Verstorbene hinterlässt berührende Botschaft an DRK-Hospiz-Team
Harburg. Mit einer ungewöhnlichen E-Mail hat eine verstorbene Patientin das Team des DRK-Hospizes für Hamburgs Süden tief bewegt. Als Hospizleiterin Britta True kürzlich ihr Postfach öffnete, staunte sie nicht schlecht: Absenderin war Annedore – eine Frau, die einige Zeit zuvor im Langenbeker Hospiz verstorben war.
Kurz darauf wurde klar, dass Annedore die Nachricht noch zu Lebzeiten vorbereitet hatte. Sie hatte einen Verwandten gebeten, ihre Abschiedsworte nach ihrem Tod zu versenden. Darin bedankte sie sich herzlich für die liebevolle Pflege, den respektvollen Umgang und viele kleine Gesten, die ihr die letzte Lebensphase erleichtert hatten – von Nackenmassagen über ein freundliches Lächeln bis hin zum Besuch eines echten Ponys, das in ihr Zimmer kam. „Euer Mut und Euer Gewissen haben Euch veranlasst, Grenzen zu sprengen, ohne sich Anordnungen zu widersetzen. Ihr seid Vorbilder für uns alle. Ich umarme Euch, Eure Annedore“, schrieb sie zum Schluss.
Annedore war im Hospiz als lebensfrohe, humorvolle Frau bekannt. Sozialarbeiterin Lara-Joy Köhler erinnert sich: „Sie hatte immer ein nettes Wort, war sehr dankbar.“ Besonders der Besuch von Pony Smartie, dem Tier der externen Physiotherapeutin Manja, sei für sie ein echtes Highlight gewesen. Das Tier wird ehrenamtlich eingesetzt – eine wertvolle Unterstützung für das von Spenden abhängige Haus.
Individuelle Zuwendung gehört im Hospiz für Hamburgs Süden zum Alltag. Neben medizinischer und pflegerischer Betreuung legt das Team großen Wert auf persönliche Würde und Selbstbestimmung. „Jeder und jede, den und die wir begleiten, wird als die Person gesehen, die sie ist“, sagt Köhler. Dazu gehören auch gemeinsame Abschiedsrituale, bei denen das Team regelmäßig an Verstorbene erinnert, um Erlebtes zu verarbeiten.
