Kahlschlag am Verkehrsdreieck: Wildes Wäldchen in Neuland gerodet
Harburg-Neuland. Direkt neben der A1, kurz vor der Süderelbbrücke, hat sich die Landschaft in den letzten Wochen drastisch verändert. Dort, wo bis vor Kurzem ein stilles, fast verschlafenes Wäldchen, das "Wilde Wäldchen", stand, herrscht jetzt eine trostlose Leere. Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Der Boden ist planiert, die Bäume sind verschwunden – übrig bleibt braune Erde, so weit das Auge reicht.
An der Böschung zur Autobahn wuchs einst ein stattlicher Walnussbaum. Krähen ließen dort ihre Beute aus luftiger Höhe auf den Asphalt fallen, um die Nüsse zu knacken. Im Herbst konnte man zwischen Apfel- und Mirabellenbäumen entlangspazieren und kiloweise der riesigen Boviste sammeln, die hier Jahr für Jahr sprossen – ein Geheimtipp für Pilzfreunde, die wussten, wo sie suchen mussten. "Im Herbst habe ich hier selbst Äpfel geerntet", erinnert sich Gisbert Vorkrap.
Nun ist all das Geschichte. Wo früher Vögel nisteten und Spaziergänger ihren kleinen Ernteausflug machten, herrscht Maschinenlärm und Staub. Das Schild am Bauzaun gibt noch wenig preis: „Bauvorbereitung – Grundstücksentwicklung“. Eine genauere Auskunft über das künftige Projekt sucht man vergeblich.
Viele Anwohnerinnen und Anwohner fragen sich, was hier entstehen soll – und ob der massive Eingriff wirklich notwendig war. Ein Gewerbegebiet? Eine Baustellenlogistik? Oder bleibt die Fläche am Ende jahrelang ungenutzt, als trostlose Brache, während die Natur sich nur mühsam zurückkämpft?
