Gefährliche Raupen auf dem Vormarsch: Gemeinde Seevetal warnt vor Eichenprozessionsspinnern
Seevetal. Wer dieser Tage durch die Wälder und Parks der Gemeinde Seevetal spaziert, sollte die Augen offen halten – und vor allem die Hände in den Taschen lassen. Der Eichenprozessionsspinner hat sich in den vergangenen Wochen auf dem gesamten Gemeindegebiet ausgebreitet. Zahlreiche Nester der kleinen, aber gefährlichen Raupen wurden entdeckt.
Was harmlos klingt, kann ernste Folgen haben: Die winzigen Brennhaare der Raupen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können bei Menschen und Tieren heftige gesundheitliche Beschwerden auslösen. Hautreizungen und quälender Juckreiz sind ebenso möglich wie Atemwegsbeschwerden – besonders gefährlich für Allergiker und Kinder. Die Haare sind so leicht, dass sie vom Wind meterweit getragen werden können und auch noch lange nach dem Verschwinden der Raupen in der Umgebung verbleiben.
Besondere Gefahrenlage am Großen Moor
Besonders viele Nester wurden aktuell am See im Großen Moor festgestellt. Die Gemeinde rät dringend, diesen Bereich vorübergehend zu meiden. Auch alle Waldgebiete mit hohem Eichenvorkommen gelten als Risikozone – dort ist grundsätzlich erhöhte Vorsicht geboten.
Betroffene Bereiche entlang gemeindeeigener Wege und Einrichtungen werden, soweit bekannt, mit Flatterband abgesperrt und mit Warnschildern kenntlich gemacht. Die Gemeinde appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, diese Absperrungen ernst zu nehmen.
Was tun – und was auf keinen Fall?
Die wichtigste Regel: Nester und Raupen niemals berühren und nicht eigenständig entfernen. Selbst vermeintlich leere Nester können noch jahrelang aktive Brennhaare enthalten. Wer in der Nähe eines Nestes gewesen ist und Symptome bemerkt, sollte betroffene Körperstellen gründlich mit Wasser abspülen und ärztlichen Rat einholen.
Eltern werden gebeten, ihre Kinder für die Gefahr zu sensibilisieren und insbesondere von befallenen Eichen fernzuhalten. Auch Hunde sollten an gefährdeten Stellen nicht frei laufen gelassen werden – für Tiere können die Haare bei Kontakt mit Maul, Nase oder Augen besonders problematisch sein.
Eine flächendeckende Entfernung der Nester auf öffentlichen Flächen durch die Gemeinde ist nicht geplant. Für Nester auf Privatgrundstücken liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. Fachbetriebe, die auf die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners spezialisiert sind, sollten dabei unbedingt hinzugezogen werden.
