Schneller als die Polizei erlaubt: Nicole Lünsmann wurde in Rekordzeit Heimfelder Schützenkönigin
Harburg-Heimfeld. Das ging am vergangenen Sonntagnachmittag fix: Nicole Lünsmann fackelte nicht lang und holte nach nur acht Schuss auf den Rumpf des Heimfelder Vogels diesen herunter. Normalerweise dauert es seine Zeit, die anderen Schützinnen und Schützen sammeln sich im Nebenraum, um dann der neuen Königin oder dem neuen König zuzujubeln und zu gratulieren.
Um 15:15 Uhr war der Raum aber noch recht leer, das Schießen um die Königswürde hatte gerade erst begonnen. Auch die Übertragung ins Festzelt war noch nicht eingeschaltet und man musste die Nachricht quasi per Boten den Schützen ins Zelt nebenan überbringen. Das alles brachte Nicole Lünsmann den Beinamen „die Schnelle“ ein. Insgesamt brauchten die Heimfelder Schützen somit 569 Schuss, um den Vogel in seine Einzelteile zu zerlegen.
Die 59-jährige Bürokauffrau ist dem Verein seit 1997 treu verbunden. Und das nicht nur als Mitglied, sondern auch im Ehrenamt. Sie engagierte sich von 1998 bis 2002 im Festausschuss und von 2002 bis 2009 als erste Jugendleiterin. Bereits 2014/15 hatte sie das Amt der Vizekönigin inne. Am Wochenende war es ihr zweiter Versuch, Königin zu werden.
Neben dem Schießsport widmet sich die frischgebackene Majestät gerne dem Puzzeln, Lesen, Radfahren und Schwimmen. Besonders am Herzen liegen ihr ihr Garten und ihre fünf Enkelkinder.
Als Adjutanten stehen ihr Tochter Ricarda Kruse, Stieftochter Sarah Moysen sowie Jennifer Brockmann und Nadine Gruschwitz zur Seite. Und natürlich ihr Mann Frank Lünsmann.
Nicole Lünsmann ist die fünfte Frau, die im Heimfelder Schützenverein die Königswürde bekleidet. Die erste war ihre Schwiegermutter, Ursel Lünsmann, der dies im Jahr 2006 gelang. Allein in den vergangenen fünf Jahren seit der Corona-Pause gab es drei Königinnen in Heimfeld.
Auch einen neuen Jungschützenkönig haben die Heimfelder Schützen: Fiete Haye holte schon am Sonnabend den Rumpf des Vogel herunter. Er wurde am Sonnabend zum Startschuss der großen „Jugend trifft Tradition“-Party im Festzelt proklamiert. Seine Adjutanten sind Pia Klensang und Finn Jahnke. Anschließend wurde die neue Jungschützenmajestät von den anwesenden Heimfelder Schützen und ihren Gästen aus den befreundeten Vereinen, vor allem den Jugendlichen, kräftig gefeiert.
Am Sonnabend fand auch das große Kinderfest statt, das die scheidende Königin Caro Kabuse seit vielen Jahren organisiert. Rund 100 Kinder aus Heimfeld und Umgegend kamen, um bei verschiedenen Spielen ihren Spaß zu haben, Karussell zu fahren und Enten zu angeln. Neue Kinderkönige wurden an diesem Nachmittag Marlon Kassel (7) und Mara Barske (5).

Zuvor wurde Caro Kabuse als Königin gebührend verabschiedet. Am Freitag fand der Ummarsch durch Heimfeld mit über 200 Schützen statt. Es ging zur Friedrich-Ebert-Halle, wo in der Dämmerung unter Fackellicht der stimmungsvolle Große Zapfenstreich zu Ehren von Caro Kabuse stattfand.
Am Sonntag folgte das Festessen mit einem emotionalen Abschied. Festrednerin war Martina Wiechers, Präsidentin des Schützenkreis Harburg-Stadt. Sie verdeutlichte in ihrer Rede, was Frauen eigentlich alles im Schützenwesen leisten, auf welche Schwierigkeiten sie dabei stoßen und wie aber der Heimfelder Schützenverein Vorreiter hierbei ist.
Der Rolle als Vorreiter waren die Heimfelder auch am Freitag bei Ummarsch und Zapfenstreich gerecht geworden. Denn mit Jennifer Brockmann war zum ersten Mal in der Geschichte des Schützenkreisverbands Harburg-Stadt eine Kommandeurin an der Spitze des Zuges und beim Zapfenstreich zu sehen.
