten, als besondere Menschen in unserem Bezirk, die viele Kontakte haben und viele Gespräche haben werden, dass Sie es verdient haben, mit diesem Harburg-Wappen an der Joppe ihre Königszeit weiter zu verbringen.“
Auch Martina Wiechers, Präsidentin des Schützenkreisverbands Harburg-Stadt, ergriff das Wort. Sie dankte für die Einladung „zu dieser besonderen Veranstaltung“. Ihr sei es wichtig, dass zwischen der Harburger Verwaltung und den Schützenvereinen ein gutes Verhältnis bestünde, das von Vertrauen und Anerkennung geprägt sei.
Danach gab es eine Führung durch das Harburger Rathaus. Zum Ende des Abends wurde gemeinsam die Hamburg-Hymne „Hammonia“ gesungen.
